
- Musik mit Kindern - Katrin Fischer
Kinder lieben Musik. Sie singen und tanzen gerne, probieren sich mit ihren Körperinstrumenten und Musikinstrumenten aus und lassen sich unbefangen auf Experimente mit Musik ein. Was sind Körperinstrumente und Musikinstrumente? Wie klingen sie? Welche Möglichkeiten bieten sie? Hier folgen einige Anregungen.
Welche Materialien zum Musizieren können Sie nutzen?
Verschiedene Musikinstrumente wie Klanghölzer, Triangeln, Rasseln, Trommeln, Tamburin, Xylophon und so weiter können genutzt werden. Außerdem werden drei Pappseiten benötigt, auf denen jeweils ein Bild zu sehen ist, wie ein Mund, zwei Füße, zwei Hände. Diese Pappseiten können gebastelt oder im Vorfeld von den Kindern gezeichnet werden. Die Erzieherin oder Lehrerin gestaltet, ähnlich wie bei einem Staffellauf, verschiedene Geräuschestationen. Dabei legt sie die verschiedenen Musikinstrumente, getrennt voneinander, in einzelne Positionen. Die Pappbilder gehören in einer Station zusammen. Wichtig ist, dass die Kinder, an den jeweiligen Stationen, Platz zum Ausprobieren und Musizieren haben.
Wie werden die Geräuschestationen durchgeführt?
Der erste Teil des Angebots sollte zum Kennenlernen der Stationen dienen und nicht zu lange ausgedehnt werden. Die Erzieherin oder Lehrerin geht mit den Kindern die Geräuschestationen nacheinander ab. Sie wartet ab, welche Ideen von den Kindern kommen, greift diese auf und gibt Anregungen. Mit Instrumenten oder den Körperinstrumenten können bei verschiedener Anwendung, unterschiedliche Geräusche entstehen.
Einige Beispiele, was wie klingen könnte
- Klanghölzer: übereinander streichen – hin und her, könnte klingen wie eine Zugfahrt klingen (schnell und langsam) oder wie Sägen von Holz
- Klanghölzer: schnell oder langsam zusammenschlagen, könnte klingen wie Pferderennen, Galoppieren oder Traben oder wie Klopfen an eine Tür
- Tamburin: schütteln, klingt wie runter gefallenes Porzellan oder wie Laufen durch viele Steine
- Tamburin schütteln und darauf klopfen, könnte klingen wie Reiten, Springen, Rennen
- Trommel: klopfen, pochen, darüber streichen, könnte klingen wie tanzen, springen, rennen oder wie ein Specht, der in den Baum hackt, je nachdem wie wir darauf klopfen – laut, leise, schnell, langsam, vereinzelt
- Xylophon: damit können wir viele Geräusche herstellen durch unterschiedliches Anschlagen von Tonhöhen oder darüber streichen wie klingeln, sägen, stampfen, galoppieren, Feuerwehr
- Triangel: anschlagen, könnte klingen, wie Tür- oder Fahrradklingel, fallender Schnee, darüber streichen wie ein langsames Schleichen
- Rasseln: schütteln, langsam oder schnell, klingt wie Schlangenzischen, gehen auf Kieselsteinen, rennen über Steinboden, kochen und Zutaten zusammen rühren oder wie ein Regenguss
Was gibt es für Körperinstrumente und wie klingen sie?
An der Station mit den Bildern überlegen die Kinder, welche Geräusche mit Mund, Händen und Füßen möglich sind. Vielleicht finden sich auch Vergleiche, wie etwas klingen kann?
- Mund: schnalzen (galoppierende Pferde, zu Boden fallende Steine), pusten (wie der Wind, Kerze auspusten), pfeifen (wie ein Vogel) tsch - tsch- tsch (wie Eisenbahnsignal, Zug fahren), ausblasen und einatmen von Luft (schnauben eines Pferdes, Eisenbahnsignal) und so weiter
- Hände: Klatschen (wie ein Publikum, Takte der Musik, wie Pferde rennen), Schnipsen, Hände aneinander reiben (wie Teig ausrollen), Hände hohl machen und zusammen klatschen (wie ein Echo)
- Füße: Stampfen (wie eine Elefantenherde), schlürfen (wie ein alter Mann), hüpfen (wie ein Känguru), auf der Stelle laufen (wie ein Läufer)
Nun folgt der zweite Teil des Angebots, in dem die Kinder an den Stationen experimentieren können. Die Kinder werden in Kleingruppen aufgeteilt und gehen in diesen Gruppen (Anzahl abhängig der Kinderzahl und der Geräuschestationen) zu den einzelnen Stationen, um gemeinsam zu probieren, sich austauschen und zu musizieren. Hierbei leistet die Erzieherin höchstens Hilfe, spielt eine vermittelnde Rolle, aber lässt die Kinder selbst ausprobieren und kreative Ideen entwickeln.
Klanggeschichten mit Kindern erfinden und durchführen
Die Kinder können, mit Hilfe der Musikinstrumente und der Körperinstrumente, Geschichten erfinden und mit den Geräuschen lebendig werden lassen. Die Erzieherin und Lehrerin kann Anreize und Themen vorgeben, wenn die Kinder Hilfe brauchen. Eine bekannte Geschichte oder ein Märchen kann ebenso erzählt werden und die Kinder musizieren dazu. Hier muss die Betreuungsperson auf individuelle Fähigkeiten der Gruppe eingehen. Wenn die Kinder nicht selbständig die Instrumente einsetzen können oder alles durcheinander gerät, kann die Betreuungsperson vorher mit den Kindern ausmachen, wann wer an der Reihe ist und wer was macht.
Musik mit Alltagsmaterialien
Es gibt viele Instrumente aus Alltagmaterialien wie Papprollen (Trompeten) oder Instrumente aus der Natur wie Steine (aneinander klicken oder aneinander reiben), die die Erzieherin oder Lehrerin mit den Kindern zusammen suchen und ausprobieren kann. Auch mit Flaschen (gefüllt mit verschieden Flüssigkeitsmengen) lässt sich wunderbar Musik erzeugen. Ebenso können Geräuschedosen hergestellt werden, in denen Sand, Erbsen, Steine und so weiter vereinzelt gesammelt werden. Diese können die Kinder schütteln und verschiedene Klänge entstehen lassen. Dies kann auch zu einem tollen Ratespiel werden. In welcher Dose ist was? Wie klingt es?
