Jedes Jahr wird am zweiten Sonntag im Mai allen Müttern für ihre aufopferungsvolle Arbeit, für ihren 24-Stunden-Job gedankt. Sie sind es, die Leben schenken, Leben behüten und die als gute Seele die Familie immer zusammenhalten.
Geschichtliche Hintergründe
Schon Mitte des 19. Jh. versuchte die Frauenrechtlerin Ann Maria Reeves Jarvis eine Mütterbewegung zu gründen. Ihrer Idee folgte die amerikanische Schriftstellerin Julia Ward Howe, die ihre Initiative mit den Schlagwörtern Frieden und Mutterschaft untermauerte, denn ihrer Meinung nach sollte keine Mutter mehr ihren im Krieg gefallenen Sohn betrauern müssen.
Nach dem Tod ihrer Mutter versuchte Anna Maria Jarvis die Bestrebungen ihrer Mutter weiter zu fortzuführen. Und so organisierte sie 1907 zu Ehren aller Mütter einen Gottesdienst. Auch im Jahr darauf setzte sie sich mit einem Gottesdienst durch, an dem alle verstorbenen Mütter ihrer Gemeinde mit weißen Nelken geehrt wurden. Mit viel Engagement setzte sie sich auch bei der Regierung für die nationale Einführung des Muttertages ein. Sieben Jahre später war dann der zweite Sonntag im Mai offiziell als Muttertag anerkannt.
Internationaler Muttertag
Mit der Gründung der Mother's Day International Association begann die internationale Verbreitung des Muttertags. Zehn Jahre später wurde er offizieller Feiertag in der Schweiz, wiederum ein Jahr später in Finnland und Norwegen. Im Jahre 1923 wurde dann in Deutschland der Muttertag eingeführt.
Ehrentag für Mütter in Deutschland
In Deutschland hat sich der Muttertag mittlerweile fest etabliert. Besonders für die Blumengeschäfte ist der Tag sehr lukrativ. Gesetzlich verankert ist der Muttertag nicht. Doch als Termin wurde der zweite Sonntag im Mai festgelegt.
An Geld wird an diesem Tag nicht gespart um die gute Seele der Familie mit Blumengrüßen zu überschütten. Aber auch andere ganz pfiffige Ideen haben Einzug im modernen Muttertag gehalten. Da gibt es schon mal ein Frühstück für Mama im Bett nach Vorbild eines exklusiven Hotels. Die kleinen Helden verwandeln sich zu Bäckern und Bäckerinnen um der Besten einen Lieblingskuchen, vielleicht in Herzform zu backen. Ein Überraschungsessen im Lieblingsrestaurant kann diesen Tag krönen. Und wer etwas ganz Besonderes organisieren will, dem mag ein Wellness- Wochenende für Mama als die ideale Lösung vorkommen. Dem Ideenreichtum ist auch hier kein Ende gesetzt. Doch warum nur an einem Tag im Jahr die Mütter ehren. Alle Ideen, die sich die Familienmitglieder für diesen speziellen Tag einfallen lassen, sind durchaus auch im Rest des Jahres praktikabel.
Ehrentag genießen oder Tränen vergießen
Auch in diesem Jahr ist der Muttertag nicht mehr weit entfernt. Doch werden alle Mütter diesen Tag so herzlich, glücklich und mit ihren Familien feiern können? Nach den sich häufenden Nachrichten über gefallene Soldaten im Afghanistaneinsatz mag daran keiner mehr so richtig glauben. Und auch die Lehren aus dem II. Weltkrieg scheinen in Vergessenheit geraten zu sein. Kurz danach hatte man sich vorgenommen, dass keine Mutter mehr um ihren Sohn weinen sollte, weil im Kampf gefallen ist. Das ist schon lange her und für viele Jahre konnten Mütter sich frei von dieser Sorge fühlen. Besonders in den letzten Monaten weinen wieder mehr Mütter um ihre Söhne. Und ein Ende dieser Tränen scheint nicht in Sicht. Wie wird für die vielen Mütter, deren Söhne an der Kriegsfront sind oder auch gefallen sind, in diesem Jahr der Muttertag aussehen?
Und hört man die unzähligen Stimmen in der Öffentlichkeit, so sollten auch die vielen weiblichen Befürworter dieses Einsatzes einmal mehr und gerade im Vorfeld des Muttertags über die Sinnhaftigkeit eines solch lebensgefährlichen Einsatzes nachdenken.
