
- Muttermilch ist für das Baby das Beste - privat
Bis vor wenigen Tagen hat Melanie ihren Sohn Sebastian gestillt. Jetzt sind ihre Brüste prall von der Muttermilch. Sie darf ihr Baby jedoch nicht anlegen. Wegen einer mehrwöchigen Kortisontherapie muss die junge Mutter stattdessen abpumpen, um die Milchproduktion in Gang zu halten. Melanie ist zum Heulen zumute. Zum einen entspricht es so gar nicht ihrem Konzept, dass sie ihren Kleinen jetzt vorübergehend mit Fertigmilch füttern muss. Zum anderen will das Abpumpen nicht funktionieren. Der Ertrag sind immer nur wenige Tropfen. Melanie macht sich ernsthaft Sorgen, bald keine Milch mehr produzieren zu können. Zum Glück stößt sie bei ihrer Suche nach Hilfe im Internet auf eine Stillberaterin, der sie ihr Problem schildern kann. Sie bekommt wertvolle Tipps, worauf beim Abpumpen zu achten ist … und wird motiviert. Und siehe da, die Milch beginnt zu fließen!
Warum Muttermilch abpumpen?
Die Gründe, warum Frauen Muttermilch abpumpen müssen oder wollen, können unterschiedlicher nicht sein: Zu den medizinischen Indikationen zählen - abgesehen von einer vorübergehenden Medikamenten-Behandlung der Mutter – unter anderem eine verminderte Milchbildung, Probleme mit den Brustwarzen, sowie eine Trinkschwäche bei Frühgeborenen oder bei Babys mit organischen Erkrankungen. Besonderen Respekt verdienen jene Mütter, die monatelang abpumpen, um ihr Baby mit wertvoller Muttermilch zu versorgen – ohne dass sie die gewissen „Bequemlichkeit“, die das Stillen mit sich bringt (Nahrung für’s Baby immer und überall), nutzen können.
Wertvolle Muttermilch im Fläschchen
Auf der anderen Seite können auch Frauen, bei denen das Stillen problemlos funktioniert, von einer Milchpumpe großen Nutzen ziehen. Wenn Mama’s Milch auf Vorrat liegt, spricht z.B. nichts dagegen, dass sie mal abends ausgeht – Papa, Oma oder Babysitter versorgen den Spross, wenn er hungrig wird, mit dem Fläschchen mit Muttermilch. Selbiges gilt, wenn die Frau wieder ihrem Beruf nachgeht, ihrem Baby aber deshalb die wertvolle Muttermilch nicht vorenthalten möchte. Auch für die ersten Breimahlzeiten pumpen manche Frauen Muttermilch ab, es empfiehlt sich dies insbesondere bei Allergien in der Familie.
Tipps zum Abpumpen von Muttermilch
- Aller Anfang ist schwer. Das gilt auch für das Milchabpumpen. Es kann Panik auslösen, wenn frau bei ihren ersten Bemühungen, Milch abzupumpen, kaum Milch erhält… Doch keine Angst: Die meisten Probleme beim Entleeren der Brust ergeben sich nicht aus einer geringen Milchproduktion, sondern aus dem Ausbleiben des Milchspendereflexes. Stillberaterinnen kennen hier eine Reihe von Tricks, die dabei helfen, den Milchausschuss zu erleichtern. Stillberaterin Julia Ruttner fasst sie für uns zusammen:
- Vor dem Abpumpen ist es hilfreich, warme Umschläge oder ein warmes Kirschkernkissen auf die Brüste zu legen und diese zu massieren.
- Schaffen Sie sich eine angenehme, kuschelige Umgebung. Sie sollten möglichst nicht durch Handyläuten oder anderen Lärm gestört werden.
- Denken Sie während des Abpumpens an Ihr Baby, legen Sie es neben sich bzw. sehen Sie sich ein Foto von ihm an.
- Steigern Sie die Pumpfrequenz und Zeit langsam. Achten Sie darauf, dass Sie die richtige Größe des Pumptrichters für Ihre Brustwarzen haben. Das Abpumpen sollte nicht weh tun!
- Gönnen Sie sich während des Abpumpens Pausen, in denen Sie die Brüste nochmals massieren. Bzw. wenn sie mit einer Einhandpumpe an einer Brust arbeiten, ist es auch möglich, gleichzeitig die andere Brust zu massieren.
Wie oft Muttermilch abpumpen?
Um zum Beispiel ein früh- oder neugeborenes Babys ausschließlich von abgepumpter Muttermilch zu ernähren, ist ein 8-12maliges Pumpen an einem Tag erforderlich, also: alle zwei bis drei Stunden und zumindest einmal während der Nacht. Wenn sich die Milchproduktion nach den ersten Wochen stabilisiert hat, reicht in der Regel sechs Mal Abpumpen pro Tag aus; bei berufstätigen Müttern mit einer normalen Arbeitszeit zwei bis drei Mal. „Die Nachfrage bestimmt beim Stillen das Angebot!“ hebt die Stillberaterin Ruttner, selbst Mutter von sieben Kindern, hervor. „Will heißen: Wenn die Milchproduktion nachlässt, sollte wieder häufiger gestillt oder gepumpt werden.“ Wie lange das Abpumpen dauert, hängt unter anderem von der Milchpumpe ab.
