Moto GP: Saisonfinale in Valencia - Simoncelli allgegenwärtig

Marco Simoncelli bleibt allen in guter Erinnerung - Stuart Dallas
Marco Simoncelli bleibt allen in guter Erinnerung - Stuart Dallas
06.11.2011: Der Sport war heute sekundär. In allen drei Motorrad-Klassen stand die Erinnerung an den tödlich verunglückten Marco Simoncelli im Vordergrund.

Daran änderte auch der WM-Sieg von Stefan Bradl in der Moto2 nichts. Der Zahlinger hatte bereits als Champion festgestanden, weil Marc Marquez aus Verletzungsgründen das Qualifying versäumt hatte. Vor allem in der höchsten Kategorie, in der Simoncelli antrat, gedachten die Piloten ihres Kollegen. Die schönste Geste kam dabei sicherlich von Loris Capirossi. Der Landsmann des Verunglückten, der schon vor Wochen seinen Rücktritt nach 22 Jahren bekannt gegeben hatte, nahm das Rennen mit der Nummer 58 auf, mit der Simoncelli unterwegs gewesen war.

Moto2: Bradl scheidet aus, Pirro gewinnt – Gresini aufgelöst

Der Teamchef des nur 24 Jahre alt gewordenen Motorsportlers, Fausto Gresini, durchlebte in Valencia vielerlei Emotionen. Zunächst war auf Wunsch von Vater Simoncelli eine Ehrenrunde mit allen Fahrern aller drei Klassen abgehalten worden, begleitet von einem zweiminütigen Feuerwerk. Dies hätte sein Sohn einer Schweigeminute vorgezogen, so Paolo Simoncelli.

Im Moto2-Rennen, das wie die übrigen unter leicht feuchten und wechselnden Bedingungen über die Bühne ging, war für Stefan Bradl nach einem Sturz frühzeitig Schluss. Zu dem Zeitpunkt führten ausgerechnet die beiden Gresini-Piloten Yuki Takahashi und Michele Pirro. Eine Runde später flog der Japaner an gleicher Stelle wie der Deutsche spektakulär ab. Zum Glück signalisierte er sofort, dass er bei Bewusstsein war.

An der Spitze setzte sich Pirro immer weiter von seinen Verfolgern ab. Ungefährdet gewann er zum ersten Mal in seiner Karriere ein Rennen der Moto2. Nach der Zielankunft brach Gresini an der Boxenmauer in Tränen aus. Auch der Sieger betrat zunächst mit dunkler Sonnenbrille das Podium und deutete während der Hymne mehrfach in den Himmel. Bradl bestieg bei seiner Ehrung das Podest und breitete ein Plakat aus, auf dem er „Super Sic“ seinen Titel widmete.

Moto GP: Stoner unglaublich – Simoncelli immer mit dabei

Kaum minder emotional waren die Szenen nach dem allerletzten Saison-Lauf auf dem Circuit Ricardo Tormo. Auf den Overalls und auf den Helmen war überall die 58 zu sehen. Auch in einer Grünfläche neben dem Asphaltband funkelte die allseits bekannte Ziffer. Schon in der ersten Kurve nach dem Erlöschen der roten Lichter war den Zuschauern das Herz stehen geblieben, als sich Alvaro Bautista nach einem schlechten Start heftig verschätzte und Nicky Haiden, Valentino Rossi sowie Randy de Puniet mit ins Kiesbett nahm. Glücklicherweise standen alle vier sofort auf.

Vorne eilte der bereits feststehende Weltmeister Casey Stoner in Siebenmeilen-Stiefeln davon. In der ersten Runde hatte er über 2,5 Sekunden gut gemacht. Bei zehn Sekunden nahm er das Tempo heraus und hielt den Abstand konstant. Die restlichen vier Fünftel der Distanz schienen nur noch aus Sicht der Podiumsbesetzung interessant. Doch die Witterungsbedingungen sorgten für Hochspannung und ein Wimpernschlag-Finale.

Stoner, der als Führender die schwierige Aufgabe hatte, seine Geschwindigkeit auf dem rutschigen Asphalt ohne Bezugspunkte wählen zu müssen, verlor dramatisch an Boden und befand sich fünf Umläufe vor dem Ende in Gesellschaft von Andrea Dovizioso und Ben Spies. Von Letzterem wurde er schließlich überholt. Nun passte er sich dem Rhythmus des Amerikaners problemlos an, hatte im Infield aber Schwierigkeiten dran zu bleiben. Daher rechnete sicher niemand mehr damit, dass Spies den Sieg noch abgeben würde. Doch in der Schlusskurve erwischte Stoner die perfekte Linie und kam mit so viel Überschuss auf die Start-/Zielgerade, um um 15/1000 Sekunden die Nase vorn zu haben. Der 40. Erfolg war in trockenen Tüchern. Dovizioso fuhr beim letzten Auftritt für Honda auf den dritten Platz. Marco Simoncelli belegt in der Gesamtwertung die sechste Position – noch vor seinem Freund Valentino Rossi.

125 ccm: Cortese fliegt – Terol neuer Champion

Nach einem misslungenen Start rutschte Sandro Cortese bis auf Platz 13 zurück. In der Folge bewies er Kämpferqualitäten und fand sich schließlich an zweiter Stelle wieder. Bis dahin war er weiter Dritter in der Meisterschaft vor Maverick Vinales. Doch auch dem Italo-Schwaben wurden die rutschigen Bedingungen zum Verhängnis. Durch den Ausfall war die Entscheidung gegen ihn gefallen. Vinales sicherte sich sogar den Sieg, den dritten in seiner Premieren-Saison. Jonas Folger wurde respektabler Fünfter und landete in der Endabrechnung auf Rang 6.

Quelle:

www.motogp.com

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