Mythos Jim Morrison: Auch am 40. Todestag lebendig wie eh und je

Jim Morrison, Zeichnung eines unbekannten Prager S - Jürgen Schuschke
Jim Morrison, Zeichnung eines unbekannten Prager S - Jürgen Schuschke
Am 03. Juli 1971 starb Jim Morrison an einer Überdosis Heroin. Doch der Mythos um seine Person lebt weiter: in Filmen, der Musik und Verschwörungstheorien.

Er gilt immer noch als einer der bedeutendensten und charismatischsten Sänger in der Geschichte der Rockmusik: Jim Morrison, Dichter, Songwriter und Sänger der Kultband "The Doors". Er lebte den Rock'n'Roll in allen Facetten, seine poetischen Songtexte zeugen von einer Feinfühligkeit, die man dem "enfant terrible" der Rockmusik gar nicht zutraute. Vor 40 Jahren starb Jim Morrison an den Folgen seiner Drogensucht. Der Mythos um seine Person ist nicht jedoch nicht tot zu kriegen.

Ein Schlüsselerlebnis aus Jim Morrisons Jugend

James Douglas Morrison, geboren am 8. Dezember 1943 in Florida, war der älteste Sohn des Marine-Offiziers und späteren Vietman-Veterans George Morrison. Gemeinsam mit seinen beiden Geschwistern Anne und Andrew zog die Familie mehrfach um, weil der Vater oft versetzt wurde, und lebten in verschiedenen amerikanischen Bundesstaaten. Zu dieser Zeit entwickelte der spätere Frontmann der "Doors" ein Interesse für die Nordamerikanischen Völker, die später in seinen Gedichten und Songtexten immer wieder eine Rolle spielten. Als die Familie in New Mexico lebte, nutzte er die Chance mehr über den Lebensraum und die indianische Kultur herauszufinden. Ein Schlüsselerlebnis stellt ein tragischer Verkehrsunfall dar, den der vierjährige Morrison vom Wagen seiner Eltern aus beobachtete: Neben einem verunglückten Lastwagen lagen die Leichen von mehreren Hopi-Indianern. Während Morrisons Vater anhielt, um zu helfen, wanderten die Seelen der toten Indianer in Jim Morrisons Körper, wie er in einem Interview einmal erklärte. In dem Song "Peace Frog" aus dem Album "Morrison Hotel (1970)" verarbeitet er dieses Erlebnis erneut: "Indians scattered on dawn’s highway, bleeding Ghosts crowd the young child’s fragile, eggshell mind".

Eine Vorliebe für Literatur und Rockmusik

Jim Morrisons Eltern verfolgten eine strenge Erziehung, dennoch äußerte sich bei dem guten Schüler Jim ein Problemverhalten gegenüber seinen Lehrern und Mitschülern, weswegen seine Eltern ihn zu den strenggläubigen Großeltern in Florida schickten. Der Vater konnte keinen seiner Söhne überzeugen es ihm gleich zu tun und eine militärische Karriere einzuschlagen. Jim Morrison interessierte sich stattdessen für Literatur und Rockmusik. Seine Eltern versorgten ihn mit Büchern, wie Jack Kerouacs Kultbuch "Unterwegs", den Werken von Allen Ginsberg, James Joyce, Honoré de Balzac oder Friedrich Nietzsche. Im Alter von zwölf Jahren verfasste Morrison erste eigene Gedichte, in Arthur Rimbaud fand er sein großes Vorbild und einen "Gott" der Dichter.

Dagegen stieß seine Vorliebe für Rockmusik in seinem konservativen Elternhaus auf Verachtung. Als Jim Morrison 1965 während seines Studiums der vergleichenden Literaturwissenschaft in Los Angeles Ray Manzarek trifft, kommt eine Meilenstein der Rockgeschichte ins Rollen.

"The Doors": Jim Morrisons Aufstieg zum Rockidol

Gemeinsam mit John Densmore und Robby Krieger gründen sie die psychedelische Blues-Rockband "The Doors". Der Bandname ist von einem Gedicht William Blakes und dem Aufsatz von Aldous Huxley, "Die Pforten der Wahrnehmung" inspiriert. 1966 spielen, sie regelmäßig im "Whisky A Go Go-Club" auf dem Sunset Strip und bekommen ihren ersten Plattenvertrag. Das Debütalbum "The Doors" verschafft ihnen auf Anhieb den Durchbruch mit den Singles "Break on Through (To the other Side)" und "Light my Fire". Der charismatische Jim Morrison mit seiner erotischen Ausstrahlung wurde zu einem Rockidol, der alle Seiten des Rock'n'Roll lebte, auch die Schattenseiten. Sein Drogen- und Alkoholkonsum nahm mit der Zeit stetig zu. Dem Publikum präsentierte er sich als Rebell, er beschimpfte die Zuschauer und pöbelte. 1969 kam es zu einem Skandal in Florida, worauf Jim Morrison zu sechs Monaten Haft verurteilt wurde. Grund: Er habe seinen Penis entblößt. Der Sänger trat die Haftstrafe nie an, 2009 begnadigte ihn der Staat Florida posthum. Enge Freunde beschrieben Morrison hingegen ganz anders: Sensibel sei er, ein sanftmütiger Mann und Träumer – Eigenschaften, die sich in Jim Morrisons Gedichten widerspiegelten, wie in seinem Lyrikband "An American Prayer".

Zusammenbruch und Tod

Insgesamt sechs Studioalben veröffentlichten "The Doors" zusammen mit Jim Morrison. Doch nach drei Jahren gemeinsamen Tourens war der Sänger am Ende. 1970 erlitt er während eines Auftritts im "The Warehouse" in New Orleans einen Nervenzusammenbruch. Es war sein letztes Konzert. Im März 1971 zog er nach Paris zu seiner großen Liebe Pamela Courson, am 3. Juli des selben Jahres starb er an noch immer ungeklärter Ursache. Vermutet wird eine Blutung durch übermäßigen Heroin-Konsum, die zum Herzstillstand führte. Beigesetzt wurde er auf dem Pariser Friedhof Pére Lachaise, der heute zu einer Pilgerstätte geworden ist und noch täglich von Fans besucht wird.

Jim Morrison wurde nur 27 Jahre als und ist Mitglied im "Club 27", wie auch Janis Joplin, Jimi Hendrix und Kurt Cobain. Zahlreiche Rockmusiker, darunter Iggy Pop, Ian Curtis oder Eddie Vedder sehen ihn als Vorbild. In seiner Musik und den Herzen der Fans wird Jim Morrison ewig weiterleben.

Jim Morrisons Leben nach dem Tod

Verschwörungstheoretiker sind überzeugt, dass Morrison noch immer lebt. Als "Mr. Mojo" soll er in Afrika weilen. Oder auf den Seychellen. Rhonda Baron aus dem Bundesstaat North Virgina ist sich sogar sicher, dass der Geist des Musikers noch immer in seinem Jugendhaus in Arlington lebt, wo Baron heute wohnt. "Ich liege in meinem Bett und der Geist von ihm liegt auf dem Rücken neben mir. Er dreht sich dann um und schaut mich an. Er sieht aus wie Nebel. Ich kann durch ihn durchschauen", weiß sie zu berichten.

Es wird nicht die letzte Meldung dieser Art sein, denn Jim Morrison hat selbst unsterblich gemacht mit seiner Musik und seinen Gedichten. Vielleicht ist aber genau das in Morrisons Sinn: "Ich will ein riesiger, heller Komet sein, ein Meteor. Jeder bleibt stehen, zeigt nach oben und krächzt: "Da, was ist das?" Dann - schhhht - bin ich verschwunden und sie werden nie mehr so etwas wiedersehen… Aber ich werde ihnen nie mehr aus dem Kopf gehen – nie!"

Quellen:

Ingeborg Schober: Jim Morrison. Dtv, München 2001.

Jim Morrisons Geist taucht in Rhonda Barons Bett auf

Jutta Ladwig im letzten Schwedenurlaub, Jutta Ladwig

Jutta Ladwig - Hallo liebe Leser, mein Name ist Jutta Ladwig, bin 29 Jahre alt und komme aus der Nähe von Frankfurt am Main. Nachdem ich mein ...

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