Monumentalbauten in Kairo

Architektur der islamisch geprägten Herrschaft

Die Zitadelle in Kairo - François Maher Presley
Die Zitadelle in Kairo - François Maher Presley
Der Kampf durch Smog, Schmutz und Menschenmassen erschöpft. Dennoch sollte man sich die Mühe machen, die Zitadelle und die Sultan Hassan Moschee zu besichtigen.

Trotz Smog, Unmengen Abfall in den Straßen, 17 Mio. Einwohnern, grenzenloser Armut bietet Kairo allerdings auch sehr monumentale Gebäude, deren architektonische Ästhetik einmalig ist.

Die Zitadelle und die Ali-Moschee

So zum Beispiel die sich über dem Armenviertel, neben den ehemaligen Steinbrüchen für die Pyramiden und in der Nähe der Katakomben (Totenstadt) auf einem Hügel befindliche Zitadelle. Gebaut wurde die mächtige Festung mit Palästen, Gebetsräumen und Ställen Ende des 12., Anfang des 13. Jh. von Salah el Din (Saladin), dem großen Bekämpfer der Kreuzritter. Leider wurde sie 1824 zerstört. Auf den Ruinen errichtete Mohammed Ali neue Paläste sowie die berühmte Alabastermoschee (Ali-Moschee) im türkischen Rokoko-Stil, die eben durch die Alabasterkuppel und das 80 Meter hohe Minarett zu den schönsten Bauten der Neuzeit Ägyptens zählt. Der überdachte Gang wird von durchweg unterschiedlichen Säulen aus aller Herren Länder getragen, unterschiedliche Materialien, Ausarbeitungen und Symbole. Dementsprechend finden sich hier natürlich auch Säulen aus dem christlichen Abendland.

Die Katakomben und Steinbrüche von Kairo

Tatsächlich leben in den Katakomben mehr als 2 Millionen Menschen, die keine wirtschaftliche Möglichkeit haben, sich eine Wohnung zu mieten, geschweige denn ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen. Die sterblichen Überreste der Beerdigten wurden nach und nach beiseite geschafft und die vielen Grabstätten, Gräber, Räume und Gänge werden ohne jegliche hygienische Einrichtung als Wohnort genutzt und diese haben sich zwischenzeitlich zu einem eigenen Stadtteil ausgeweitet.

Der größte Teil der Innenstadt baut auf viele historische Schichten auf, die allerdings zumeist nicht ans Tageslicht gefördert werden können, da dafür Straßen oder Wohnhäuser in dem völlig überlaufenen Kairo abgerissen werden müssten.

Der sich zu Zeiten der Pharaonen weit außerhalb Kairos befundene Steinbruch, liegt heute in der Stadt. Noch heute werden von den armen Einwohnern oder auch Bauunternehmern verbotenerweise Steine abgebaut und für den Bau von Unterkünften genutzt oder verkauft.

Sultan Hassen und El-Rifai-Moschee

Gegenüber der Zitadelle, tiefer liegend in der Stadt, fällt der Blick auf die Sultan Hassan und die El-Rifai-Moschee. Mit 81 Metern hat der prächtige Bau das höchste Minarett der Stadt. Neben dem Koranständer Ägyptens finden sich in dem festungsartigen Bau auch die Grabstätten des letzten Sultans sowie des Architekten und dessen Frau. Der Sultan ist der geistige Herrscher über mehrere Länder.

Besonders schön und aufwändig ist das aus einem Stück Granit geschlagene, sich stufenartig entwickelnde, über drei Meter hohe Grabdenkmal, das mit Koran-Versen und Texten verziert ist, die ebenso handgemeißelt wurden. Eigentlich sind diese Räume im Seitenschiff der Moschee für Sterbliche, geschweige denn Ungläubige gesperrt, doch Bestechungsgelder ermöglichen in Kairo ausnahmslos alles.

Das Ägyptische Museum

Besucher, die Kairo wegen des Ägyptischen Museums und der darin gelagerten, denn ausgestellt ist dort weniger, unzähligen Schätze aufsuchen wollen, ist davon abzuraten. Jede Dokumentation im Fernsehen ist informativer, interessanter und sicherlich lehrreicher, als die 100.000, dabei handelt es sich um eine kleine Auswahl, aneinander gereihten Mumien, Särge, Schmuckstücke, Alltagsgegenstände, vergoldeten Schränke, Pferdegespanne usw. Genau genommen erschlägt die Masse und man ist nicht mehr in der Lage, auch nur irgendetwas intensiv zu betrachten oder entsprechende Informationen zu erhalten, wenn man als Einzelbesucher nicht an einer Gruppenführung teilnimmt, die natürlich nur punktuell Station macht. Die meisten Objekte sind sehr dürftig, oftmals gar nicht ausgezeichnet. Objekte, die der Welt besonders bekannt sind, reisen durch die Museen eben dieser, um damit Einnahmen für den Betrieb des Museums, aber natürlich auch für den Erhalt der zahllosen Schätze des Landes zu generieren.

François Maher Presley, Foto: David Eschrich, Fançois Maher Presley

Francois Maher Presley - François Maher Presley kam in Kuwait/pers. Golf zur Welt und lebte seit seinem sechsten Lebensjahr in Hamburg. Der Autor und ...

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