Mythen und Legenden haben die Menschen schon immer in ihren Bann gezogen. Doch dies war noch nie so stark wie heute der Fall. Die Kinos locken ihre Zuschauer mit gut aussehenden, sensiblen und zärtlichen Vampiren.
Der Urvampir Vlad Dracul – Vorlage für Bram Stokers Roman „Dracula“
Viele Menschen glauben, dass die Figur des Vampirs mit Vlad Dracul identisch ist. Dieser rammte seinen Gegnern einen Pfahl ins Herz. Seinen Beinamen Dracul bekam Vlad durch seinen Vater, der Mitglied des Drachenordens war. Vlad Dracul diente als Vorlage für Bram Stokers Roman „Dracula“.
Der erste Vampir-Fall sorgte 1731/1732 für Furore. Er soll an einem Ort namens Medvegia stattgefunden haben. Das ist auch einer der wenigen Fälle, bei denen es zu Untersuchungen durch Professoren und die Kirche kam und das Ganze in eine Art Massenhysterie ausartete, die sich aber schnell wieder legte.
Vampire in der Kinogeschichte: Der erste Vampir-Film stammt von Friedrich Wilhelm (1922)
1922 schuf Friedrich Wilhelm Murnau den ersten Vampir-Film mit „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“. Damals hieß der Vampir Graf Orlock und versetzte die Zuschauer in Angst und Schrecken. Er wurde Nosferatu, der Untote, genannt. Verzerrte Schatten, Krallen und ein kahler Schädel blitzten in der Dunkelheit auf und ließen die Zuschauer in dem Glauben, dass Vampire ihre Opfer in der Nacht holten.
Vampir-Comeback mit „Twilight“, „Black Dagger“ und Co.
Ende des 20. Jahrhunderts feiern Vampire ein Comeback in Buch und Film. Noch nie wurden so viele Bücher wie „Twilight“, „Black Dagger“ („Die Bruderschaft der Vampire“) und „Engel der Verdammnis“ geschrieben, gelesen und verfilmt. Auch Foren im Internet beschäftigen sich mit Vampiren.
Mythen- und Legendenbildung rund um Vampire
Doch woher kommt diese Hysterie rund um Vampire? Eventuell von der Tatsache, dass der Mensch teils an Mythen und Legenden glauben will.
Vampire und Dämonen haben etwas Gefährliches an sich und besitzen übermenschliche Kräfte. Diese Wesen können sich von einem Ort zum anderen dematerialisieren, Gedanken lesen und ihre Opfer hypnotisieren. Ein Vampir ist ein blutrünstiges Monster, streift durch die Nacht und verführt junge Mädchen, um ihr Blut zu trinken. Jagen kann man ihn mit einem Kreuz und Knoblauch, er zerfällt bei Sonnenlicht zu Staub und hat keine Seele.
Der moderne Vampir à la Robert Pattison
Vampire sind dunkle, rätselhafte und gleichzeitig elegante und attraktive Männer. Ein Vampir ist der Fürst der Finsternis. Der klassische Vampir sieht bestenfalls ungefähr so aus wie Brad Pitt oder Tom Cruise im Film „Interview mit einem Vampir“ nach einem Roman von Anne Rice.
Und der moderne Vampir? Natürlich wie Robert Pattison aus „Twilight“. Mit seinem Wuschelhaar und seinen tiefgründigen Augen sieht Pattison ein wenig wie James Dean aus. Auch Vampire gehen mit der Zeit. Heute leuchten sie in der Sonne, trinken Tierblut, sind feinfühlig und verträumt.
Die neuen Vampire lassen die Kinokassen klingeln
Egal, wo man den Schauspielern Robert Pattison (alias Edward Cullen, der Vampir) und Kristin Steward (Bella, die liebende Freundin) begegnet, das Geschrei der Fans ist enorm. Die „Twilight“-Filme haben die unbekannten Akteure über Nacht zu Stars gemacht. Obwohl Robert Pattison eine Nebenrolle bei „Harry Potter“ gespielt hatte, ist er erst als Vampir richtig berühmt geworden.
Die Liebe zwischen Edward und Bella begeistert viele Fans, die sich auch gerne in einen charmanten Vampir verlieben würden. Die „Twilight“-Bücher von Stephenie Meyer sind fast genauso gefragt wie die Bücher von „Harry Potter“. Auch die Serien „Das Tagebuch eines Vampirs“ („Vampire Diaries“) und „True Blood“ haben bereits eine große Fangemeinschaft. Es sieht so aus, als würden die Vampire die Welt – zumindest im Kulturbereich – erobern.
