
- Mythos 2012 - Wilhelmine Wulff
Der Jahreswechsel naht und was für einer. 2012! Um diese Jahreszahl ranken sich viele Mythen und Prophezeiungen, die ihren Weg von der Esoterik in die Weltpresse fanden. Mit Hoffen, Bangen, Ängsten und Erwartungen schauen viele Menschen weltweit auf das neue Jahr. Aber was ist wirklich dran am Mythos 2012?
Die Maya-Forschung korrigiert sich
Die Bedeutung der Jahreszahl 2012 entstand vor allem durch die Aussage einiger Wissenschaftler, die sich mit dem Ende des Maya-Kalenders beschäftigen. Die Funktionsweise des 13-Monde-Kalenders der Maya ist entschlüsselt und bekannt. Aber wann beginnt er und wann endet er? Die Übertragung der Zeitangaben des Maya-Kalenders auf den christlichen Kalender stützte sich bisher hauptsächlich auf Dokumente der spanischen Kolonialherrschaft aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Und diese Angaben erwiesen sich nun als falsch. Dr. Andreas Fuls von der TU-Berlin entdeckte, daß der Maya-Kalender im Jahr 2220 und nicht wie bisher angenommen im Jahr 2 0 1 2 endet. Ein gewaltiger Rechenfehler um ganze 208 Jahre! Vielen Menschen ist bewußt, daß sie in den kommenden Jahren keine normale oder durchschnittliche Zeit erleben werden. Schwere Umbruchzeiten, vor allem im Finanzwesen und der Weltwirtschaft haben Astrologen bereits für die Jahre 2008-2015 vorausgesagt.
Zeitzyklen werden untersucht und erforscht
Wie kommt es zu Voraussagen und vor allem, wie entstehen solche Mißverständnisse und Fehler? Zeit wird heute vor allem in ihrer Quantität vermessen. Die Bedeutung von Zyklen, Zeiten in denen bestimmte Stimmungen herrschen, wird dagegen vernachlässigt. Zeitqualität bezieht sich immer auf Jahre. Die Qualität der Zeit wird seit Uhrzeiten von Völkern überall auf der Welt beobachtet und studiert. Durch das Studium von Zyklen der Vergangenheit erhoffte man sich Aussagen über Ereignisse in der Zukunft. Auf der Basis dieser Forschungen entstanden in vielen Kulturen anerkannte Wissenschaften, in denen die Gelehrten Zeit sowohl in ihrer Quantität als auch in ihrer Qualität erforschten und maßen. Auf diese Weise entstanden der berühmte Maya-Kalender, die westliche und die indisch-vedische Astrologie.
Fehlerquellen in der Zeitmessung
All diesen Systemen gemeinsam ist die Erkenntnis einer Wendezeit, die um das Jahr 2000 herum eintritt. Das Problem, sogar in der als korrekt und zuverlässig geltenden westlichen Zeitrechnung gibt es Ungenauigkeiten, die auf verschiedene Kalenderumstellungen im Lauf der Jahrhunderte zurückgehen. So hält sich bis heute das Gerücht, um die letzte Jahrtausendwende herum seien einfach ein paar Jahrzehnte hinzu addiert worden, um das Jubiläum eines Herrschers mit der Milleniumfeier zu verknüpfen. Zu Zeiten, in denen kaum ein Prozent der Menschen über Kenntnisse im Lesen und Schreiben verfügte, hatte die Mehrheit der Bevölkerung keinerlei Bezug zu aktuellen Jahreszahlen. Es wäre also möglich gewesen. Unklar ist auch, wann genau das Jahr Null, datiert auf Christi Geburt, nun tatsächlich stattfand. Somit bewegt sich die westliche Zeitmessung in einem meßbaren Zeitgerüst, das geprägt ist von den Jahreszeiten, vom Umlauf der Erde um die Sonne, von den Zyklen des Mondes und der Planeten des Sonnensystems. Aber es ist ein Zeitsystem, das heute zwar wesentlich genauer und inzwischen sogar präzise arbeitet, auf das man sich aber vor langer Zeit unter Herrschern, Päpsten und Wissenschaftlern geeinigt hat. Zu diesen Zeiten galt die Astrologie als die Königin der Wissenschaften und wurde an vielen europäischen Universitäten gelehrt. Astrologie und Astronomie waren nicht getrennt, sondern wurden gemeinsam studiert.
Astrologie forscht in der Vergangenheit für die Zukunft
Die Astrologie übernimmt damals wie heute, wenn auch inzwischen im wissenschaftlichen Abseits, das Studium der Zyklen und Zeitqualitäten. Dabei kombinieren Astrologen die Qualität von Planeten, die miteinander zu bestimmten Zeiten im Aspekt und in bestimmten Zeichen stehen. Sie schauen zurück in die Vergangenheit um zu erkennen, was unter ähnlichen Konstellationen zu früheren Zeiten passierte. Das sind für 2012 und danach die Jahre, in denen Uranus schon einmal im Zeichen Widder stand und Pluto im Zeichen Steinbock. Soweit möglich werden alle Zyklen, in denen Uranus und Pluto Aspekte bildeten zurückverfolgt und studiert. Dabei wurde festgestellt, daß sich schon zu früheren Zeiten große Veränderungen im Machtgefüge ereigneten, Revolutionen ausbrachen und einige Länder mehr als andere davon betroffen waren.
Die "lange Depression" ähnelt der großen Wirtschaftskrise
Besonderes Interesse findet dabei unter anderem ein Zeitfenster im 19. Jahrhundert, die "Lange Depression". Die Jahrzehnte zwischen 1850 und 1880 waren von einer schweren Wirtschaftskrise mit nur kurzen Erholungsphasen geprägt. Für die Jahre 2012 bis 2015 sind genau werdende Quadrate zwischen den Planeten Uranus im Widder und Pluto im Steinbock zu erwarten. Uranus im Widder bringt einen ungestüme, vorwärtsdrängende Energie, voller Ungeduld und Überraschungen. Pluto im Steinbock dagegen steht für umwälzende Veränderungen in Staatsgefügen, Politik, Kreditwesen und Wirtschaft. Alles strebt auf einen „Form verändernden“ Wirbel zu. Im Mittelpunkt dessen steht alles, was mit Schulden, Defiziten, Herabstufung und Zahlungsunfähigkeiten zu tun hat. Dabei kann die extreme Spannung zwischen beiden Planeten zu Revolutionen, aber auch zu Naturkatastrophen in Form von Tsunamis, Vulkanausbrüchen, Erdbeben und Überschwemmungen führen. Führende Politiker werden wegen ihrer Unfähigkeit, die Finanzen ihrer Länder angemessen zu verwalten und ihrer Bevölkerung Freiheiten und Möglichkeiten zur Verfügung zu stellen, gezwungen sein abzutreten.
Wasser wird knapp
Bis zum Jahre 2019 wird auch die Verfügbarkeit von sauberem Wasser (Chiron und Neptun im Zeichen Fische) ein weltweit wichtiges Thema werden. Rohstoffe und Bodenschätze werden heiß umkämpft sein. Uranus im Widder wird den Erfindungsreichtum und den Pioniergeist vor allem im Bereich alternativer Technologien beschleunigen. Die kosmische Qualität deutet gleichzeitig auf einen tiefgreifenden, weltweiten Bewußtseinswandel, auf Überwindung des weit verbreiteten Materialismus und des Raubbaus an der Natur. Kein Zweifel, das Jahr 2012 wird ein aufregendes und bedeutendes Jahr werden. Finale Endzeitstimmung ist jedoch fehl am Platz.
Weiterführende Informationen: astrodata, The Merriman Market Analyst
