
- Bauernmarkt in Düsseldorf-Unterbilk - Wolfgang Reuter
Nachhaltigkeit ist ein facettenreicher Begriff. Es gibt viele Möglichkeiten einen nachhaltigen Lebensstil anzustreben. Zum Beispiel, indem wir Obst und Gemüse kaufen, das aus unserer Region stammt und wenn es Saison hat - erntereif ist.
Regionale und saisonale Lebensmittel punkten mit Frische und kurzen Transportwegen
Wir sind es gewohnt, dass der Handel ganzjährig ein breites Sortiment von Obst und Gemüse anbietet. Das ist durchaus angenehm. Häufig aber mit langen Transportwegen erkauft und entsprechend hohem Energieverbrauch sowie Schadstoffausstoß. Wenn die Produkte z.B. aus Süd-Europa einige Tage im LKW unterwegs sind, werden sie unreif geerntet, damit sie bei uns im reifen Zustand eintreffen. Das führt zu Einbußen beim Geschmack und Nährstoffgehalt.
Deshalb propagieren die Verbraucher-Organisationen den Grundsatz des saisonalen und regionalen Einkaufs von Obst und Gemüse. Diese Lebensmittel haben einen besonderen Wert - sie sind klimafreundlich und weisen Vorteile bei Frische und Qualität auf.
Das gilt auch für Fleisch und Wurst oder Eier, die in der näheren Umgebung produziert wurden.
Einkaufsmöglichkeiten für Obst und Gemüse
In vielen Städten gibt es Bauernmärkte, auf denen ausschließlich Erzeugnisse angeboten werden, die in der näheren Umgebung produziert wurden. Der Lebensmitteleinzelhandel geht zunehmend dazu über, bei entsprechender Ware den Hinweis aus der Region anzuführen. Achten Sie beim Einkauf auf die Kennzeichnung.
Auch im Winter gibt es ein reichhaltiges regionales Angebot: verschiedene Kohlsorten, die als Gemüse oder teilweise auch Salat (Weißkohl) verwendet werden können, Porree oder Wirsing, Feldsalat.
Saisonale und regionale Lebensmittel - die Vorteile
- Kurze Transportwege, dadurch geringer Energieverbrauch und Schadstoffausstoß
- Angeboten wird, was Saison hat und erntereif ist. Die Erzeugnisse weisen einen höheren Gehalt an Farb- und Geschmacksstoffen auf
- Frische: Es vergeht nur eine kurze Zeit, bis die geernteten Produkte in Ihrer Küche sind
- Das angebotene Fleisch und die Wurst stammen aus bäuerlicher Landwirtschaft - gute Beratung inklusive - und nicht aus anonymen Fleischfabriken.
Darf es Bio sein?
Wer will und kann sollte zudem zu Bio-Lebensmitteln greifen. In der Region und saisonal angebaut, wird das ein rundum nachhaltiger Lebensmitteleinkauf - Königsklasse.
Alles aus saisonaler und regionaler Produktion? Mittelwege sind gefragt
Wie fast überall im Leben, sind auch beim Prinzip des saisonalen und regionalen Einkaufs Kompromisse erforderlich. Bananen, Mangos oder Apfelsinen wachsen nun mal nicht bei uns. Auch nicht im Treibhaus. Einen Verzicht darauf, wird aber ernsthaft niemand fordern.
Was aber tabu sein sollte sind z.B. Erdbeeren zu Weihnachten oder Weintrauben zu Ostern. Da sollte einfach abgewartet werden bis die ihre Saison haben. Diese Früchte werden mit dem Flugzeug aus Chile, Südafrika und anderen weit entfernten Ländern gebracht. Die langen Strecken und der hohe Kerosinverbrauch sowie CO2-Ausstoß sind nicht akzeptabel und sollten zu einem eindeutigen Nein! von Verbraucherinnen und Verbrauchern führen.
Fazit: Nicht alles kann aus der Region kommen, aber alles was hier wächst, sollte nur zu seiner Zeit - Saison - verzehrt werden.
Was ist wann reif?
Verschiedene Organisationen bieten Saisonkalender an, die zeigen, welches Obst, Gemüse und welche Salate wann ihre Erntezeit haben.
