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Muammar al-Gaddafi, der eiserne Herrscher Libyens

Mummar al-Gaddafi der Herrscher von Libyen - blatantnews.com
Mummar al-Gaddafi der Herrscher von Libyen - blatantnews.com
Seit 1969 regiert Muammar al-Gaddafi den nordafrikanischen Staat Libyen mit eiserner Faust. Doch wer ist der nicht unumstrittene Herrscher Libyens?

Muammar Abu Minyar al Gaddafi wurde am 07. Juni 1942 in Surt (Libyen) geboren. Offiziell wird Mohammed Abdul Salam bin Hamed bin Mohammed al-Gaddafi als sein Vater angegeben, doch es gibt eine Vielzahl von Quellen, die berichten, dass der Vater von Muammar al-Gaddafi der korsische Kampfpilot und Held der Résistance Albert Preziosi sei. Diese Quellen besagen, dass Gaddafi 1938 im italienischen Hospital in Misurata geboren wurde. Offizielle Bestätigungen dafür gibt es jedoch derzeit nicht.

Der junge Muammar al-Gaddafi war von den Ideologien Gamal Abdel Nassers begeistert

Bereits in jungen Jahren war Muammar al-Gaddafi von nationalistischen und arabisch-sozialistischen Ideologien des damalige ägyptischen Präsidenten Gamal Abdel Nasser beeindruckt. Das Geographiestudium gab Muammar al-Gaddafi zugunsten einer militärischen Offiziersausbildung in Großbritannien auf. Die Ausbildung absolvierte er an der Royal Armoury Corps Center von Bovington (Dorset), der Academy of Beaconsfield und sodann an der Royal Military Academy (RMA) of Sandhurst. Gaddafi gründete nach dieser Ausbildung den "Bund freier Offiziere", dies unter dem Eindruck der Ideologien von Gamal Abdel Nasser.

Dieser "Bund freier Offiziere" wagte am 01. September 1969 unter der Führung von Muammar al-Gaddafi einen Militärputsch und stürzte den libyschen König Idris as Senussi. Muammar al-Gaddafi übernahm als der Führer einer Militärjunta die Macht in Libyen. Dieser Putsch war auch als "Operation Jerusalem" bekannt.

Das ehemalige Königreich Libyen wurde in der Folgezeit durch Gaddafi in einen sozialistischen Staat umgewandelt und wurde fortan Sozialistische Libysch-Arabische Volks-Dschamahriyya genannt. Im Jahr 1975 veröffentlichte Muammar al-Gaddafi das "Grüne Buch", in diesem stellte er seine politischen Ziele und Ideologien dar. Diese waren sehr eng an den islamistischen Sozialismus angelehnt, Gaddafi vertrat jedoch auch panarabische Ansätze. Das erste Kapitel dieses Buches erschien bereits 1973. 1979 trat Muammar al-Gaddafi offiziell von seinem Amt als Staatsoberhaupt zurück, behielt jedoch seinen herrschenden Einfluss auf die Staatsgeschäfte Libyens.

Gaddafi wird mit dem internationalen Terrorismus in Verbindung gebracht

In der Nacht vom 04. auf den 05. September 1986 kam es in der Westberliner Diskothek "La Belle" zu einem Bombenanschlag. Der damalige US-Präsident Ronald Reagan beschuldigte Muammar Al-Gaddafi für diesen feigen Anschlag verantwortlich zu sein und gab den Befehl, Tripolis und Banghazi zu bombardieren. Bei der sogenannten Operation "El Dorado Canyon" wurden bei einem US-amerikanischen Luftangriff am 15. April 1986 auf die libysche Haupstadt Tripolis 36 Menschen getötet, darunter auch eine Adoptivtochter Gaddafis.

Gaddafi selbst gilt als ein Unterstützer und Befürworter von verschiedenen Tuaregruppen im Süden der Sahara (Niger und Mali). Gaddafi erhoffte sich durch die Unterstützung dieser bewaffneten Gruppierungen einen verstärkten Einfluss auf die betroffenen afrikanischen Staaten. Elf Jahre nach dem verheerenden Terroranschlag auf den Pan-American-Flug 103 im schottischen Lockerbee bekannte sich Muammar al-Gaddafi im Jahr 1999 zu der Schuld Libyens an diesem Attentat. Gaddafi lieferte die verantwortlichen Haupttäter aus und zahlte hohe Summen als Entschädigung an die Familien der Opfer.

Muammar al-Gaddafi suchte später die Nähe zur westlichen Welt

Nachdem Muammar al-Gaddafi im Jahr 2003 erklärte, dass Libyen die Entwicklung von Massenvernichtungswaffen vorantreibe, aber er durchaus bereit sei, dieses Programm fallen zu lassen, verbesserte sich das Verhältnis Libyens zur westlichen Welt merklich. So besuchte der britische Außenminister Tony Blair Libyen im Jahr 2004. Im Oktober 2004 besuchte auch der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder Gaddafi in Libyen.

Nachdem am 30. Dezember 2006 bekannt wurde, dass der irakische Diktator Saddam Hussein hingerichtet wurde, ordnete Muammar al-Gaddafi eine dreitägige Staatstrauer in Libyen an. Am 10. Dezember 2007 besuchte Muammar al-Gaddafi am "Welttag der Menschenrechte" die französische Hauptstadt Paris. Dabei kam es auf dem Champ de Mars zu einer Protestdemonstration gegen den Besuch Gaddafis in Frankreich. Am 23. September 2009 kam es zu einem Eklat, als Muammar al-Gaddafi eine Rede vor der UN-Vollversammlung hielt. Er zitierte dabei aus der Charta der Vereinten Nationen und zerriss am Rednerpult einige Seiten dieser UN-Charta.

Gaddafi versucht nunmehr seit einiger Zeit die Einheit Afrikas zu fördern. So wurde auf Betreiben von Gaddafi die AU (Afrikanische Union) gegründet, die sich am Vorbild der Europäischen Union orientiert. Gaddafi saß der AU von Februar 2009 bis zum Januar 2010 als Vorsitzender vor. Die AU soll auf lange Sicht gesehen zu einem einheitlichen Wirtschaftsraum in Afrika mutieren. Doch derzeit hat Muammar al Gaddafi ganz andere Sorgen, denn erstmals seit seiner Machtergreifung im Jahr 1969 gibt es blutige Proteste gegen seine Herrschaft in Libyen.

Wer sind die Kinder von Muammar al-Gaddafi? Erfahren Sie mehr über die Hintergründe des Militäreinsatzes in Libyen.

Stephan Schulz, (c) Stephan Schulz

Stephan Schulz - Stephan Schulz schreibt seit Jahren erfolgreich für diverse Printmedien (unter anderem die Fachzeitschrift "Computer" und die ...

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