
- Blick auf den Mont Saint Michel - Oliver Schnabel
Mont-Saint-Michel, Klosterberg in der Normandie. Ihren klangvollen Namen verdankt die imposante Felseninsel im Herzen des Meeres einer Legende. Im Jahre 708 soll der Erzengel Michael dem Bischof Aubert von Avranches erschienen sein und ihm den Auftrag gegeben haben, hier eine Kirche zu bauen. Nach anfänglicher Weigerung errichtete der Bischof ein erstes Sanktuarium zu Ehren des heiligen Michaels. Ein Besuch der Felseninsel verspricht außergewöhnliche Stunden, da der Inselberg durch seine mittelalterliche Architektur und seine einzigartige Lage in der Bucht besticht. Sehenswert sind die Hauptstraße, einzige Straße, die sich durch den gesamten Ort schlängelt, die zahlreichen Museen und die sich um den Felsen herum wickelnde Abtei.
Hauptattraktion Frankreichs - Unesco Welterbe Mont-Saint-Michel droht zu versanden
Seine einzigartige Lage zeichnet den Mont Saint Michel aus und macht ihn zu einer der größten Attraktionen Frankreichs. Doch gerade diese Besonderheit scheint nun bedroht. Um die Insel besser erreichen zu können, wurde Ende des 19. Jahrhunderts ein Straßendamm gebaut. Autos und Busse konnten so direkt bis vor die Insel fahren. Bei über drei Millionen Besuchern, die pro Jahr zum Berg pilgern, eine äußerst praktische Angelegenheit. Gerade dieser Straßendamm jedoch, der den Besucherstrom zur Insel leitet, erweist sich nun als problematisch und trägt maßgeblich zur Versandung der Bucht bei. Darüber hinaus beeinträchtigen riesige Parkplätze die Sicht auf den Berg. Abhilfe soll nun ein ehrgeiziges Projekt schaffen, das der Bucht ihre Ursprünglichkeit zurückgeben soll.
Renaturierung der Bucht des Mont-Saint-Michel stoppt Versandung
Um die einzigartige Lage des Inselbergs zu bewahren soll die Bucht des Mont-Saint-Michel ihre Ursprünglichkeit zurück erhalten und renaturiert werden. Durch dieses Projekt soll die Versandung der Bucht gestoppt werden. Dies soll durch einen Gezeitendamm geschehen, der dafür sorgt, dass immer genügend Wasser den Berg umspült. Der Straßendamm wird zurückgebaut und verschwindet ganz. Dadurch ändert sich für die Besucher der Zugang zum Mont-Saint-Michel. Ab dem 28.04.2012 wird es eine neue Parkplatzsituation geben, um die Ursprünglichkeit der Bucht wiederherzustellen, was für den Besucher einen weniger bequemen Anfahrtsweg bedeutet. Neu ist unter anderem ein 700 Meter langer Fußweg zwischen Parkplatz und Pendelverkehr. Dadurch dauert der Hin-und Rückweg zwischen dem Parkplatz und dem Inselberg 1 1/4 Stunden und ebenfalls neu ist, dass Busse ebenfalls Parkgebühr zahlen sollen.
Mont-Saint-Michel - die Straße, die Abtei und die Museen
Wer den Mont-Saint-Michel besichtigen möchte sollte Zeit und Geduld mitbringen. Da der Ort eine der Hauptattraktionen Frankreichs ist, empfiehlt es sich, den Zeitpunkt des Besuchs geschickt zu wählen. Wer kann, sollte wochentags einen Besuch machen. Besonders emphelenswert ist laut Aussagen von Ortskundigen der Dienstag. Am Wochenende und besonders ab Mittags ist der Berg überlaufen. Die frühen Morgen- und Abendstunden eignen sich besonders, um eindrucksvolle Aufnahmen des Berges zu machen, da Berg und Bucht im sanfteren Licht besonderes reizvoll erscheinen.
Drei Attraktionen stechen bei einem Besuch des Berges heraus. Einmal die Hauptstraße (Grand Rue), die Abtei und die Museen. Durch die Porte Bavole am Eingang des Ortes gelangt man zum Cour de l'Avancée. Linker Hand befindet sich in der ehemaligen Wachstube das Fremdenverkehrsbüro. Die Porte de Boulevard führt zum Boulevard mit ihren Schießscharten. Die Hauptstraße besticht durch zahlreiche außergewöhnliche Bauten, zum Beispiel das heutige Rathaus, das "Maison de l'Arcade", ein malerisches Fachwerkhaus, das "Maison de L'Artichaut" (Artischockenhaus) und das "Maison de la Siréne" (Haus der Meerjungfrau). Rechter Hand gelangt man über eine Treppe auf die höher gelegenen Außenanlagen des Inselbergs und wird mit einer phantastischen Sicht über die Bucht belohnt. Die in der Stadt gelegenen Museen geben Auskunft über die Geschichte des Ortes. Es finden sich zahlreiche Sammlungen von Waffen, Gemälden, Uhren und Skulpturen, aber auch Sammlungen einzigartiger Schiffsmodelle. Weiterhin erlangt man Aufschluss über das Phänomen der Gezeitenströme. Die Abtei, die oberhalb des Ortes liegt, kann man auf eigene Faust oder mit Hilfe eines Führers erkunden. Hier erschließen sich 1000 Jahre Architektur und religiöses Leben, besonders der Kreuzgang gilt als überaus reizvoll.
Mont-Saint-Michel - zauberhafte Küste und grüne Salzwiesen
Die Umgebung des Mont-Saint-Michel ist ebenso reizvoll wie der Glaubensberg. Der ländliche Charakter der Region mit Schafen, die beschaulich auf grünen Salzwiesen weiden, wird durch die reizvollen normannischen Fachwerkhäuser unterstrichen. Charmante Unterkünfte findet man hier über den Verband Gîtes de France, aber auch zahlreiche hervorragende Hotels und Pensionen bestechen mit normannischen Charme. Die Region gilt gemeinhin als Feinschmeckerregion und so kommt der kulinarisch orientierte Urlauber in den vielen Restaurants und "Fermes Auberges" auf seine Kosten. Berühmtes Restaurant auf dem Mont-Saint-Michel ist das "La Mère Poulard" mit seinen außergewöhnlichen Omelettes, die in Kupfertöpfen per Hand geschlagen werden und als Delikatesse gelten. Einziger Wermutstropfen der das Erlebnis trübt ist die aggressive Vermarktung des Ortes und seine Überlaufenheit, sowie das teilweise rücksichtslose Verhalten seiner Besucher, die nicht unbedingt die Spiritualität des Ortes wiederspiegeln.
Quellenmaterial: Informationsmaterial des Tourismusbüros des Mont-Saint-Michel
