
- Fort George bei Niagara on the Lake - Monika Fuchs, TravelWorldOnline Ontario Reisen
Wer über den Niagara Parkway von Niagara Falls an den Lake Ontario fährt, kommt automatisch daran vorbei: Fort George, eine historische Palisaden Festung, die in der Geschichte Ontarios eine große Rolle gespielt hat. Im Krieg von 1812 zwischen Briten und Amerikanern, bei dem es vor allem darum ging, ob die während der Amerikanischen Revolution besiegten englischen Kolonialherren ihre ehemaligen Besitzungen auf amerikanischem Territorium noch einmal zurück erobern konnten, war die Grenze zwischen den jungen USA und dem britischen Oberkanada - dem heutigen Ontario - heiß umkämpft.
Der Niagara River als wichtige Transportroute
Der Niagara River war vor allem in seinem Nordteil - hinter den donnernden Wassern der Niagarafälle - wichtiger Transportweg zwischen dem Lake Ontario und dem Lake Erie. Das moderne Kanalsystem, das später weiter im Westen entstand, gab es damals noch nicht, und die Waren mussten um die Fälle herum transportiert werden, bevor sie bei Queenston über den Fluss weiter verschifft wurden.
Fort George am Niagara River - heiß umkämpft im Krieg von 1812
Diese Route weckte Begehrlichkeiten auf amerikanischer Seite und so war "The Front", wie die Grenze entlang des Niagara River damals genannt wurde, Schauplatz vieler Schlachten. Eine der hitzigsten war die Schlacht von Fort George zwischen den darin stationierten Briten und den amerikanischen Truppen, die in einem Fort auf der amerikanischen Seite des Flusses untergebracht waren. Fort George stand unter schwerem Kanonenfeuer und wurde fast völlig zerstört und von den Amerikanern eingenommen. Den Briten gelang es aber noch im selben Jahr, das Fort zurück zu erobern. Nach dem Krieg verließen die Briten das Fort, das langsam verfiel.
Fort George - Museum und National Historic Site vor den Toren von Niagara on the Lake
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts begann man mit der Rekonstruktion der Erdwälle und Gebäude, und seit 1921 ist Fort George eine historische Gedenkstätte. Inzwischen ist das Fort zu einer beeindruckenden Anlage mit sechs massiven Erd- und Holzwällen ausgebaut worden, die von einem hölzernen Palisadenzaun umgeben ist, vor dem sich ein trockener Graben befindet.
Im Inneren der Anlage können Besucher verschiedene Gebäude besichtigen, wie sie zur Zeit der Besatzung durch die Briten aussahen: ein Wachhaus, Blockhäuser, die als Kasernen und Lager dienten, die Küche, eine Werkstätte, die Quartiere der Offiziere und das ursprüngliche Pulvermagazin aus Stein - das älteste Militärgebäude in Ontario.
Interessantes Ausflugsziel im Sommer für Besucher der Niagarafälle
Nur eine knappe halbe Stunde dauert die Fahrt von Niagara Falls zum Fort George - hält man nicht an den weiteren Attraktionen entlang des Niagara Parkway. Daher kann man einen Besuch von Fort George gut mit einem Aufenthalt an den Niagarafällen kombinieren. Während der Sommermonate gibt es auf dem Gelände des Forts Führungen durch die einzelnen Gebäude und Vorführungen, die bestimmte Szenen des Soldatenlebens im Krieg von 1812 lebendig werden lassen.
Es gefällt sicher auch Kindern, einem "britischen Rotrock" dabei zuzusehen, wie er seine Muskete lädt und mit gewaltigem Getöse und Pulverdampf abfeuert. Ganz beiläufig erfahren sie bei der Vorführung auch, warum die Uniformen der britischen Soldaten in ihren leuchtenden Rot- und Weißfarben trotz ihrer Auffälligkeit einen bestimmten Zweck erfüllten.
Fort George National Historic Site ist von Mai bis Oktober täglich geöffnet, im April und November nur an den Wochenenden und während des restlichen Jahres geschlossen. Gruppen haben - nach Voranmeldung - das ganze Jahr über Zutritt. Weitere Informationen gibt es unter der Telefonnummer 905-468-4257.
Quelle: eigene Recherchen vor Ort mit freundlichen Unterstützung durch Tourism Ontario und die Canadian Tourism Commission
