Die Behandlung des Bewegungsapparates mit Salben auf Pflanzenbasis wird wieder schicker. Was unsere Großeltern noch wussten, zwischenzeitlich aber fast verloren gegangen ist, rückt wieder mehr in den Fokus: Salben mit pflanzlichen Wirkstoffen wirken zuverlässig, sind leicht anzuwenden und haben wenig Nebenwirkungen. Salben auf Basis von Beinwell haben klinisch erwiesen einen entzündungshemmenden, abschwellenden und schmerzlindernden Effekt und sollten daher im Haushalt von Menschen, die häufig mit den Sprunggelenken umknicken oder chronische Verspannungen im Nacken haben, nicht fehlen.

Beinwell und Trauma-Beinwell

Der Beinwell (Symphytum officinale) hat als Heilpflanze eine lange Tradition. Schon Hildegard von Bingen hat die Wirkung und Anwendung der Pflanze beschrieben - sie half, äußerlich aufgetragen, bei Knochenbrüchen, Prellungen, Verrenkungen und Verstauchungen, also bei allem, was der Bewegungsapparat nach heftiger Einwirkung von außen so haben kann. Dass der Beinwell tatsächlich wirkt, ist mittlerweile auch wissenschaftlich nachgewiesen.

Von der mehrjährigen Pflanze werden Wurzel und Blätter für die äußerliche Anwendung genutzt, Zubereitungen davon kann man selbst herstellen oder auch kaufen, zum Beispiel von Kytta®. Eine innerliche Anwendung ist ebenfalls möglich, sollte aber sehr zurückhaltend erfolgen, da der Beinwell potentiell auch schädigend sein kann und seine besonderen Qualitäten ohnehin in der äußerlichen Anwendung nach Verletzungen und in der Wundheilung liegen.

Als besonders wirksam haben sich Salben aus einer speziellen Sorte Beinwell erwiesen - der Trauma-Beinwell (Symphytum x uplandicum Nyman) ist eine extra für medizinische Zwecke gezüchtete Beinwell-Sorte, von ihm werden die wirkstoffreichen oberirdischen Teile verwendet. Die Pflanze wird in Süddeutschland angebaut, pro Jahr sind zwei Ernten möglich, das daraus entstehende Produkt nennt sich Traumaplant®.

Verletzungen des Bewegungsapparates und die Wirksamkeit von Trauma-Beinwell

Eine medizinisch wirksame Substanz in Salbenform ist leicht zu transportieren und auch sehr leicht anzuwenden. Ein unschlagbarer Vorteil für einen Wirkstoff, der bei traumatischen Einwirkungen auf den Bewegungsapparat rasch helfen kann. Dazu kommt die entzündungshemmende, abschwellende und schmerzlindernde Wirkung. Wann immer Muskulatur überanstrengt oder verletzt ist, Gelenke gestaucht oder verrenkt sind, akute Muskel- oder Gelenkschmerzen auftreten, Muskeln hartnäckig verspannt sind, wenn bei Stürzen Schürfwunden entstehen oder wenn Schmerzen im Schulter-, Rücken- oder Nackenbereich auftreten - all das ist ein Fall für Trauma-Beinwell.

In einer Studie mit 203 Patienten nach einer Sprunggelenksdistorsion besserten sich Schmerzen, Schwellungen und Beweglichkeit nach der Behandlung mit Trauma-Beinwell-Salbe signifikant stärker als in der Vergleichsgruppe, in der eine niedriger dosierte Wirkstoffzubereitung zur Anwendung kam.

Bei Myalgien (Muskelschmerzen) wird die Beweglichkeit unter Trauma-Beinwell schneller wieder hergestellt, was bedeutet, dass erneute Verspannungen und Schmerzen weniger schnell auftreten. Dies gilt sogar für hartnäckige und oft chronifizierte Schmerzen und Verspannungen im Bereich von Schultern und Nacken. Bei 255 Patienten, die bei Myalgien physikalische Therapie bekamen, hat die zusätzliche Behandlung mit Beinwell die Behandlungserfolge signifikant verbessert.

Auch bei Schürfwunden ist Trauma-Beinwell hilfreich

Da bei den Präparaten mit dem Trauma-Beinwell nur die oberflächlichen Teile der Pflanze verwendet werden, ist die Salbe frei von leberschädlichen Pyrrolizidinalkaloiden und darf auch auf begleitende offene Schürfwunden aufgetragen werden, als einzige Schmerzsalbe überhaupt. In einer Doppelblindstudie mit 278 Patienten mit frischen Schürfwunden zeigten sich die gute Verträglichkeit des Wirkstoffes und die wundheilungsfördernden Eigenschaften. Die Patienten waren in zwei Gruppen aufgeteilt, eine erhielt eine Salbe mit zehnprozentigem Wirkstoff, die andere eine mit nur einprozentigem Wirkstoffanteil. Die Patienten aus der ersten Gruppe erfuhren eine um fast drei Tage verkürzte Abheilungszeit und konnten sich über eine deutlich schnellere Reduktion der Wundfläche freuen. Während sich bei ihnen nach zwei bis drei Tagen die Fläche um rund 40 Prozent pro Tag verkleinert hatte, lag der Wert bei der Gruppe mit dem niedrig dosierten Wirkstoff bei nur 29 Prozent pro Tag.

Nur Beinwell allein heilt noch nicht unbedingt

Beinwellsalben sind erwiesenermaßen sehr hilfreich in den Bereichen Entzündungshemmung, Abschwellung, Schmerzlinderung und Wundheilung. Das allein reicht allerdings nicht immer aus. Bei Verletzungen des Bewegungsapparates bleibt auch immer zu klären, ob das einwirkende Trauma Folgen im Bewegungsablauf hinterlassen hat. Jedwede Schonhaltung oder gar manifestierte Fehlhaltung sollte vermieden werden, professionelle Physiotherapeuten sind hierfür die richtigen Ansprechpartner. Diese können auch klären, ob zum Beispiel Haltungsfehler oder Muskeldysbalancen zu den hartnäckigen Verspannungen im Bereich von Schulter und Nacken führen, unter denen viele Menschen leiden. Selbst Spannungskopfschmerzen können, müssen aber nicht, über diesen Weg entstehen.

Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt oder Apotheker- nicht ersetzen kann.

Quellen: aerztezeitung.de, heilkraeuter.de, traumaplant.de, kytta.de

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