
- v.r: Müller, Herrmann - Martina Böhnke
Das Thüringer Jagdrecht in ein ordnendes Licht zu setzen, war das Anliegen von Frank Herrmann und Wolfgang Müller. Beide Autoren haben das geltende Jagdrecht umfänglich kommentiert und das Resultat - die als Buch gebundenen Kommentierungen - der Bibliothek des Landgerichtes Meiningen in Südthüringen übergeben.
Dieses Geschenk des Geschäftsführers des Thüringer Landesjagdverbandes und des Suhler Juristen freute Martin Aulinger, den Präsidenten des Landgerichtes.
Orientierung für Richter in Sachen Jagdrecht
Viele Kollegen seien mit dieser „nicht alltäglichen Thematik“ überfordert gewesen. „Wir sind sehr dankbar dafür, damit die Jäger und Richter etwas Durchblick bekommen“. Denn es habe wirklich bisher immer eine „gewisse Orientierungslosigkeit geherrscht“, sagte Aulinger. Bisher habe der Präsident des Verwaltungsgerichtes, Friedrich-Wilhelm Gülsdorff als Jäger, langjähriger Prüfer auf diesem Gebiet und als Verantwortlicher für die Herausgabe der Thüringer Verwaltungsblätter, zwar als kompetenter Vertreter den Richtern sehr geholfen. Doch durch dieses Buch sei nun allen Kollegen ein wertvolles Nachschlage-Werk zugänglich geworden. Auch Raik Schneider, der verantwortliche Richter der Bibliothek und Bibliotheks-Chefin Jördis Wachter sind froh darüber. Denn es habe „rege Nachfrage auf diesem Gebiet gegeben“. Und noch froher sind die Beiden vor dem Hintergrund knapper werdenden Finanzen für diese öffentliche Bibliotheks-Einrichtung im Hause des Landgerichtes, weil es ein Geschenk ist.
EU-Richtlinien des Jagdrechtes finden Eingang in Kommentierungen
Wie Herrmann und Müller informierten, sei die Kommentierung des Jagdrechtes bitter notwendig geworden. Man habe die verschiedenen Richtlinien auf Bundes-Ebene und den immer größer werdenden Einfluss durch die EU-Länder endlich mal wieder sortieren müssen. „Wenn es schon das Ministerium nicht schafft ...“, so Geschäftsführer Herrmann. Mit diesen Blättern in Buchform sei allen, die mit Jagdrecht zu tun haben, eine Grundlage in die Hand gegeben. Dem Werk sind auch eine CD und eine Chronik des Thüringer Landesjagdverbandes, der im vergangenen Jahr 20 Jahre alt wurde, beigelegt.
Landesgeschäftsführer äußert Kritik an derzeitiger Jäger-Prüfungs-Praxis
Wie Herrmann betonte, stehe die Jäger-Prüfung derzeit nicht unbedingt unter einem guten Stern. Denn Privatschulen gewinnen Einfluss und ermöglichen Jungjägern in einem Crash-Kurs das sogenannte „Grüne Abitur“. Dies zu erwerben, habe früher weit mehr Zeit in Anspruch genommen. Es gebe, so Herrmann, kontroverse Auffassungen zum Umgang mit dem herrenlosen Wild. Naturschützer meinen, den Wald durch gnadenlose Bejagung retten zu können. „Aber die Natur ist eine Einheit und als solche ist auch die Jagdgesetzgebung zu sehen.“ Die Jagd sei „keine Schädlingsbekämpfung für den sterbenden Wald“. Diese Einstellung werde sich „rächen“, so Herrmann weiter. Aber die Probleme um Wald und Wild seien so alt wie das Jagdgesetz selbst.
Kommentierungen geben auch Hilfe zur Thematik der Waldgenossenschaften
In dem Buch finden sich auch Hinweise zu der schwierigen Angelegenheit der Waldgenossenschaften, die 1947 an sich aufgelöst wurden und nach der politischen Wende wieder in die Welt gesetzt wurden. Wie Raik Scheider sagte, sei dies im Grunde ein juristischer "Skandal".
