
- Einen Blick für schöne Künste haben - S. Flaisch / pixelio.de
Es heißt, ein Kunstmuseum braucht nicht nur gute Kunstwerke. Mindestens genauso wichtig sind neugierige Wissenschaftler. Sind diese vorhanden und für gewagte Thesen in der Kunstwelt zu begeistern, fehlt es auch an Besuchern nicht. Denn trotz aller Begeisterung fürs Internet und damit fürs Virtuelle, die Zahl der kultur- und naturhistorischen, der volks- und heimatkundlichen Sammlungen wächst und hat sich allein in Deutschland innerhalb weniger Jahrzehnte verdoppelt, mittlerweile auf 6.500. Es ist eben ein anderes Feeling, mit den Kunstobjekten real in Berührung zu kommen, als virtuell in Form eines flüchtigen Elektroimpulses am Bildschirm. Heute gehen weit mehr Menschen in die Museen als in die Fußballstadien.
Wozu es Museen braucht
Je gehetzter die Menschen ihren Job nachrennen und Zeit mit Terminen zupflastern, desto mehr wird das Museum zu einem Ort, in dem sich das Zufällige in Sinn verwandelt. Das Museum stellt sich den Beliebigkeiten der Postmoderne entgegen. Es trifft eine Auswahl an Exponaten, ordnet sie, systematisiert sie und zeigt, in welcher Beziehung Gestern und Heute, das Nahe und das Ferne stehen. Ein Museum ist eben mehr als ein Riesenspeicher wie das Internet, viel mehr Ort der Erkenntnis und Schautempel. Vielleicht liegt die Beliebtheit der Museen auch an der einzigartigen Mischung aus Bildern und Genießen. Nirgends kommen sich Wissen und Vergnügen so nahe wie im Museum. Offenbar wächst die Sehnsucht der Menschen nach Orten des Verweilens, nach Orten, an denen die Dinge noch als solche zu besichtigen sind: handfest, real, authentisch. Und an dem sie aufgeladen sind mit Bedeutung.
Die zehn schönsten Kunstmuseen der Welt
Kunstfreunde müssen mehr oder weniger einmal rund um den Erdball reisen, um die populärsten Museen und deren Exponate zu besichtigen. Dafür bekommen sie Kunst von Weltruf geboten und zum anderen das Flair bekannter Metropolen. Nach der Rangliste von TripAdvisor sind es diese Häuser:
1. Louvre, Paris: Einst Palast französischer Könige, ist der Louvre mit der unverkennbaren Pyramide heute das wohl berühmteste Museum der Welt. Mit 8,3 Millionen Besuchern ist es das meistbesuchte, und gemessen an der Ausstellungsfläche, das drittgrößte Museum der Welt. Es beherbergt einige der größten Kunstwerke überhaupt, darunter die Venus von Milo und die Mona Lisa.
2. Vatikanische Museen, Rom: Sie beherbergen die päpstlichen Kunstsammlungen und befinden sich auf dem Territorium der Vatikanstadt. Die Sammlung ist eine der größten der Welt und umfasst die Bereiche orientalische Altertümer, klassische Antike, frühchristliche und mittelalterliche Kunst, Kunst der Renaissance. Der wohl bekannteste Teil der Museen ist die Sixtinische Kapelle mit den Deckenmalereien von Michelangelo.
3. Metropolitan Museum of Art, New York: Die 'Met', wie das Museum genannt wird, ist das größte Kunstmuseum der USA und besitzt eine der bedeutendsten kunsthistorischen Sammlungen der Welt. In dem Museumsgebäude warten Schätze von griechischen Skulpturen über Waffensammlungen bis hin zu rund 2.000 europäischen Gemälden. Schon das Gebäude allein ist ein Kunstwerk. Das Museum zählt pro Jahr an die fünf Millionen Besucher.
4. J. Paul Getty Center, Los Angeles: Das P. Getty Museum in Los Angeles und Malibu ist ein Kunstmuseum und geht auf die Privatsammlung des Ölmagnaten J. Paul Getty zurück. Die Auswahl der Kunstwerke konzentriert sich auf Skulpturen, Gemälde, Zeichnungen, Manuskripte und Fotografien. Darunter Werke von van Gogh, Monet und Cézanne.
5. Musée d'Orsay, Paris: Das Museumsgebäude ist der anlässlich der Weltausstellung 1900 errichtete Bahnhof Gare d'Orsay. Die Entscheidung, den Bahnhof in ein Museum umzuwandeln fiel 1977. Im Museum werden auf 16.000 Quadratmetern mehr als 4.000 Exponate gezeigt: Gemälde, Skulpturen, Grafiken, Fotografien. "Die Sternennacht“ von van Gogh ist hier zu bewundern, ebenso Werke von Monet und Manet, von Degas und dem Amerikaner James McNeill Whistler.
6. Uffizien, Florenz: Das Gebäude wurde ursprünglich für die riesige Kunstsammlung (1559-1581) der Medici errichtet. So sind die Uffizien eines der ältesten und bekanntesten Kunstmuseen der Welt. Es beherbergt Werke von so bekannten Künstlern wie Michelangelo, Leonardo da Vinci, Raffael, Sandro Botticelli, Caravaggio, Cimabue, Lucas Crachnach der Ältere.
7. Art Institute of Chicago, Chicago: Es handelt sich um ein universelles Kunstmuseum mit einem Bestand von 300.000 Kunst- und Kulturwerken aus fünf Jahrtausenden. Berühmt ist das Museum für seine Sammlung der Impressionisten und der Amerikanischen Kunst. Darunter Claude Monets "Heuschober“, Vincent van Goghs "Selbstbildnis“, Georges Seurats "Ein Sommersonntag auf der Insel Grande Jatte“, Amedeo Modiglianis "Porträt des Jacques Lipchitz mit seiner Frau“, Grant Woods "American Gothic“, Edward Hoppers "Nighthawks“.
8. Tate Gallery of Modern Art, London: In einem stillgelegten Kraftwerk am Themseufer erwarten den Kunstliebhaber Werke der bedeutendsten und einflussreichsten Künstler der klassischen Moderne und der Gegenwart: Meisterwerke von Pablo Picasso, Georges Braque, Henri Matisse, Piet Mondrian, Marcel Duchamp, Salvador Dalí und Andy Warhol.
9. Museo del Prado, Madrid: Der Prado (spanisch: Wiese) ist ebenfalls eines der größten und bedeutendsten Kunstmuseen der Welt. Er beherbergt neben Werken von Rembrandt, Botticelli, Caravagio, Dürer auch spanische Künstler: Goya, Velázquez und El Greco etwa.
10. National Gallery of Art, Washington D.C.: Das Museum besteht aus zwei Gebäuden, dem Ostgebäude und dem Westgebäude. Das Ostgebäude konzentriert sich auf moderne und zeitgenössische Kunst. Darunter Werke von Picasso, Matisse, Jackson Pollock, Andy Warhol, Alexander Calder. Im Westgebäude befindet sich eine umfangreiche Sammlung von Bildern und Skulpturen großer europäischer Künstler. Höhepunkte sind Gemälde von Vermeer, Rembrandt, Monet, van Gogh sowie das einzige weitgehend anerkannte Gemälde Leonardo da Vincis auf dem amerikanischen Kontinent.
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