
- Muttermilch ist für Babys das Beste - Karin Martin
Ob eine Handpumpe oder eine elektrische Pumpe fürs Abpumpen von Muttermilch verwendet wird, ist oftmals Geschmackssache. „Für kurzzeitiges Abpumpen von Muttermilch sind Handpumpen in jedem Fall sehr gut geeignet“, erklärt Stillberaterin Julia Ruttner. „Um jedoch ganze Muttermilchmahlzeiten abzupumpen – und dieses mehrmals täglich – ist meist eine elektrische Milchpumpe komfortabler.“
Elektrische Milchpumpen
Gute elektrische Milchpumpen sind teuer (z.B. Ameda Elite, Medela Symphony ab ca. 1.000 bzw. 1.500 Euro), können mit einem Verordnungsschein vom Spital oder Arzt in Sanitätshäusern jedoch gegen einen Einsatz von rund 30 Euro ausgeborgt werden. Auch manche Apotheken bieten Leihgeräte für einen Mietpreis von etwa 2 Euro pro Tag an. Die entstandenen Kosten können bei der Krankenkasse zur teilweisen Rückerstattung eingereicht werden.
Doppelpumpset
Stillberaterinnen raten in der Regel zu einem Doppelpumpset: Denn erstens ist es effektiver, beide Brüste gleichzeitig abzupumpen; und zweitens regt es die Milchproduktion an. „Ich hatte zunächst eine ,normale’ elektrische Milchpumpe ausgeborgt, wo man den Druck mit dem Daumen regeln muss und wo der Motor furchtbar laut ist, was sicherlich zu den anfänglichen Problemen beigetragen hat“, schildert Melanie K. ihre Erfahrungen. „Auf Anraten der Stillberaterin habe ich dann auf eine elektrische Intervallmilchpumpe gewechselt, die viel geräuscharmer und individuell einstellbar ist. Auch das Doppelpumpset ließ ich mir verschreiben. Mit diesem System konnte ich von Anfang an besser.“
Kleine elektrische Milchpumpe
Für unterwegs gibt es auch kleine elektrische Pumpen (z.B. NUK ab ca. 40 Euro). Diese sind ideal für den kurzfristigen oder gelegentlichen Gebrauch, haben aber natürlich nicht so eine große Saugkraft, und auch ihre Lebenszeit ist begrenzt.
Ein goldener Mittelweg sind die Medela Swing oder die Aventis IQ Uno, die ab ca. 120 bzw. 150 Euro zu haben sind, und von Frauen gut bewertet werden.
Robuste Handpumpe
Wer über Monate regelmäßig unterwegs abpumpen möchte, ist auch mit der Anschaffung einer robusten Handpumpe gut bedient (etwa Isis von Avent, MAM Care ab ca. 50 Euro). Der Vorteil ist, dass sie relativ klein und leicht bei Reisen oder Unternehmungen mitzunehmen sind. Manchen Frauen ist die Handpumpe auch sympathischer als die elektrische, weil sie sich damit nicht so „verkabelt“ fühlen: „Bei meinem ersten Kind hatte ich eine elektrische Pumpe ausgeborgt, die ich damals ganz gut fand“, erzählt Bianca R., die nach Ablauf des Mutterschutzes gleich wieder Teilzeit zu arbeiten begann. „Jetzt beim zweiten Kind habe ich mir Isis von Avent gekauft, und die gefällt mir von der Handhabung her viel besser. Sie ist sanfter, aber trotzdem kann ich mit ihr ausreichend Milch abpumpen.“ Ein Nachteil ist, dass das Pumpen anstrengender ist als mit einer elektrischen Milchpumpe.
Grundregeln für das Aufbewahren von Muttermilch
Muttermilch ist ein optimaler Keimboden für Bakterien. Deshalb sollten Sie unbedingt auf Händewaschen vor dem Abpumpen, sterile Instrumente (Saugkopf, Schlauch, Fläschchen) und einen sorgsamen Umgang mit der wertvollen Milch achten. Als Grundregel fürs Aufbewahren der Milch gilt:
Bei Zimmertemperatur: 24 Stunden bei 15°C, 10 Stunden bei 19°C bis 22°C, 4 bis 6 Stunden bei 25°C.
Im Kühlschrank: 8 Tage bei 0°C bis 4°C.
Tiefgefroren: 2 Wochen im Eisfach des Kühlschranks und 4 Monate im Gefrierschrank (-18 bis -40° C).
Glas- oder Plastikfläschen
„Ein Plastikfläschchen eignet sich fürs Aufbewahren ebenso wie ein Glasfläschchen“, hebt Expertin Julia Ruttner hervor. „Auf Handtemperatur erwärmt kann die Milch unter fließendem Wasser, im Wasserbad oder im Flascherlwärmer werden. Auf keinen Fall gehört sie in die Mikrowelle. Denn Muttermilch enthält lebende Zellen und beim Erwärmen in der Mikrowelle werden wertvolle Inhaltsstoffe, wie etwa Immunglobuline, die vor Krankheiten schützen, zerstört.“
Einfrieren von abgepumpter Muttermilch
Fürs Einfrieren werden auch spezielle Gefrierbeutel für Muttermilch angeboten. Grundsätzlich empfiehlt es sich immer kleine Portionen – 50 bis 120 ml – einzufrieren. Lassen Sie die Milch im Kühlschrank auftauen; oder lassen Sie zuerst kaltes und nach und nach wärmeres Wasser über die Milch fließen, bis sie warm ist.
Weiterführende Infos: Allgemeine Tipps zum Abpumpen von Muttermilch.
