
- Sturmtief Andrea fegt über Deutschland. - Ruth Weitz
Nachdem Deutschland im Winter 2010/2011 im Schneechaos versank, Blitzeis und Hochwasser die Menschen in Atem hielten, zeichnet sich der Winter 2011/2012 durch Regen und Sturmtiefs aus. Schon vor Weihnachten 2011 machten die Deutschen durch Sturmtief "Joachim" Bekanntschaft mit der Kraft des Windes. Am Dienstag, 3. Januar 2012, kam Sturmtief "Ulli", der eine Spur der Vewüstung hinterließ. Am Mittwoch, 4. Januar 2012, hatte sich "Ulli" weitgehend verzogen. Doch die Wetterprognosen kündigten an, dass am Donnerstag, 5. Januar, "Andrea" mit neuen Schauern, Gewittern und orkanartigen Böen zu erwarten sei. Insbesondere an der Küste, in Nordrhein-Westfalen (NRW) und im südlichen Baden-Württemberg warnte der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor den Auswirkungen des Sturms. In Köln traf man Vorbereitungen, um einem möglichen Hochwasser vorzubeugen.
Sturmtief „Andrea“ soll „Ulli“ noch übertreffen
Prophezeit wurde die Ankunft des Sturmtiefs „Andrea“ für die Nacht zum Donnerstag. Für weite Teile NRWs sagte der Deutsche Wetterdienst ab der zweiten Nachthälfte Sturmböen der Stärke 9 (um 85 Stundenkilometer), teils aber auch noch stärkeren Böen von bis zu 95 Stundenkilometer (Stärke 10) voraus. Wie die Wetterprognose zusammenfasste, sollte Andrea noch extensiver wüten als „Ulli“, der bereits große Schäden angerichtet hatte. Er sorgte für Stromausfälle, entwurzelte Bäume, fegte Ziegelvon den Dächern und brachte sogar Lastkraftwagen zum Umfallen. Polizei und Feuerwehr wurden von Ulli in Atem gehalten. Selbst Bahnreisende waren vor den Auswirkungen des Sturmtiefs nicht gefeit. Für 290 Fahrgäste war die Bahnfahrt in Ennepetal zu Ende. Sie mussten evakuiert werden, weil ein Baum auf die Schienen gestürzt war. In Herne war „Ulli“ der Grund für einen Arbeitsunfall, bei dem ein Mann schwer verletzt wurde. In Krefeld wurde am Dienstagabend die Vorstellung des russische Staatszirkus' anbgesagt, weil "Ulli" kräftig blies.
Bundesstraße 224 bis Donnerstagabend gesperrt
Die B224 bei Bottrop war bis Donnerstagabend nicht befahrbar. Dort waren eine Reihe Pappeln umgestürzt. Die Bundesstraße war wegen Baumschnittarbeiten in beiden Richtungen gesperrt. Aus Sicherheitsgründen wurden 150 Pappeln entlang der B224 gefällt, die durch Stürme gefährdet waren Dazu hatte sich der Grundstückseigentümer nach dem Durchfegen des Sturmtiefs „Ulli“ entschlossen. Ein Baumgutachter hatte festgestellt, dass die zum Teil 30 Meter hohen Bäume ein hohes Gefährdungspotenzial ausmachen, besonders, wenn Orkanböen wüten.
„Andrea“ fegte mit einer Kaltfront durch NRW
Das Orkantief „Andrea“ zog am Donnerstag mit einer Kaltfront durch NRW und wanderte in südliche Richtung weiter. Am Tag vor Dreikönig gab es Schauer, Gewitter und orkanartige Böen der Stärke 11 (um 110 km/h). Stark gefährdet durch die Windbraut "Andrea" waren folgende NRW-Regionen: Bergisches Land, Eifel, Haarstrang, Köln-Niederrheinische-Bucht, Niederrhein, nördliches Weserbergland, östliches Münsterland, östliches Ruhrgebiet, westliches Ruhrgebiet Regierungsbezirk Arnsberg, Regierungsbezirk Detmold, Regierungsbezirk Düsseldorf, Regierungsbezirk Köln, Regierungsbezirk Münster, Rhein-Sieg, Sauerland, südliches Weserbergland und westliches Münsterland, wo dann auch ein Regionalzug entgleiste.
Orkanböen an der Nordseeküste und im südlichen Baden-Württemberg
Besonders an der Nordseeküste und im Südwesten Deutschlands wurden vom DWD noch heftigere Stürme vorausgedagt. Hier prognostizierte der Deutsche Wetterdienst stark böigen, im Bergland stürmischen Südwestwind. In der Nacht und den ganzen Donnerstag über wurden schwere Sturmböen, im Bergland auch Orkanböen erwartet. Im Schwarzwald war es ergiebiger Dauerregen, der in den höheren Lagen in starken Schneefall mit Verwehungen überging. Wegen der Unwetterwarnungen wird der Bahntransfer zwischen Villingen und Rottweil am 5. Januar eingestellt und durch Busse ersetzt. Es kam zu erheblichen Verkehrsbehinderungen únd einem Unfall mit Todesfolge sowie zu Schulausfällen.
Am Donnerstagabend nahm der Orkan Andrea an Dynamik zu (Focus-News-Ticker zum "Orkan Andrea"), je weiter er nach Süden zog. In den Alpen und im Schwarzwald wurden Windstärken bis zu 176 Stundenkilometern gemessen. Eine Entspannung der Wetterlage soll es nur kurzfristig geben. In der zweiten Januarwoche muss laut DWD mit weiteren Stürmen gerechnet werden. Zwar ging dem Orkantief Andrea am Dreikönigstag die Puste aus, aber an Rhein und Mosel drohte Hochwassergefahr. Im Februar 2012 gab dann Väterchen Frost ein Stelldichein mit der Wetterfee. Knackig kalte Temperaturen prägten die ersten Tage des Februar.
Quellen:
- der westen.de
- rp online
- focus online
- Deutscher Wetterdienst
Linktipp: Infos über Schulausfälle
