
- Skulduggery Pleasant von Derek Landy - Juliane Günzel
Die ersten vier Bände von Derek Landys Knochenspaß Skulduggery Pleasant gingen runter wie Öl und auch im fünften Teil wird das Detektiv-Duo von einer schier ausweglosen Situation in die nächste befördert. Beinharte Action, bissige Dialoge und düstere Verwicklungen erwarten den Leser. Dieses Buch ist garantiert nichts für schwache Knochen.
Eine Walküre mit Geheimnissen
Es ist bereits einige Zeit vergangen, seit Walküre die schreckliche Wahrheit kennt: Ihr wahrer Name ist Darquesse. Wenn sie nicht bald eine Lösung findet, wird sie selbst es sein, die die Welt in Schutt und Asche legt – und höchstpersönlich ihre eigenen Eltern tötet. Schlimm genug, diese Gewissheit zu haben, doch aus Angst vor Skulduggerys Reaktion hält sie ihre Entdeckung zunächst geheim und versucht auf eigene Faust, ihr Schicksal zu ändern.
Prinzipiell sollte das auch gar nicht so schwer sein. Wenn sie ihren Namen versiegelt, kann niemand sie gegen ihren Willen als Tötungsmaschine einsetzen. Doch in Walküres Leben ist eben niemals etwas einfach. Ohne die Hilfe ihres grinsenden Partners einen Magier zu finden, der in der Lage ist, ihren Wahren Namen zu versiegeln, erweist sich dabei nicht gerade als Zuckerschlecken.
Zudem ist es kein leichtes Unterfangen, ein Geheimnis vor einem Detektiv zu bewahren. Gut, dass sie sich in ihre Beziehung zu Fletcher Renn zurückziehen kann, wäre da nicht der Vampir Caelan, der von Walküre geradezu besessen ist – und eine nie gekannte Anziehungskraft auf sie ausübt. Doch bevor sie sich heillos in ihren persönlichen Problemen verstricken kann, bricht in der magischen Welt das absolute Chaos los und Walküre ist wie immer mitten drin.
Ein spannendes Buch mit vielen Wendungen
Im fünften Teil des magischen Gruselwerks wird Walküre um einiges erwachsener. Sie stellt sich allein ihren Problemen, die wesentlich bedrohlicher sind, als zu Anfang ihres Abenteuers. Der Leser zahlt dafür einen hohen Preis, denn die vortrefflich bissigen Dialoge mit ihrem Mentor fallen in Mortal Coil wesentlich spärlicher aus.
Generell ist für den beißend-skurrilen Humor von Derek Landy kaum noch Platz in seinem fünften Buch. Vielmehr wird hier auf bedeutend mehr Düsternis und Katastrophen gesetzt. Ein klarer Pluspunkt sind die vielen Nebenhandlungen, in denen fast alle bereits bekannten Charaktere (lebende und nicht mehr ganz so lebendige) und neue Mitstreiter (für die das gleiche gilt) auftreten.
Mit viel Aktion und Nervenkitzel verknüpft Derek Landy sämtliche Handlungsstränge und lässt einen Tornado los, wie ihn die magische Welt noch nie gesehen hat. Wer zu den Verbündeten, wer zu den Feinden gehört und wer eigentlich gar nichts damit zu tun hat, wechselt im Seitentakt. Der Leser fährt Achterbahn zwischen heilloser Verwirrung, Spannung zum Haarraufen (sofern vorhanden) und tiefgründiger Tragik.
Diese Rezension bezieht sich auf die englische Ausgabe des Buches.
Derek Landy: Skulduggery Pleasant – Mortal Coil. Harper Collins 2010. Taschenbuch, 320 Seiten. Euro 11,50.
