
- Anja Brinkmann signiert ihr erstes Buch - Anja Brinkmann
Bereits über 3.000 verkaufte Kreationen für Fräuleins Alltag kann MyMaki-Erfinderin Anja Brinkmann verbuchen.
Accessoires mit niedlichen Illustrationen
Die meist weiblichen Kunden lieben das breite Sortiment an illustrierten Produkten wie Mousepads, Handy-Taschen oder Geldbörsen. Zudem entwirft die studierte Designerin mitunter Postkarten, Notizblöcke und Stempel. Die farbenfrohen Designs zieren weibliche Charaktere, die so hübsche Namen tragen wie „Fräulein Letterschming“ oder die an New York angelehnte „Miss Liber-T“. „Am liebsten arbeite ich dabei mit Naturmaterialien wie Wollfilz, Baumwolle und Papier. Zudem mag ich wegen der superleichten Verarbeitungsmöglichkeit Wachstuch, Plane oder Folien", erklärt die Shop-Inhaberin und fügt hinzu: "Die Motive, die ich aufnähe oder die zu Stickdateien, Webbändern oder Stoffen werden, zeichne ich alle selbst."
Von der Shop-Inhaberin zur Buch-Autorin
Anja Brinkmanns sonst vielseitig bestückter Shop startete 2010 allerdings nur mit wenigen Produkten. Das kreative Fräulein wollte aber keinesfalls ihr erfolgreiches „Schöppchen“ an die Nadel - sorry, an den Nagel hängen. Dafür liebt die Wahl-Münchnerin ihre Näharbeiten viel zu sehr. Vielmehr wurde ein Verlag auf die 33-Jährige aufmerksam. „Der Knaur-Verlag hatte erfolgreich ausländische Nähbucher wie 'Tilda', 'Lotta' und 'Amy Butler' in deutscher Sprache verlegt“, erzählt sie, „Nun suchten sie hierzulande Jemandem und stießen auf mich. Nach einem sehr netten und anregenden Gespräch mit der Lektorin arbeitete ich ein Konzept exemplarisch an einem Projekt aus. Dieses Probeprojekt gefiel ihnen so gut, dass ich den Vertrag bekam und das Buch genau so, wie ich es mir vorgestellt habe, realisiert wurde.“
Bis zum Frühjahr arbeitete Anja Brinkmann an ihrem ersten Kreativ-Buch, das kurz vor ihrem dreijährigen Shop-Jubiläum am 30. Mai 2010 erschien. In „Alles, was Fräulein so braucht“ werden anschaulich praktische, hübsche und ideal zu verschenkende Nähprojekte, wie Brillenetui, Haarschmuck, Schlüsselverstecker oder Tote-Bags erklärt. Damit jeder die vielseitigen Alltagsgegenstände nachnähen kann, sind die Anleitungen einfach und übersichtlich: „Ich mag keine Nähbücher, die ellenlange Anleitungstexte haben“, betont die im Erzgebirge und Ost-Berlin Aufgewachsene. „Deshalb habe ich viel illustrativ gelöst. Durch das Nähen habe ich vereinfachende Kniffe herausgefunden, die ich im Buch verrate.“
Anja Brinkmanns kreativer Werdegang
Das Buch ist sicher der aktuelle Höhepunkt in Anja Brinkmanns Schaffen. Aber Talent und Einfallsreichtum der jungen Frau, die ihre Kundinnen quirlig mit „Hallo Puppe“ begrüßt und ähnlich wie Pippi Langstrumpf macht, „was mir gefällt“, kommen nicht von ungefähr. Bereits seit ihrem sechsten Lebensjahr beschäftigt sie sich mit Stiften und Papier sowie mit Materialien wie Filz und Leder. „Meine Mutter war super darin, meinen Bruder und mich kreativ zu beschäftigen. Wir hatten einen großen mit Filz- und Lederresten vollgestopften Beutel. Daraus nähten wir Fingerpüppchen oder beklebten Lesezeichen“, erinnert sich die Grafik-Designerin. Weniger „Mamas virtuose Nähkünste“, die "aus selbstgefärbten Stoffen zauberhafte Faschingskostüme“ kreierte, als vielmehr das Zeichnen war zuerst Anjas Passion. Nach Leistungskurs Kunst, einem Umweg über das BWL-Studium, Kunstkursen und Praktika studierte sie ab 1999 Kommunikationsdesign und startete 2003 in einer Berliner Agentur. Dort nähte und bastelte sie Prototypen und kam auch wieder mit Filz - ihrem „Lieblingswerkstoff aus der Kindheit“ - in Berührung. „Einmal abgeschnitten, ist Filz sofort verarbeitbar und dabei so schön anzufassen“, erklärt die Diplomierte ihre Begeisterung für das Material.
Die Geschichte des DaWanda-Shops MyMaki
Als die „Berliner Pflanze“, wie die MyMaki-Erfinderin sich selbst nennt, vor einigen Jahren nach München zog, wollte sie auch dort in einer Agentur arbeiten. „Aber wir kamen nicht zusammen, die Agenturen und ich“, erklärt die Tochter zweier Lehrer. Das Nähen führte sie unterdes weiter. Nach ersten Filztaschen für ihren iPod und ihr Handy, bekamen auch Familie und Freunde passende Hüllen zu ihren Geräten. Die Resonanz war so groß, dass Anja Brinkmann den Wunsch hegte, diese auch zum Verkauf anzubieten. Als ihr Mann sie schließlich auf einen Artikel über DaWanda aufmerksam machte, war es um die Kreative geschehen. Unter ihrem Spitznamen, den ihr Mann ihr gab, eröffnete sie am 10. Juni 2007 ihren Shop. Zuerst war die Unternehmung nur als Nebenerwerb gedacht. Es gingen aber so viele Bestellungen ein, dass „mein DaWanda-Lädchen von da an meine Hauptberufung war“, blickt "Maki" zurück.
Die Zukunft von MyMaki
Trotz wieder rege gefülltem Shop kann Anja Brinkmann von ihren beliebten Ideen bisher noch nicht leben. „Ich kann meine Kosten decken. Aber wenn ich meinen Mann nicht hätte, könnte ich in einer Stadt wie München wohl nicht leben. Dafür sind Produktionsaufwand und Materialkosten zu hoch“, resümmiert sie. Deshalb ist es wichtig, dass der Unternehmerin ihr Einfallsreichtum nicht ausgeht. „Ich möchte meine bayrisch angehauchten Produkte ausbauen. Denn ich mag gern so pseudo-traditionelle G'schicht'n. Siebdrucken möchte ich auch wieder. Zudem könnte ich mir vorstellen, Kurse zu geben. Ich komme ja schließlich aus 'ner Lehrersippe.“
