Murmeltiere, die Kobolde der Berge

Wissenswertes über das Alpenmurmeltier

Murmeltier am Gamskogel - Adele Sansone
Murmeltier am Gamskogel - Adele Sansone
Eine Information über einen Hochgebirgsbewohner, den man in glücklichen Momenten länger beobachten kann.

Das Murmeltier (Marmota marmota) stammt aus der Ordnung der Nagetiere.

  • Familie Erd- und Baumhörnchen (Sciurinae)
  • Unterfamilie Murmeltiere.

Aussehen der Murmeltiere

Das Murmeltier hat ein braun bis grau gefärbtes Fell, wird etwa 60 cm lang und maximal 8 kg schwer. Ein pfiffiges Gesicht mit kleinen Ohren und eine schwarze Schwanzspitze sind ihm eigen. Seine ausgeprägten Nagezähne und seine langen Krallen deuten schon auf seine Lebensweise hin.

Lebensraum und Lebensweise

Die Murmeltiere leben in den Alpen, in der Höhe zwischen 800 bis 3000 m. Sie leben in Familien. Mehrere Familien zusammen bilden eine Murmeltierkolonie. Diese Kolonie kann bis zu 200 Tiere umfassen. Die erwachsenen Männchen legen die unterirdischen Bauten an. Dabei graben sie mit ihren Vorderpfoten und schleudern zwischen ihren Hinterbeinen das ausgegrabene Material hinaus. Diese

Bauten bestehen aus einer Vielfalt von Röhren zur Durchlüftung und zum Trockenlegen. Einzelne Kessel, sozusagen die Zimmer, für die einzelnen kleinen Familien und ein großer Gemeinschaftskessel für den Winterschlaf, sowie blind endende Abzweigungen für die Kotstellen, erfordern eine Menge an Grabarbeit. Diese Bauten können in mehreren Stockwerken angelegt sein und bis zu einer Tiefe von 7 m gehen.

Die Paarungszeit ist kurz nach dem Erwachen vom Winterschlaf. Im zeitigen Frühjahr werden dann 2-6 Junge geboren. Sie sind nackt, blind, zahnlos und etwa 30 g schwer. Nach etwa 6 Wochen verlassen diese Jungen erstmals mit ihren Müttern den Bau. Ab dann folgt der Muttermilch die pflanzliche Kost: Wurzelstöcke, Gräser, Zwiebeln, Löwenzahn und gegen Herbst zu Samen und Früchte.

Winterschlaf vom Murmeltier

Zur Vorbereitung auf den Winterschlaf wird der Gemeinschaftskessel mit Gras und Heu ausgepolstert. Dazu tragen die Murmeltiere bis zu 15 kg Heu in ihren Mäulern in mühsamer Arbeit herbei. Alle Ausgänge werden mit einem sogenannten "Zapfen" aus Erde und Steinen wind- und wetterdicht verschlossen. Wie auch bei den Igeln wird in den Tagen vorher kaum gegessen, sondern der Darm entleert. Erst dann beginnen sie ihren Kreislauf abzusenken, der Herzschlag sinkt und der lange Winterschlaf kann beginnen.Er kann je nach Witterung von Oktober bis April dauern.

Typisches in ihrem Verhalten

Viele Menschen, die im Hochgebirge unterwegs sind, kennen ihr markantestes Merkmal: die Pfiffe.

Die Wächter, das sind erwachsene Murmeltiermännchen, stehen an strategisch günstigen Punkten im Bereich der Kolonie und halten Wache. Da halten sie nach den natürliche Feinden, wie Steinadler, Uhu, Habicht, Fuchs und Marder Ausschau. Auch der Mensch zählt zu ihren natürlichen Feinden , denn das Murmeltier wird nach wie vor bejagt. Wird eine Gefahr ausgemacht erfolgt eine Folge von Pfiffen, die genau aussagt, wo der Feind ist. In der Luft oder auf der Erde, und in welcher Entfernung. Blitzschnell sausen sämtliche Murmeltier in die nächstgelegene Einfahrt und begeben sich in Sicherheit.

Auch die Jungen, die vorher wie Kobolde beim vergnügten Spielen über Felsen und Grasbüschel turnen, flüchten. Die Jungen tragen nicht umsonst den Namen "Äffchen". Da wird gerauft, übereinander her gepurzelt, nachgelaufen. Sie spielen Verstecken, indem sie blitzschnell in einer Einfahrt abtauchen und bei einer anderen Öffnung aus dem weitverzweigten Bau wieder auftauchen.

Wer Murmeltiere beobachten will, muss sich leise nähern, genügend Abstand halten und um einen günstigen Wind beten. Dann ist es ein wahres Vergnügen ihnen zu zusehen. Ein besonders netter Bericht über den Sinn des Kuschelns bei den Murmeltieren.

Ein Lehrpfad über Murmeltiere existiert in Graubünden.

Ein Kinderbuch zum Thema: Auf Wiedersehen, kleines Murmeltier

Adele Sansone, Adele Sansone

Adele Sansone - Als Autorin für suite101.de interessieren mich vor allem die Bereiche Pflanzen und Tiere: Wie leben sie heute? Wie sind die einzelnen ...

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