Nachhaltigkeit gegen Hunger, Krankheit und Umweltzerstörung

Gehölze in der Landschaft halten Wasser zurück - Gundula Klämt, 2007
Gehölze in der Landschaft halten Wasser zurück - Gundula Klämt, 2007
„Lesen Sie!", warum Land- und Fischereiwirtschaft nachhaltig aufgestellt sein müssen, damit es uns und den Menschen der Zukunft gut geht.

Essen ist eines der essentiellen Grundbedürfnisse der Menschen. Krebs erzeugendes Dioxin in Eiern, Gammelfleisch-Skandale, Überfischung, Bodendegradation und Umweltzerstörungen lassen berechtigte Sorgen um Qualität und Menge unserer Nahrung aufkommen. Bio-Produkte sind genauso betroffen wie konventionelle Erzeugnisse.

Unsere Gesundheit wird skrupellos oder unwissend aufs Spiel gesetzt

Undurchsichtige Produktionsprozesse und Handelsketten, skrupellose Machenschaften, Bio-Piraterie und Profitgier sind Ursachen für lebensgefährdende Massenerkrankungen. Schadstoffbelastete Lebensmittel, Nährstoffmangel durch Übernutzung der Ressourcen, Missmanagement und krankheitserregende Umweltverschmutzung machen heute unser Leben und später das Leben unserer Kindeskinder zur Qual. Über ihre Regenerationsfähigkeit hinweg ausgebeutete Ressourcen wie Land, Süßwasser oder Fischbestände führen zwangsläufig zu Mangelernährung, Hunger, folglich zu Krankheiten und zu einem frühen Tod. Behördliche Kontrollen können, wenn überhaupt, nur stichprobenartig durchgeführt werden und bleiben somit lückenhaft.

Existenzen von europäischen Bauern und Fischern im Teufelskreis

Quotenregelungen wie etwa die Milch- oder die Fangquoten zur Mengenregulierung förderten im Falle der Milch die Überproduktion oder kamen im Falle der Fischerei zu spät. Letztendlich bedrohen diese Regelungen Existenzen von Fischern und von Milchbauern, deren Produktion erst subventioniert und jetzt, im Laufe der aktuellen europäischen Agrarreform, fallen gelassen wird. Arbeitslosigkeit bedeutet Armut und die wiederum grenzt die Lebensqualität stark ein. Andererseits schaden subventionierte Produktionsmengen über dem Nachfrageniveau unnütz der Umwelt und verhindern die Reproduktion der Ressourcen. Diese späten Erkenntnisse fordern nun ihre Bauernopfer.

Wasser - limitierender Umweltfaktor bei der Landbewirtschaftung

Die ungestoppte Abholzung der Regenwälder und die Degradation des gewonnen Landes durch falsche, an den Klimawandel unangepasste Anbaumethoden verschlimmern die Situation in den Ländern der dritten Welt. Die Klimazonen der Entwicklungsländer sind von den zunehmenden Trockenperioden im Zuge der globalen Erderwärmung besonders betroffen. Wasser ist der limitierende Faktor für Produktionsmengen. Wasser zehrende Bodennutzungssysteme enden zwangsläufig in der Landverödung. Weitere Regenwaldflächen, Savannen und Naturhabitate werden umgenutzt. Der Teufelskreis schließt sich. Der Landschaftswasserhaushalt reagiert mit immer geringerer Wasserspeicherfähigkeit.

Selbst in Trockengebieten Europas wie etwa im Schwarzerdegebiet des mitteldeutschen Harzvorlandes werden Wasser sparende Ackerbauvarianten wie etwa der pfluglose Pflanzenbau oder die Einzelkornsaat erprobt und zunehmend angewendet. Die Landschaftsgestaltung wird geplant und dabei werden Wasser- Retentionsmaßnahmen wie die Bepflanzung von Ackerrandstreifen, Aufforstungen und Ausweisungen von Schutzgebieten wie etwa Naturschutzgebiete, Biosphärenreservate oder Nationalparks einbezogen. Entwicklungshilfe setzt bei der Bildung an, denn Know-how ist die Grundlage nachhaltigen Wirtschaftens.

Die Grenzen des Wachstums bewirken Konkurrenzen

Das Wachstum hat natürliche Grenzen, quasi die Grenzen der Reproduktivität. Pflanzen können nicht unbegrenzt viel Biomasse aufbauen, die für alle Nutzungen von der Ernährung einer stetig zunehmenden Weltbevölkerung bis hin zu nachwachsenden Rohstoffen ausreichen. Lokale Konkurrenzen zwischen dem Devisen bringenden Anbau von Bio-Treibstoff-Ressourcen sowie Exportprodukten und dem unrentablen Anbau von Nahrungs- und Futtermittelpflanzen der indigenen Bevölkerungen gehen zu Lasten der Machtlosen und Ärmsten der Armen. Proteste, Aufstände, Unruhen und Kriege der heutigen Zeit drehen sich um Landnutzungsrechte, um Wasser, um Nahrungsmittelpreise, um die Nutzung vorhandener Biodiversität und ihren Schutz.

Think global, act lokal

Habgier, Egoismus, Korruption, Machtmissbrauch, illegaler Handel, Ausbeutung, Unwissenheit und Süchte jeglicher Form (Drogen-, Alkohol-, Ess-, Kaufsucht usw.) sind die großen Schwachstellen zuwider einer Welt mit nachhaltigen Lebensmitteln und Lebensquellen, die gerecht verteilt werden. Der Niederschlag von Hunger, Armut, Ungebildetheit und Umweltzerstörungen in Teilen Afrikas, Asiens und Lateinamerikas schwappt früher oder später nach Europa, den USA, Skandinavien und die übrige Welt. Globales, ganzheitliches Denken und Handeln im Sinne von Nachhaltigkeit ist gefordert, denn die Erde ist eins – heute und in Zukunft.

Gundula Klaemt - Liebe Leserinnen und Leser, als universitärer Master of Science (M.Sc., früher Dipl.-Ing.) in "Umweltschutz" interessieren ...

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