
- In Fukushima versagte die Kühlung des Atommeilers - Kurt Michel / pixelio.de
Im Reaktor 3 des Kraftwerks Fukushima 1 in Japan vermutet man nach dem Erbeben vom 11. März 2011 wie im Reaktor 1 die Kernschmelze. Laut Spiegel-Online vom 13.03.11. enthalten die Brennelemente jenes Reaktors Plutonium. Seine Strahlung sei viel gefährlicher als die Strahlung von Uran und verursacht schwere Schäden in den Knochen und in der Leber. Nach den Unfällen in den Kraftwerken fürchten die Menschen die Folgen einer nicht sichtbaren Gefahr.
Zwei Wege der Bestrahlung
Der Mensch kann auf zwei Wegen radioaktiv bestrahlt werden: von außen (die Strahlung in der Luft - die radioaktive Teilchen setzen sich auf die Haut und die Kleidung) und von innen (durch die eingeatmete Luft und radioaktiv verseuchte Nahrung).
Wie wirkt sich die Strahlung auf den Menschen aus?
Die radioaktive Strahlung dringt in den Menschen tief hinein. Sie beschädigt die Zellen seines Körpers, oder zerstört sie ganz. Wenn die Strahlung gering ist, erholen sich meist die Zellen rasch. Manchmal aber schleichen sich in diesen Prozess Fehler ein und verursachen die Entstehung eines Tumors. Der Betroffene kann auch nach längerer Zeit erkranken. Die Symptome treten nicht selten nach vielen Jahren auf. Darüber hinaus kommt es vermutlich zur Übertragung auf den Nachwuchs. Da man bei den Tieren Erbschäden feststellte, gehen die Wissenschaftler davon aus, dass auch bei den Menschen die Nachkommen unter den Folgen der radioaktiven Strahlung leiden können.
Bei großen Dosen kommt der Körper mit der „Reparatur“ der beschädigten Zellen nicht nach. Die ganzen Organe werden von der Zerstörung betroffen und hören auf zu funktionieren. Die großen Mengen in kurzer Zeit beschädigen vor allem das Knochenmark und die Schleimhaut des Magens und der Gedärme. Schon nach wenigen Stunden treten in diesen Fällen die Symptome auf: Der Knochenmark verringert die Produktion jener Blutkörperchen, die vor Infektionen schützen. Daher sind die Bestrahlten extrem anfällig für die Ansteckungen.
Jod gegen Strahlen?
Bei den Unfällen in den Atommeilern kann auch das radioaktive Jod entweichen. Die menschliche Schilddrüse saugt es dann aus der Luft auf. Am anderen Wege gelangt das Jod durch die Nahrung in den Körper. Zur Vorbeugung verabreicht man die Jodtabletten, die aus einem nichtaktiven Jod bestehen. Sie werden jedoch nur dann wirksam, wenn der Mensch sich noch nicht radioaktiv „infiziert“ hat. Besonders gefährdet sind die Kinder. Bei den Erwachsenen über 40 Jahre besteht die Gefahr nicht mehr.
25 Jahre nach Tschernobyl
Vor 25 Jahren im April 1986 erschütterte die Welt die Katastrophe in Tschernobyl. Laut UNO beträgt die Zahl der Toten in Folge des Reaktorunfalls 4.000 Menschen. Wie viele von den Helfern und Bewohnern aber wirklich hohe Dosen abbekamen, weiß man nicht genau. Radioaktiv verseucht wurden damals große Teile von Europa, besonders Ukraine, Weißrussland und Russland. Auch Deutschland. Bis heute zahlt der Bund an Jäger und Jagdrechteinhaber für „übermäßig strahlenbelastetes Fleisch von Wildschweinen“ (2009 waren das insgesamt 424.650 Euro).
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