Nachhaltigkeit in Deutschland

Nachhaltigkeit - Stefan Dassler
Nachhaltigkeit - Stefan Dassler
Das Adjektiv "nachhaltig" meint allgemein "sich lange auswirkend" - beispielsweise einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.

Der deutsche Begriff Nachhaltigkeit stammt ursprünglich aus der Forstwirtschaft und wurde im 18. Jahrhundert von Hans Carl von Carlowitz geprägt. Es ging um die Idee, nur so viel Holz zu schlagen, wie nachwachsen kann. Nachhaltigkeit wird im modernen Begriffsverständnis als Übersetzung für den englischen Begriff „sustainable development“ (nachhaltige Entwicklung) verwendet.

Zum Begriff Nachhaltigkeit

Im Jahr 1987 wurde Nachhaltigkeit von der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung folgendermaßen definiert: „Nachhaltig ist eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden. Auch die nächsten Generationen sollen ihre eigenen Bedürfnisse befriedigen und ihren Lebensstil wählen können.“

Meinungen zum Thema Nachhaltigkeit

Die Meinungen über das neue Leitbild der Nachhaltigkeit sind bis heute vielfältig und bleiben vermutlich umstritten. Sinnvoll ist es, das Leitbild als eine regulative Idee zu verstehen, die wie ein Kompass in die richtige Richtung weist, ohne jedoch den Weg genau festlegen zu können.

Ziele der Nachhaltigkeit

Gleichrangige Ziele des Konzeptes der Nachhaltigkeit sind ökonomische Leistungsfähigkeit, ökologische Verträglichkeit und soziale Gerechtigkeit (Dreieck der Nachhaltigkeit).

  • Ökonomische Leistungsfähigkeit

Diese Dimension beinhaltet ein geändertes Verständnis von Wirtschaften. Man löst sich von traditionellen wirtschaftlichen Fortschritts- und Wachstumsmodellen und bezieht die dauerhafte Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen mit ein. Ziel ist die Befriedigung der Bedürfnisse bei gleichzeitiger Erhöhung des gesellschaftlichen Wohlstandes unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten.

  • Ökologische Verträglichkeit

Für diese Dimension ist beispielsweise als Grundregel formuliert, dass nicht mehr Ressourcen verbraucht werden als natürlicherweise nachwachsen. Die Menge der Emissionen darf auf Dauer nicht größer sein als die Menge, die durch natürliche Prozesse abgebaut werden kann. Das Zeitmaß menschlicher Eingriffe in die Umwelt muss in einem ausgewogenen Verhältnis zu der Zeit stehen, die die Umwelt benötigt, um darauf stabilisierend reagieren zu können. Gefahren und unvertretbare Risiken für den Menschen und die Umwelt sind zu vermeiden.

  • Soziale Gerechtigkeit

In dieser Dimension geht es um soziale Gerechtigkeit und zwar sowohl innerhalb einer Generation (intragenerationale Gerechtigkeit) als auch im Hinblick auf zukünftige Generationen (intergenerationale Gerechtigkeit). Soziale Ziele sind beispielsweise Wohlstand für alle, Frieden, individuelle Freiheit und Entfaltungsmöglichkeiten, soziale Sicherheit und Gewährung von Bildungs- und Ausbildungschancen.

Nachhaltigkeit ist ein übergeordneter Bezugspunkt, der ökonomische, ökologische und soziale Ziele im Interesse einer weltweiten, ethisch-moralischen, im Kern auf Gerechtigkeit angelegten Wertorientierung zusammenfasst. Nachhaltigkeit gilt als Schlüsselbegriff für eine sozial-ökologische Reform der Gesellschaft, die letztlich auf ein Umdenken in nahezu allen Lebensbereichen und auf globales Lernen und Handeln hinausläuft.

Projektvorschläge zum Thema Nachhaltigkeit

  • Die Bedeutung von Umweltbewusstsein als politisches Thema seit den 1970er Jahren.
  • Der aktuelle Diskussionsstand zum Thema Klimawandel.
  • Pro und Contra Nachhaltigkeit in deutschen Unternehmen.

Literatur

Grober, U.: Die Entdeckung der Nachhaltigkeit. Kulturgeschichte eines Begriffs. Kunstmann Verlag 2010. Fachbuch. 300 Seiten. Euro 19,90.

Stefan Dassler, Dipl.-Handelslehrer, Stefan Dassler

Stefan Dassler - Dipl.-Handelslehrer (Studium der Wirtschaftspädagogik mit Schwerpunkt Organisationspsychologie an der Universität ...

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