Museum Burg Kipfenberg - Römer und Bajuwaren im Altmühltal

Römer und Bajuwaren Museum Kipfenberg Altmühltal - Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Römer und Bajuwaren Museum Kipfenberg Altmühltal - Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Im Altmühltal bei Burg Kipfenberg trafen Römer und Bajuwaren entlang des Limes aufeinander. Ihre Geschichte wird im Burg-Museum Kipfenberg gezeigt.

Burg Kipfenberg überragt eindrucksvoll das Altmühltal westlich der Autobahn A9 zwischen München und Nürnberg. Nichts deutet auf den ersten Blick darauf hin, dass in diesen Regionen einmal Römer und Bajuwaren aufeinander trafen und erbittert um die Vorherrschaft entlang des Altmühltals kämpften.

Erst bei näherem Hinsehen kann man in den kleinen Ortschaften und in den Wäldern entlang der Altmühl Spuren finden, die die römische Besatzung dieser Region hinterlassen hat: rekonstruierte Wachtürme, Fundamente von römischen Bauernhöfen, Badehäusern und Kastellen, Erdwälle, die oft die einzigen Hinweise auf den römischen Grenzwall sind, der römisches Gebiet vom Gebiet der "Barbaren" trennte. So nannten die Römer alle Völker, die außerhalb ihres Einflussbereiches lebten.

Römer und Bajuwaren stießen entlang des Limes im Altmühltal aufeinander

Mit dem Limes errichteten die Römer einen beeindruckenden Grenzwall, der ihren obergermanischen Einflussbereich vom Rhein über den Taunus bis zum Main und vor dort durch Unterfranken bis Miltenberg und weiter bis Gmünd schützte. Von dort verlief der rätische Limes entlang der Provinz Raetien über Mönchsroth, Gunzenhausen, Theilenhofen, Weißenburg in Bayern, nach Burgsalach und bis Eining, wo er auf die Donau stieß, die als der sogenannte "Nasse Limes" den Fortlauf der römischen Grenze nach Osten bildet.

An die 550 Kilometer lang war der Grenzwall, der zum Teil aus Palisaden oder einer bis zu drei Meter hohen Steinmauer bestand. 150 Kilometer lang war der Limes in Franken. Entlang dieser Grenzbefestigung gab es immer wieder Wachtürme - mehr als 900 davon - und 160 größere und kleinere Kastelle. Die Zivilbevölkerung lebte in Häusern und nutzte Badeanlagen, Brücken und Wege, deren Spuren heute noch zu sehen sind, wenn man weiß, wo man zu suchen hat.

Im 3. Jahrhundert schwächten innere Machtkämpfe die römischen Provinzen im Norden immer mehr. Volksgruppen wie die Alamannen und Bajuwaren außerhalb des römischen Einflussbereichs wussten diese Chance zu nutzen und drangen immer häufiger und weiter in römische Siedlungsbereiche ein, bis sich die Römer schließlich hinter die leichter zu verteidigenden "nassen Grenzen" der Flüsse und Seen zurückzogen.

Was einst als mächtiger Sturm der Germanen interpretiert wurde, ist wahrscheinlich durch den inneren Machtzerfall begünstigt worden, der auf die Rivalität von Kaiser Gallienus (römischer Imperator von 260-268) und dem Usurpator Postumus (Herrscher Galliens von 260-269) zurück ging. Im Laufe dieser inneren Streitigkeiten wurden Truppen aus den Grenzregionen abgezogen und die Sicherung des Limes war nicht mehr gewährleistet. Die vordringenden germanischen Volksstämme wussten diese Schwäche zu nutzen und drängten immer weiter in römisches Siedlungsgebiet südlich des Limes vor.

Im Museum der Burg Kipfenberg wird die Geschichte der Römer und Bajuwaren im Altmühltal präsentiert

Ein Teilbereich des Burggeländes der Burg Kipfenberg ist für die Öffentlichkeit zugänglich und bietet einen informativen Einstieg in die Zeit, als römische Soldaten, Bauern und Kastelle das Bild des Altmühltals prägten. Neben zahlreichen Informationstafeln, die die Zeit der Römer im Altmühltal umfangreich beschreiben, finden sich im Museum anschauliche Ausstellungsstücke, die dem Besucher das Leben entlang der Nordgrenze des römischen Reichs näher bringen: Schutzhelme, Schwerter, Schilde werden genauso gezeigt wie Dinge des Alltagslebens. So erfährt man viel über römische Bestattungsriten, Badehäuser und den Alltag der Bauern. Ein Modell des Kastells von Böhming, einem kleinen Dorf westlich von Kipfenberg, zeigt, wie solche Verteidigungsanlagen aussahen.

Auch die Gegner der Römer - die Bajuwaren und Alamannen - werden vorgestellt. Besonders beeindruckend ist die Rekonstruktion des Grabs des "ältesten Bajuwaren", das in der Nähe von Kipfenberg entdeckt wurde. Darin fanden die Archäologen eine Männerleiche, bei der es sich wahrscheinlich um einen Bauern handelte, zu dessen Aufgaben auch soldatische Pflichten gehörten. Waffen und Schilde lagen ebenso in seinem Grab wie Dinge des Alltagsgebrauchs.

Anreise zum Museum in der Burg Kipfenberg

Über die Autobahn A9, Ausfahrt 58 oder 59, in Kipfenberg folgt man der Beschilderung und fährt eine enge und kurvenreiche Straße den Berg hoch zur Burg Kupferberg. Nähere Informationen zum Römer und Bajuwaren Museum gibt es online.

Dass man im Altmühltal die Geschichte der Region bewahrt zeigen zahlreiche historische Feste wie das Keltenfest in Kelheim. Und wer das Altmühltal lieber sportlich erkundet, für den gibt es zahlreiche Radwege und Radtouren durchs Altmühltal.

Quelle: eigene Recherchen im Altmühltal

Monika Fuchs, Monika Fuchs

Monika Fuchs - Seit 1989 ist Monika Fuchs ganzjährig auf Reisen in den USA, Kanada, Zentralamerika, Australien, Südafrika, Namibia, Zimbabwe, ...

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