Nächster Halt, next stop: Mars

Mars - der nächste Schritt - NASA, ESA
Mars - der nächste Schritt - NASA, ESA
Über die Zukunft der bemannten Raumfahrt - im Vergleich: die Pläne verschiedener Nationen und Organisationen. Wohin und was bringt sie uns?

"Space - the final frontier" - "Der Weltraum, die letzte Grenze" heißt es in der legendären Fernsehserie "Star Trek". Um diese Grenze zu überschreiten, sind viele kleine Schritte zu gehen. Nachdem mit Juri Gagarin 1961 der erste Mensch im Weltall war, wurde mit der ersten Mondlandung 1969 ein weiterer Meilenstein in der menschlichen Raumfahrt genommen. Das allererste Mal stand ein Mensch auf einem anderen Himmelskörper. Zwölf Männer betraten bis 1972 den Mond, seitdem niemand mehr. Zu teuer waren die Mondreisen, zudem können Maschinen Forschungsmissionen effizienter erledigen.

Marslandung - Das Ziel im 21. Jahrhundert

Doch so ganz ruhig wurde es um den "Human Space Flight" und die Erforschung neuer Himmelskörper nie. Bereits 1946 definierte Wernher von Braun mit dem "Marsprojekt" erste Pläne zur Realisierung einer bemannten Marsmission. Die USA und die Sowjetunion nahmen diese Ideen auf und entwickelten sie weiter. Für die USA entwickelte von Braun weitere Pläne zur Erforschung des roten Planeten, in der Sowjetunion wurde das Projekt MPK von Mikhail Tikhonravov entworfen. In den nächsten Jahrzehnten wurden immer wieder neue Pläne gemacht, wie man Menschen zum Mars bringen könnte, bekanntlich aber keines davon realisiert.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts werden diese Pläne immer konkreter. Verschiedene Nationen haben mehr oder weniger konkrete Pläne, Menschen zum Mars zu schicken. Einen Menschen auf den Mars zu schicken, scheint ein Ziel des 21. Jahrhunderts zu sein. Doch leider ist dieses Vorhaben durch eine Vielzahl von Schwierigkeiten geprägt, die von Nation zu Nation unterschiedlich sind, wie im Folgenden gezeigt werden soll.

Die Pläne der NASA und der USA

Die NASA hat verschiedene Pläne zur weiteren bemannten Raumfahrt. Dabei sind sie stark von öffentlichen Geldern und politischen Visionen abhängig. US-Präsident Barack Obama erläuterte 2010 seine Pläne für die bemannte Raumfahrt. Demnach soll bis 2025 ein Raumfahrzeug entwickelt werden, mit dem die Menschen auf einem Asteroiden landen werden. In den 2030ern soll dann erstmals ein Mensch den Marsorbit erreichen und sicher wieder zurück zur Erde fliegen, erst danach sollen Menschen einen Fuß auf den roten Planeten setzen.

Problem bei diesen Plänen ist nicht nur die Finanzierung, sondern auch die aktuelle Situation der NASA. Nach der Einstellung des Space Shuttle-Programmes ist die NASA auf die russischen Sojus-Kapseln angewiesen, um eigene Astronauten zur ISS zu bringen. Es ist ungewiss, wann die NASA ein eigenes Fahrzeug wieder zur Verfügung hat, um ins All zu reisen. Sie ist hierbei absolut abhängig von der Entwicklung privater Anbieter. Da sich aber nun seit 60 Jahren die Pläne einer Marsmission nahezu regelmäßig ändern, ist auch dieses Vorhaben stark gefährdet.

Die Pläne Russlands

Russland hat ähnliche Pläne wie die USA, die aber zeitlich nicht realisierbar sind. Derzeit wird hier ein neues Raumschiff entwickelt, welches ab 2018 in Betrieb gehen soll. Damit sollen Reisen zur ISS, zum Mond und auch zum Mars, allerdings ohne Landung, möglich sein. Bis zu sechs Leute sollen in dem mehrfach verwendbaren PPTS-Raumschiff Platz haben. Für Mond- und Mars-Mission schrumpft die Zahl auf vier Kosmonauten.

Allerdings ist das Projekt, wie bereits erwähnt, unrealistisch. Derzeit existiert es nur auf dem Papier und steckt seit einem Jahr in der Prüfungsphase der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos. Auch Torsten Gemsa äußert in seinem Artikel über die russischen Raumfahrtpläne in der Zeitschrift "Sterne und Weltraum" ernsthafte Bedenken an dem Projekt. So schafft es Russland seit 15 Jahren nicht, die dringend benötigte Trägerrakete "Angara" zu bauen, welche allerdings nur einen Bruchteil von diesem Großprojekt kosten würde. Dennoch genießt das Space-Programm Russlands größte Priorität und wird daher wahrscheinlich umgesetzt werden, aber wahrscheinlich erst nach 2018. Finanzierungskonzept und Entwicklung sind einfach zu kurzfristig geplant. Durch den Absturz einer umbemannten russischen Versorgungskapsel im August 2011 dürften sich diese Pläne weiter verzögern.

Die Pläne der ESA und Europas

Die Europäische Weltraumorganisation ESA plant mit dem Langzeitprojekt "Aurora" ebenfalls Missionen zum Mars, wobei sie Roboter und Menschen zum Mars schicken wollen. Da hier die finanziellen Mittel noch geringer sind als bei NASA und Roskosmos, betont die ESA, auf internationale Zusammenarbeit zu bauen. Das Aurora-Programm soll dabei seinen Teil zur Erforschung des Mars beitragen.

Gefahren für den Menschen

Eine Reise in den Weltraum stellt an die menschliche Physiologie und Psychologie besondere Anforderungen. Eine Reise zum Mars birgt unbekannte Risiken, schon aufgrund der langen An- und Rückreise von jeweils sechs bis acht Monaten. Erhöhte Strahlenbelastung und mögliches Krebsrisiko werden als Folgeschäden vermutet. Auch die dauerhafte Schwerelosigkeit stellt ein enormes Problem dar, da sie zum Abbau von Muskeln führt. Eine mögliche Rotation zur Erzeugung einer künstlichen Schwerkraft durch Fliehkräfte wäre ein Möglichkeit, dieser Gefahr entgegenzugehen.

Über psychische Folgeschäden kann auch nur spekuliert werden. Mit dem Projekt "Mars-500" versucht man zu erforschen, wie es Menschen in absoluter Isolation mit kaum Beschäftigung über so einen langen Zeitraum geht, wobei auch der längere Aufenthalt von Menschen auf der ISS einige Anhaltspunkt geben kann.

Bemannte Marsmission - Sinnvoll oder nicht?

Eine bemannte Marsmission ist natürlich sehr prestigeträchtig. Diese stellt den Höhepunkt der technologischen Entwicklung der Menschheit dar und gibt der Nation, die es zuerst schafft, die Vormachtstellung in der Raumfahrt. Dennoch ist es nur ein sehr kleiner Schritt für die Menschheit. Die Erkundung anderer Sonnensysteme, vielleicht sogar die Besiedlung einer zweiten Erde, kann nur das langfristige Ziel der bemannten Raumfahrt sein. Denn sämtliche Himmelskörper in unserem Sonnensystem können Sonden und Roboter weitaus effizienter und günstiger erforschen als Menschen. Unsere Technologie ist aber gerade erst so weit, erdähnliche Exoplaneten zu entdecken. Die Reise zu einem ist in noch nicht realisierbarer Nähe. Dennoch sind kleine Zwischenstationen sehr wichtig, um die nötige Technologie für so eine Reise zu entwickeln.

Die nächste Station?

Wohin soll es auch nach dem Mars gehen? Keiner der Planeten nach Mars wäre begehbar für den Menschen. Wahrscheinlich werden Asteroiden und Monde anderer Planten die nächsten Schritte werden, sofern man Reisezeit und die damit verbunden Probleme verringern kann. Aber wer weiß: Vielleicht schaffen wir wirklich einmal den Sprung über unser Sonnensystem hinaus.

Quellen:

Daniela Haarmann - Ich studiere Geschichte im 8. Semester an der Universität Wien und schreibe derzeit meine Diplomarbeit, welche ich voraussichtlich im ...

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