
- Georg Friedrich Händel - Silberfuchs-Verlag
Der im holsteinischen Kayhude beheimatete Silberfuchs-Verlag der Publizistinnen und Journalistinnen Corinna Hesse und Antje Hinz hat in den letzten Jahren mit Hörbüchern über die Länderschwerpunkte des Schleswig-Holstein Musikfestivals, aber auch etwa zum Buxtehude-Jubiläum großen Erfolg gehabt. Jetzt bringen die beiden mutigen Verlegerinnen ein Hörbuch unter dem Titel "Leben in der Musik – Das Händel-Hörbuch" zum 250. Todestag des Komponisten Georg Friedrich Händel (1685 bis 1759) in Zusammenarbeit mit den Internationalen Händel-Festspielen Göttingen heraus.
Biografie von Händel bietet an sich wenige Ansätze für ein Hörbuch
Mutig insofern, als die Biografie des Tonsetzers wenig Höhepunkte bietet, die für ein derartiges Hörbuch Ansätze bieten würde. Außer dem Geburtsort Halle hatte Händel nur drei Lebensmittelpunkte: Hamburg, Rom und London. Die Autorin Corinna Hesse hat es zusammen mit dem Schauspieler Dietmar Mues – langjähriges Mitglied des Ensembles des Deutschen Schauspielhauses Hamburg – als Sprecher verstanden, in einer Art musikalischem Feuilleton Leben und Werden des erfolgsverwöhnten Musikers nachzuzeichnen.
Händel schmiss sein Studium hin
So erfahren wir, was selbst Musikkennern kaum geläufig sein dürfte: Der Vater Georg war Fürstlich-Sächsischer und Kurfürstlich-Brandenburgischer Leibchirurg. Er hatte an den Kriegen des 17. Jahrhunderts teilgenommen, bevor er sich im damals noch sächsischen Halle niederließ.
Das wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts preußisch. Sein Sohn sollte eigentlich Jurist werden und hat auch ein Studium an der damals renommierten Universität Halle aufgenommen. Dass seine Neigungen aber der Musik galten, wird durch sein gleichzeitiges Engagement als Domorganist seiner Heimatstadt deutlich. Schon ein Jahr später schmiss der junge Händel das Studium hin.
Gänsemarkt-Oper in Hamburg
Sein Lebensweg führte ihn nach Hamburg, das damals dank des Mäzenatentums der reichen Bürger eine der wichtigsten Schauplätze für das musikalische Leben in Deutschland war.
Die "Gänsemarktoper" war das erste Musiktheater im deutschen Sprachraum. Hier nutzte Händel den Umstand, dass der damalige Direktor des Hauses Keiser Liebeshändel halber aus der Stadt fliehen musste, um seine erste Oper "Almira" auf die Bühne zu bringen – ein Pasticchio aus eigenen Kompositionen und solchen Keisers und anderer Zeitgenossen. Diesem Erfolg war ein spektakuläres Duell mit seinem musikalischen Mitbewerber Johann Mattheson auf offener Straße voran gegangen.
Händel feiert Erfolge in Italien
Schon ein Jahr später zieht Händel nach Italien – damals die führende Pflegestätte populärer Musik. In Rom und Venedig erringt er mit Opern und Oratorien Erfolge.1710 geht es weiter nach London, wo er den Rest seines Lebens bleiben sollte. Er tritt in die Dienste des Kurfürsten von Hannover, der zu dieser Zeit schon als künftiger König von Großbritannien designiert ist. In London richtet sich Händel behaglich ein und hat große künstlerische und auch finanzielle Erfolge.
1719 wird Händel Musikdirektor der neu gegründeten "Royal Academy of Music" – dem ersten mit Aktien finanzierten Theater der Welt. Am neuen Haymarket-Theatre – dem Theater am Heumarkt – erringt der Komponist große Erfolge. Zwar bleibt ihm das Glück nicht immer treu, aber Händel ist unermüdlich tätig und komponiert bis 1741 44 Opern. Sein größter künstlerischer Erfolg aber ist der 1742 entstandene "Messias". Aus den Erlösen unterstützt Händel das neue Waisenhaus. Als Händel – längst englischer Staatsbürger – am 14. April 1759 stirbt, erhält er ein Staatsbegräbnis in der Westminster Abbey.
Geleitwort des britischen Botschafters
So wundert es denn auch nicht, dass diesem Hörbuch der Britische Botschafter in Berlin, Sir Michael Anthony Arthur, ein Geleitwort beigibt.
Corinna Hesse: Leben in der Musik – Das Händel-Hörbuch. Sprecher: Dietmar Mues. Silberfuchs-Verlag 2009. Euro 24,00.
