
- Maya Kalender - Die große Zeitrechnung - Katharina Tonn
Über die Mayas existiert eine Vielzahl an Theorien, aber nur wenig fundiertes Wissen. Vor allem die wiederentdeckten Bauten, aber auch Masken, Bücher, Codices und Schriftzeichen oder der momentan besonders im Fokus stehende Kalender geben den Forschern und interessierten Laien Rätsel auf. Die Faszination, welche die Mayas auf die Menschen ausüben, liegt in ihrer Rätselhaftigkeit begründet. Stets dringen nur Bruchstücke der einst hoch entwickelten Maya-Kultur an die Oberfäche. Diese werfen dann meist mehr Fragen auf, als sie Erkenntnisse liefern. Es scheint, als wären die Zeugnisse dieser geheimnisvollen Kultur bis heute ein für die Wissenschaftler nicht völlig auflösbares Konstrukt. Eben darin besteht der Mythos.
Die beeindruckenden Leistungen der Mayas
Die Maya-Kultur wurde von den spanischen Eroberern zunächst verkannt, wird jedoch heute als sehr hochentwickelt angesehen. Leider vernichteten die Konquistadoren viele Errungenschaften der Mayas, womit vermutlich einiges an Wissen verloren ging.
Die Maya-Kultur ist ebenso alt wie die ägyptische. Ihre Wurzeln reichen zurück bis 3000 v. Chr. Es ist interessant, dass mehrere Hochkulturen der Geschichte, obwohl ohne Verbindung untereinander und auf verschiedenen Kontinenten ansässig, in etwa zeitgleich beeindruckende, parallele Entwicklungssprünge durchliefen. So ähneln sich die ägyptischen Pyramiden und die Mayatempel auf den ersten Blick deutlich, auch wenn sie unterschiedliche Funktionen erfüllten. Die Struktur der Tempel war sehr symbolisch. Die Anzahl der Stufen stimmte stets mit der Anzahl der Tage eines Jahres (365) überein oder sie symbolisierten die mystischen Unterwelten (9). Der Aufstieg wurde mit einer Bewusstseinserweiterung gleichgesetzt. Ein Tempel in Chichen Itza ist zudem so gebaut, dass zur Tag-undnachtgleiche durch den Sonneneinfall ein Schattenspiel erzeugt wird, welches den Eindruck erweckt, es bewege sich eine Schlange den Tempel hinab.
Es erscheint stets erstaunlich, dass es den Mayas ohne moderne Hilfsmittel gelang, ihre pyramidenartigen Tempel so hoch zu bauen oder den Lauf der Sterne zu deuten. Auch sind viele der über 800 überlieferten Schriftzeichen noch nicht gedeutet.
Man fand heraus, dass die Mayas sehr naturverbunden lebten. Sie verfügten über ausgeklügelte Ackerbau- und Bewässerungstechniken,die ihnen den Maisanbau erleichterten. Mit viel Ausdauer und Fleiß lernten die Mayas, die Zeichen ihrer Umwelt und insbesondere der Himmelskörper schriftlich festzuhalten und daraus Rückschlüsse sowohl auf Verbindungen zum menschlichen Leben im kleinen Kreis als auch zu historischen Ereignissen zu ziehen. Wie Ihnen eine derartig exakte Beobachtung der Sternen, auf der ihr herausragendes astronomisches Wissen beruht, ohne Teleskope gelang, ist ein weiteres Geheimnis. Mit einer beeindruckenden mathematischen Kompetenz errechneten die Maya schon damals die Länge von Tagen, Wochen, Monaten und Jahren und entwickelten auf diesem Wege ihren sagenumwogenen Kalender. Nach heutigen Erkenntnissen sind die Berechnungen auf den Bruchteil einer Sekunde genau, mindestens, denn exaktere Überprüfungen sind mit modernen Computern nicht möglich! Sogar die Dauer der Erdachsendrehung (26.000 Jahre) war den Mayas bekannt und wurde von ihnen für ihre Berechnungen verwendet. Eben diese geheimnisumwobenen Leistungen, aber auch die zumeist blutigen Mythen von Ballspielen mit Menschenopfern und Kriege ließen die Überreste der Mayastädte zu Touristenmagneten werden.
Das Ballspiel der Maya
Das Ballspiel hatte für die Mayas eine besondere, rituelle Bedeutung, war also wesentlich mehr als nur ein Spiel. (Rituelle Praktiken und Opferungen wurden oft auf astronomische Ereignisse wie die Tag- und Nachtgleiche im Frühjahr und Herbst gelegt). Die Mayas verehrten typischer Weise ein buntes Pantheon an Göttern, die hauptsächlich für Naturphänomene zuständig waren. Den Göttern wurden traditionell Opfer gebracht, häufig wurden Menschen enthauptet. Die Mayas waren alles andere als friedliebend. Sie führten viele Kriege untereinander, mitunter nur, um neue Opfer gefangen nehmen zu können. Die Götter wurden aber nicht nur mit Opfern besänftigt, sondern sie wurden auch um Rat befragt oder um Unterstützung gebeten.
Auch das Ballspiel hatte einen kämpferischen Charakter. Runde, in der Mitte offene Scheiben fungierten als Tore für die überaus harten Spielbälle. Die Spielfeldbegrenzungen hatten stets eine bestimmte Ausrichtung zur Sonne (Überhaupt bauten die Mayas ihre Gebäude stets nach Sternbildausrichtungen). Die Zuschauer konnten über das Spielfeldzentrum hinweg, parallel zu den Seitenwänden, stets den Punkt am Himmel sehen, an welchem die Sonne zur Wintersonnenwende steht. Ein Faktor, welcher ebenfalls eine zentrale Rolle hinsichtlich der Maya-Prophezeiungen spielt. Der rituelle Charakter des Spiels stand ohne Frage im Mittelpunkt. Das Siegerteam hatte die Ehre, sich nach dem Spiel den Göttern zu opfern. So zumindest wird es von einzelnen Nachfahren der Maya berichtet, die betonen, wie grundlegend die Vorstellung der Notwendigkeit von Menschenopfern an die Götter für die Maya war. Andere berichten, es sei eher üblich gewesen, die Verlierer zu opfern, dies passt jedoch nicht wirklich zur Verehrung der Götter der Mayas, denen man nicht die Schwächeren angeboten hätten, um sie nicht zu verärgern.
Die Zeitrechnung der Mayas
In der Vorstellung der Mayas gab es keinen Zufall. Sie gingen von einer universellen Struktur, einer Art göttlichem Plan, aus, der in einzelne Entwicklungszyklen unterteilt ist. Dies ist als Lernprozess zu verstehen, welcher eben jetzt seinen Wendepunkt erreicht und damit die Vollendung, zu der ein Wertewandel zu erwarten ist. Exakt das Ende der vollständigen Umrundung aller Kreisläufe des Mayakalenders stimmt mit diesem Zeitpunkt überein. Die sogenannte "lange Zeitrechnung" des Maya Kalenders endet am 21. Dezember 2012. Ein Fakt, der viele dazu veranlasst, keineswegs von Vollendung zu sprechen. Sie glauben stattdessen, dass die Maya für dieses Datum das Ende der Welt vorausgesagt haben. Auf diese Art sagten die Mayas auch ihr eigenes Ende voraus (Vgl. zur näheren Information: Carrasco: 2012 - Die große Zeitenwende, erschienen bei Knaur, 2009). Es ist allerdings nicht klar, warum der Zyklus des Kalenders an dieser Stelle nicht einfach eine neue Runde beginnen könnte. Die Mayas haben keinerlei Angaben zum Ende ihres Kalenders geäußert. Lediglich die Tatsache, dass aus mehreren anderen Kulturen und Epochen Vorhersagen stammen, die ausgerechnet für die Jahre vor 2012 eine Endzeit-Metaphorik entwarfen und mehrere voneinander unaabhängige Prophezeiungen existieren, dass die Welt exakt an diesem Tag untergehen, schwer aus den Fugen geraten oder sich vollständig verändern wird, regt manch einen zur Besorgnis an.
Quellen:
- Internetmagazin planet-wissen
- spiegel online
- mexiko-mexico
