Museen in Mülheim – ein Geheimtipp

Drei kleine Höhepunkte auf der Mülheimer Museumsmeile

Das Kunstmuseum in der Alten Post kennt jeder und Schloss Broich sowieso. Aber Mülheim hat noch einige interessante Museen mehr zu bieten.

Das Stadtentwicklungsprojekt Ruhrbania soll Mülheim wieder an die Ruhr bringen – und im Wettbewerb mit anderen Städten um neue Einwohner, mehr Touristen und mehr Wirtschaftskraft nach vorne. Als Teilprojekt von Ruhrbania wurde auch die Mülheimer Museumsmeile ins Leben gerufen. Die einzelnen Museen an der Route existieren zum Teil zwar schon seit Jahrzehnten, aber eine die Museumsmeilen-Idee muss deshalb ja nicht schlecht sein.

Schließlich ermöglicht sie einen frischen Blick auf das Kulturangebot in Mülheim an der Ruhr. Das spielt sich nämlich auch im Kulturhauptstadtjahr 2010 durchaus unabhängig von Großevents in der Nachbarstadt Essen und anderswo ab – zum Beispiel in diesen drei Museen. Jedes für sich bildet einen kleinen Höhepunkt der Mülheimer Museumsmeile.

Das Gründer- und Unternehmermuseum an der Wiesenstraße

In diesem Museum können die Existenzgründer von heute sehen, wie die großen Figuren der Wirtschaftsgeschichte des Ruhrgebiets begonnen haben. Denn Mülheim war vielen von ihnen Heimat.

Matthias Stinnes gründete hier im Jahr 1808 ein Unternehmen für Schifffahrt und Kohlenhandel und machte es zu einer großen Reederei. Daraus ging später die Stinnes AG hervor, die heute ein Tochterunternehmen der Deutschen Bahn ist. Wilhelm Schmitz legte hier 1867 mit seinem Unternehmen Wilhelm Schmitz-Scholl den Grundstein für den Handelskonzern Tengelmann, der unter anderem durch die Obi- und Plus-Märkte bekannt ist.

Und August Thyssen gründete im Jahr 1870 das Walzwerk Thyssen & Co. Im Stadtteil Styrum. Die daraus schließlich hervorgegangene Thyssen-Krupp AG zählt noch heute zu den wichtigsten Stahlkonzernen der Welt. Folgerichtig hat das nach Angaben der Stadtverwaltung deutschlandweit erste Gründer- und Unternehmermuseum seinen Sitz denn auch im ehemaligen Stammsitz der Brüder August und Josef Thyssen. Wer weiß – vielleicht inspiriert die anschaulich aufbereiteten Erfolgsgeschichten im Museum ja den einen oder anderen Mülheimer, in die Fußstapfen der Altvorderen zu treten.

  • Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag von 9 bis 17 Uhr, Freitag von 9 bis 15 Uhr
  • Eintritt: frei, Führungen für Gruppen bis 20 Personen 35 Euro
  • Wiesenstraße 35, Telefon: (0208) 48 48 42

Das Museum zur Vorgeschichte des Films in der Camera Obscura

Von der Wirtschafts- zur Kulturgeschichte: Schon das Gebäude, in dem sich das Museum zur Vorgeschichte des Films befindet, ist einen Ausflug wert. Im ehemaligen Broicher Wasserturm wurde nämlich zur Mülheimer Landesgartenschau 1992 die weltweit größte begehbare Camera Obscura eingeweiht.

Im Jahr 2006 kam das Museum hinzu. Es stützt sich im Wesentlichen auf die 1139 Exponate umfassende Sammlung des Wuppertalers KH.W. Steckelings. Sie dokumentiert auf spannende Art und Weise die Entwicklung des bewegten Bildes in der Zeitspanne zwischen 1750 und 1930. 16 Themenstationen sollen die Geschichte lebendig machen.

Und: Wer möchte, kann in dem Museumsturm sogar eine Hochzeit feiern. Nur sollte er dann nicht zu viele Gäste eingeladen haben – es ist nämlich nur Platz für höchstens 30 Personen.

  • Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr, individuelle Vereinbarungen möglich
  • Eintritt: 3,50 Euro (ermäßigt 2,50 Euro), Kinder bis 6 Jahre frei, Familienkarte 9,50 Euro, Führungen für Gruppen bis 20 Personen 35 Euro
  • Am Schloß Broich 42, (0208) 3 02 26 05

Das Haus Ruhrnatur im alten Bootshaus

Ob mit oder ohne Ruhrbania: Keine andere Stadt lebt so nah an der Ruhr wie Mülheim. Dass es mit dem Haus Ruhrnatur auch ein Museum gibt, dass der Vielfalt des tierischen und pflanzlichen Lebens am und im Fluss gewidmet ist, ist da nur folgerichtig. Es wurde von der Rheinisch-Westfälischen Wasserwerksgesellschaft (RWW) in einem unter Denkmalschutz stehenden alten Bootshaus eingerichtet.

An 21 zum großen Teil interaktiven Stationen können Besucher Klima und Boden, Tiere und Pflanzen der Region erkunden – und erfahren, wie die unterschiedlichen Elemente des Ökosystems zusammenhängen und vom Menschen beeinflusst werden.

Wer Haus Ruhrnatur in diesem Jahr besuchen will, sollte allerdings noch etwas Geduld mitbringen – bis zum 16. April ist es nämlich wegen eines Umbaus geschlossen.

  • Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr
  • Eintritt: 2 Euro (ermäßigt 1,50 Euro), Familien 5,50
  • Alte Schleuse 3, (02 08) 4 43 33 80