Nachfolgend wird der Begriff Zusatzqualifikation sowie deren Vorteile für Auszubildende genauer erklärt. Über zwei Drittel aller Schulabgänger beabsichtigen im Anschluss an ihre Schulzeit einen Beruf zu erlernen. Meist denken sie an eine „Lehre“ in einem der über 350 staatlich anerkannten Ausbildungsberufe, seltener an eine schulische Ausbildung oder an eine Ausbildung in einem Beamtenverhältnis.

Duale Ausbildung und Zusatzqualifikation

Mit dem Begriff staatlich anerkannter Ausbildungsberuf werden Ausbildungsgänge bezeichnet, die auf der Grundlage von § 25 Berufsbildungsgesetz (BBiG) bzw. § 25 Handwerksordnung (HwO) durch Ausbildungsordnungen bundeseinheitlich geregelt sind. Dabei stellt das Berufsbildungsgesetz auf Berufe ab, die in Gewerbebetrieben oder entsprechenden Einrichtungen der öffentlichen Verwaltung sowie der freien Berufe ausgeübt werden, also auf Facharbeiter- und Fachangestelltenberufe. Die Ausbildung in diesen Berufen erfolgt „dual“, das heißt an den Lernorten Betrieb und Berufsschule.

Wenn man nach der Schule eine duale Ausbildung beginnen möchte, besteht die Möglichkeit, dazu parallel eine Zusatzqualifikation – beispielsweise im Bereich Nachhaltigkeit/Umweltschutz - zu erwerben.

Diese zusätzlichen Qualifikationen werden beispielsweise auch im EDV-Bereich für viele Computerprogramme und Informationstechniken angeboten. In Kursen in der Berufsschule oder während eines Auslandsaufenthaltes können Fremdsprachenkenntnisse vertieft werden. Auszubildende in Handwerksberufen können zusätzlich betriebswirtschaftliche/ nachhaltigkeitsorientierte Kenntnisse erlangen und so schon während der Ausbildung einen Teil der Meisterprüfung absolvieren.

Welche Vorteile hat eine nachhaltigkeitsorientierte Zusatzqualifikation?

Zusatzqualifikationen richten sich an Auszubildende in einem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf im dualen System. Sie ergänzen die Ausbildung durch zusätzliche Inhalte, die nicht in der Ausbildungsordnung eines Berufes vorgeschrieben sind. Zudem finden sie während der Berufsausbildung statt oder beginnen meist unmittelbar nach Abschluss des Ausbildungsvertrages.

Sie weisen auch einen gewissen zeitlichen Mindestumfang auf (beispielsweise sind Tagesseminare keine Zusatzqualifikation) und werden vor allem von Ausbildungsbetrieben, Berufsschulen und den Industrie- und Handelskammern sowie den Handwerkskammern und deren Bildungszentren angeboten. Durch die Teilnahme an Zusatzqualifikationen kann man als Auszubildender sein Fachwissen und seine Fertigkeiten verbessern und sich dadurch schon in der Ausbildung spezialisieren.

  • Man verbessert seine Arbeitsmarktchancen und Qualifikationen – und zwar langfristig. Es ergibt sich ein Wissensvorsprung gegenüber anderen Auszubildenden im gleichen Ausbildungsberuf. Man eröffnet sich neue und interessante Arbeitsfelder durch sein nachhaltigkeitsorientiertes Spezialwissen. Man gilt als motiviert und leistungsbereit; denn nur solche Jugendliche erhalten eine Zusatzqualifikation.
  • Man spart Zeit, da man sich schon während der Ausbildung weiterqualifiziert und nicht erst danach. Eine Zusatzqualifikation bekommt man in vielen Fällen auf spätere Weiterbildungen angerechnet. Das ist eine gleichwertige Alternative zu anderen Weiterbildungsmöglichkeiten oder zu einem Studium.
  • Man verbessert seine Chancen auf einen beruflichen Aufstieg im eigenen Betrieb.Man erhält größere Entscheidungsbefugnisse und sichert sich bessere Übernahmechancen nach der Ausbildung. Zudem kann man seine Ausbildung nach eigenen Wünschen mitgestalten – über die Inhalte der Ausbildungsordnung hinaus.