Museum Ostwall im Dortmunder U: "Das Museum als Kraftwerk"

Das Dortmunder U. - Timo Rüßler
Das Dortmunder U. - Timo Rüßler
Das renommierte Dortmunder Ostwall-Museum hat mit einer improvisierten Schau seinen Platz im U-Turm, dem Prestigeprojekt der Metropole Ruhr, gefunden.

Am Wochenende, 9. und 10. Oktober 2010, war die Ausstellung zur Eröffnung kostenlos für ein breites Publikum geöffnet. Kunst für Jedermann! Passend zum Umfeld des Dortmunder U, das größtenteils noch eine Baustelle ist, heißt sie „Das Museum als Kraftwerk“. Und der Umzug des überregional bekannten Museums Ostwall war wohl auch ein riesiger Kraftakt. Er war geprägt von Unwägbarkeiten, Missverständnissen, Schwierigkeiten. Doch: Jetzt reiht sich das Museum endgültig ein in das „Zentrum für Kunst und Kreativität“ in alter Industriekulisse. In dem seit den 1920er Jahren bestehenden ehemaligen Brauereigebäude der Unionbrauerei, das wie kein zweites für wirtschaftlichen Erfolg, Traditionsbewusstsein stand und steht. Nur: Jetzt ist der Grund der Strukturwandel, der Dortmund, das Ruhrgebiet seit den 1990ern prägt.

Interessante Ausstellung im historischen Gebäude

Der Dortmunder U-Turm beherbergt neben der ausgestellten Ostwall-Sammlung den renommierten Hartware Medienkunstverein (HMKV), das Kulturbüro der Stadt, die Technische Universität Dortmund, die Fachhochschule, das european center for creative economy (ecce). So haben auch Wissenschaft und Wirtschaft ihren Platz im Kulturzentrum. „Wir haben beim U sowohl in Steine investiert als auch in kreative Köpfe“, so NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, „und damit in die Zukunft der Region.“ Dortmunds OB Ullrich Sierau: „Das U unterstreicht als neues Zentrum für Kunst, Wissenschaft und Kreativität das Innovationspotenzial und den Willen zum Wandel in Stadt und Region.“ Nun genug der erläuternden Vorrede. Kommen wir zum Eigentlichen, der eröffnenden Schau des Museums Ostwall, „Das Museum als Kraftwerk“, die hauseigene Sammlung mit Werken des 20. und 21. Jahrhunderts.

Das Museum als Kraftwerk“, vielsagende Schau moderner Werke

In den verwinkelten Räumen im vierten und fünften Obergeschoss des U-Turms sind Bilder, Installationen, Projektionen moderner Künstler zu sehen. Wolf Vostell, Joseph Beuys, Freya Hattenberger heißen die. Die Kunst ist abstrakt, gegenständlich auch, voller Begeisterung für die Farben und ihre Mischung. Auch Fotografien werden gezeigt. Wer im Treppenhaus auf der Rolltreppe steht, sieht an den Wänden bewegte Bilder Musizierender, in kleinen hohlen Würfeln sitzend. Ein Klassiker: Die Videoaufnahmen des berühmten Dortmunder Filmemachers Adolf Winkelmann, die das U ganz oben schmücken. „Das Museum als Kraftwerk“, wo noch der Baustaub zu riechen ist, zeigt zudem etwas, was in der heutigen Modernen unabdingbar ist: Multimedia. So gibt’s das Intermedia-Archiv von Hans Breder. Der Betrachter wird auch aufgefordert, sich selbst zu beteiligen. Er kann eigene Bilder ins Museumsarchiv laden.

Spiel mit Fotografien, Farben, Medienkunst, Formen

So hat die Ruhrgebietsmetropole Dortmund im Kulturhauptstadtjahr RUHR.2010 mit dem noch nicht ganz fertigen U-Turm ein Signal gesetzt. Für die kulturelle Vielfalt in der postindustriellen Region, die nach Angaben vieler Insider gerade erst dabei ist, sein wahres Potenzial zu entfalten. Neues entdecken in alten, historischen Industrieräumen, kündend vom ehemaligen Glanz von Kohle, Stahl und Bier. Die Tourismusindustrie im Ruhrgebiet arbeitet nicht erst seit der Kulturhauptstadt auf Hochtouren an Reiseangeboten, die das Revier für Reisende aus aller Welt interessant machen soll. Hochkarätige Kulturangebote gibt’s hier en masse. Und: Was sagte eine 72jährige Besucherin aus Dortmund bei der Besichtigung der neuen U-Turm-Schau „Das Museum als Kraftwerk“? „Wenn alles hier fertig ist, dann kann das ein richtiger Anziehungspunkt werden.“

Alle Fotos: www.pixelio.de - Timo Rüßler, Rike (2), Silke Kaiser

Christopher Dömges, Christopher Dömges

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