
- Stoppt Abholzung und Brandrodung! - Foto: G. Klämt
In der tropischen Klimazone paaren sich das ganze Jahr über sehr warme bis heiße Temperaturen mit relativ hohen Niederschlägen. Trocken- und Regenzeiten sind nicht sehr ausgeprägt. Die dichten üppigen Wälder, die hier wachsen sind darum immergrün und bilden die Lebensgrundlage für diverse Subflora in den schillerndsten Farben und Formen, die man sich vorstellen kann. Einzelbäume wachsen im ewigen Konkurrenzkampf um Licht bis zu über dreißig Meter hoch gen Himmel. Die letzten tropischen Regenwälder regulieren durch ihre Kohlenstoffbindung entscheidend das Weltklima und speichern große Mengen wertvollen Süßwassers.
Wo befinden sich die letzten artenreichen Tropischen Regenwälder?
Von Südamerika beginnend, ziehen sich die letzten tropischen Regenwälder wie ein erdumspannender Gürtel den Äquator entlang nach Afrika und weiter bis zu den indonesischen Inseln und nach Australien. Global gesehen, bedecken sie damit etwa noch sieben Prozent des Festlandes. Die Biodiversität in tropischen Regenwäldern ist eine der höchsten aller Ökosystemen der Welt. Sie beherbergen rund zehnmal so viele Arten an Flora und Fauna wie die Mischwälder der gemäßigten Klimazone.
Der Amazonas-Regenwald in Südamerika
Der größte zusammenhängende Tropenregenwald befindet sich im Einzugsgebiet des Amazonas zwischen den Anden an der Ostküste Südamerikas und dem Atlantischen Ozean im Westen. Von Ost nach West beträgt die Gebietsausdehnung 3.500 und von Nord nach Süd ganze 2.000 Kilometer. Seltene Spezies vom Jaguar bis zum Faultier können hier noch frei und wild existieren. Der Amazonas-Regenwald ist trotz offizieller und privater Schutzprogramme hochgefährdet. Wertvolle Tropenhölzer, wie etwa Palisander,Caixeta und Mahagoni fallen großflächig der kommerziellen Holzwirtschaft und der Papierherstellung zum Opfer. Daneben wird Regenwald in großem Umfang unkontrolliert für Palmölplantagen, Felder und Siedlungen zerstört.
Die Tropischen Regenwälder Afrikas
Die afrikanischen Regenwälder befinden oder befanden sich vor allem im Hochland Guineas, in Äquatorialguinea, Ghana, Kamerun, Zaire, Ruanda, Äthopien, Gabun, Angola, Malawi, Simbabwe, im Kongo, in der Zentralafrikanischen Republik, auf Madagaskar, Mauritius, den Seychellen und Komoren sowie anderen kleineren Inseln. Viele Regenwaldgebiete und Arten sind durch die weiträumige Ausweitung der Landwirtschaft und illegalen Handel, wie mit Elfenbein gefährdet. Wildpopulationen an Gorillas und Elefanten werden dadurch immer weiter zurückgedrängt. Schutzmaßnahmen zeigen nur wenig Wirkung. Bodenerosion macht Flächen rasch unfruchtbar und erfordert neue Brandrodungen – ein Teufelskreis ohne Ausweg?
Die Bergregenwälder Südostasiens und die Regenwälder Queenslands in Australien
Papua-Neuguineas Bergregenwälder sind höher gelegen und darum infolge der kühleren Temperaturen und verlangsamten Photosynthese empfindlicher als tropische Regenwälder der Tiefebenen. Auf der indonesischen Inselwelt sind große Teile Borneos und Sumatras landeinwärts mit ausgesprochen artenreichen Tropenwäldern bewachsen. 30.000 Pflanzen-, darunter 4.000 Baumarten sowie sechzehn Prozent der weltweiten Vogelarten kommen dort vor. Etwa einhundert Säuger, wie etwa die drei Meter große drachenähnliche Komodowaran-Echse oder der Sulawesi-Koala, sind endemisch, das heißt einzigartig nur in diesem Gebiet heimisch. Hinter dem Indischen Ozean entfaltet sich tropischer Regenwald auch in Australien. Diese 900.000 Hektar Dschungel im Bundesstaat Queensland wurden 1988 in die Liste des UNESCO-Weltnaturerbes eingetragen. Die Baumriesen mit ihren gigantischen Brettwurzeln und die riesige Artenvielfalt, der an die vierzig farbenfrohe Paradiesvogelarten angehören, stehen damit unter besonderem Naturschutz.
Die Bedrohungen sind so vielfältig, wie die Tropischen Regenwälder selbst
Die Gefahren für die Tropenwälder reichen von massivem Holzeinschlag bis zur rabiaten Abholzung, die keinen Baumriesen verschont. In den armen Entwicklungsländern wird Tropenholz verheizt oder zum Kochen verwendet. Ein Großteil des Holzes wird auch gehandelt. Andere Urwaldhabitate fallen der Rodung für Plantagen zum Opfer. Die Ernten gehen in großem Umfang in den Devisen bringenden Export. Bevölkerungswachstum, Besiedlung, Armut, Unwissenheit, Mangel an fruchtbaren Anbauflächen und Weiden sowie Bodenerosion und -austrocknung sind Ursachen für stetige Brandrodungen zwecks Neulandgewinnung. Dazu muss man wissen, dass der Boden unter tropischem Regenwald nährstoffarm ist, denn die Humusauflage ist nur flach und die Nährstoffe werden in der Biomasse und kaum im Boden gespeichert. Die rötliche Bodenfarbe zeigt Eisenoxide und Aluminium bis in tiefe Horizonte an. Infolge falscher Landbewirtschaftung, zunehmenden Störungen im Landschaftswasserhaushalt und Klimaveränderungen werden ganze Gebiete zu Einöden verwüstet. Im Fachjargon wird das als Desertifikation bezeichnet. Die Menschen ziehen als Umweltflüchtlinge weiter, roden wieder Urwald und beginnen das Drama von vorn.
Die tropischen Regenwälder werden auch bedroht, indem Bodenschätze, wie etwa Kupfer und Gold in ihnen abgebaut werden. Für die Goldgruben wird der über Jahrhunderte gewachsene Urwald unwiederbringlich platt gemacht. Unzählige Tiere und Pflanzen gehen an Vergiftungen durch Quecksilber, das zum Herauslösen des Goldes eingesetzt wird, zugrunde. Diverse Heilpflanzen werden durch den Raubbau für die westliche Pharmaindustrie vom Aussterben bedroht.
