
- Jede Menge "tapes" - Tape Factory
Die Japaner machen es mal wieder vor: Wie mit einer Idee und einfachen Mitteln großartige Ergebnisse erzielt werden können. Diesmal geht es aber nicht um ausgefeilte Roboter-Technik oder andere High-Technology, sondern ganz einfach um Reispapier und Gummi-Lösung, sprich um ein Klebeband.
Kleben und kleben lassen
„mt masking tape“ – so heißen die Klebebänder, die seit nun fast 3 Jahren Japan in einen Kleberausch versetzen. Im Gegensatz zu normalem Büro-Klebeband aus durchsichtigem Kunststoff bestehen die "mt masking tapes" aus Reispapier (Washi) und kommen recht bunt daher. Gescheckt, einfarbig in verschiedenen Breiten und Längen, mit Karos, Streifen, Punkten, Buchstaben und Mustern – über 100 verschiedene Designs und Farben gibt es inzwischen, hinzu kommen Spezial-Ausgaben wie Klebebänder mit Rentieren und Tannenbäumen für die Weihnachtszeit.
Besonders hübsch sind die traditionell japanischen Muster und Farben, und so finden sich zwischen „Chocolat“ und „Shocking Pink“ auch Bezeichnungen wie „Warabi“ (grün), „Sakura“ (hellrosa) oder „Asanoha Hai“ (graues Netzmuster) wieder.
Ein erfülltes Kleben
Die „mt masking tapes“ lassen sich aufgrund ihrer Beschaffenheit sehr einfach handhaben und vielseitig einsetzen. Das Reispapier erlaubt eine saubere Beschriftung und man kann die Bänder problemlos auch mit den Fingern abreißen. Ideal für das Basteln mit Kindern ohne großes Herumgepansche mit Klebstoffen. Und kleben bleiben die „mt masking tapes“ zwar auf allen Oberflächen, lassen sich aber auch wieder rückstandslos entfernen.
Ein enormer Vorteil, denn so lassen sich z.B. auch Wände dekorieren, von einfachen Bordüren bis zu aufgeklebten Bilderrahmen oder die inzwischen sehr beliebten Wand-Tattoos lassen sich mit den "mt"s selbst gestalten. Aber natürlich kann man auch Geschenkverpackungen hübsch dekorieren, Tischkarten verzieren, Blumentöpfe einfassen, ganze Lampenschirme draus basteln, den iPod oder das Handy damit einwickeln - oder einfach gesagt alles bekleben, was einem unter die Finger kommt. Der Phantasie sind praktisch keine Grenzen gesetzt. Besonders für das „Scrapbooking“, also das erstellen von Collagen-Büchern sind die "tapes" geeignet – und das war auch der Beginn der Kleberei.
Am Anfang war das Auto
Die Firma Kamoi Kakoshi Co. Ltd stellte seit mehreren Jahren Klebebänder für die Automobil-Industrie her, die für das Abkleben von Farbkanten beim Lackieren verwendet werden. 2006 erhielt die Firma dann überraschend eine Mail von einer Gruppe bastelfreudiger Mitmenschen. Diese hatten ein Buch mittels der "masking tapes" dekoriert und sich das Produktionswerk der Klebebänder gerne ansehen wollten. Leicht irritert über eine solche Anfrage erhielt die Firma kurz darauf erneut Post von der selben Gruppe, diesmal eben jenes Buch. Ein selbstgebundenes, mit Collagen gefülltes kleines Heft.
Die Geschäftsführer waren begeistert von der liebevollen und stylischen Dekoration, die man mit den verschiedenfarbigen "masking tapes" (zur damaligen Zeit noch auf die Grundfarben beschränkt) zustande bringen konnte, und dies war der erste Schritt vom funktionellen Klebeband für die Industrie zum Dekorationsartikel für Jedermann. Das Portfolio wurde erweitert und inzwischen haben sich die „mt“ in ganz Japan verbreitet, in Kindergärten und Schulen, in Büros und den eigenen 4 Wänden. Sogar auf eigenen Messen kann man sich über die neuesten Klebe-Trends informieren und gleich ausprobieren. In Deutschland kann man die "mt masking tapes" über Online-Shops beziehen, zum Beispiel bei der Tape Factory.
