Zu der Familie der Nachtschattengewächse gehören Kulturpflanzen, wie etwa Tomaten und Kartoffeln aber auch viele Heilpflanzen. Die meist in Südamerika vorkommenden Blütenpflanzen umfassen ungefähr 90 Gattungen. Sie wachsen meist aufrecht, teilweise kletternd und ihre Fasern sind krautig oder können in seltenen Fällen auch holzig sein. Neben den bekannten Nutzpflanzen gehören auch giftige Zierpflanzen zu den Nachtschattengewächsen, wie beispielsweise die Tollkirsche. Diese enthalten natürlich vorkommende, organische Verbindungen, die man auch Alcaloide nennt. Alcaloide sind chemisch heterogene Stoffe, die meist basisch und stickstoffhaltig sind und eine starke Wirkung auf den menschlichen Organismus haben. Charakteristische Merkmale der Nachtschattengewächse sind vor allem die fünfblättrigen Blüten mit verwachsenen Kelchblättern. Nachtschattengewächse bilden außerdem verschiedene Wurzeltypen aus. Zu den bekanntesten gehört die knollenförmige Wurzel, oder auch Kartoffel. Ein wichtiges morphologisches Merkmal zur Bestimmung und Klassifizierung der Pflanzen ist die Behaarung aus Trichomen. Das sind feinste Härchen die der Blüte als Schutz- und Drüsenhaare dienen. Viele Nachtschattengewächse werden vom Menschen als Nahrungsmittel genutzt und eignen sich daher hervorragend für den Anbau in Gewächshäusern.

Knollen für Jedermann-die Kartoffeln

Die Kartoffel (Solanum tuberosum) ist nach Getreide unser zweitwichtigstes Grundnahrungsmittel und aus den deutschen Küchen nicht mehr wegzudenken. Vor rund 500 Jahren hat sie den Weg aus den Anden nach Europa gefunden und ist seitdem auch ein wichtiges Produkt der deutschen Agrarwirtschaft. Kartoffelpflanzen sind sehr anpassungsfähig und stellen an Klima, Boden und Fruchtfolgestellung keine besonderen Ansprüche. Lediglich eine warme Frühjahrswitterung, ausreichende gleichmäßige Wasserversorgung während der Knollenbildungsphase und warme Tage bei kühlen Nächten in der Abreife sind nötig damit die Kartoffel gedeihen kann. Die ernährungsphysiologische Bedeutung der Kartoffel basiert auf ihrem Stärkegehalt, dem hochwertigen Eiweiß und dem beachtlichen Anteil an Vitamin C und Mineralstoffen, wie Calcium, Phosphor und Eisen. Eine mittelgroße Kartoffel hat nur rund 70 kcal und besteht zu 78 Prozent aus Wasser.

Die rote Biobombe-die Tomate

Die Tomate ist gerade wegen ihrer vielseitigen Verwendbarkeit und ihre attraktive Farbe sehr beliebt. Im pro Kopf-Verzehr liegt sie mit 19,5 kg weit vor allen anderen Gemüsesorten. Sie gilt als ausgesprochene Gesundheitsnahrung, da sie reich an Vitamin C, E und Karotin ist und viel Kalium enthält. 2-3 Tomaten pro Tag vermögen schon den Tagesbedarf an einigen Mineralstoffen zu decken. Neueste Forschungen belegen außerdem, dass die in Tomaten enthaltenen Fruchtsäuren und Farbstoffe im menschlichen Organismus Nitrat abfangen und dadurch Krebserkrankungen vorbeugen können. Außerdem stärken sie das Immunsystem, wirken Krebs vorbeugend und heben die Stimmung durch Tyramin. Weiterhin beleben die Gehirn, Nerven und den Zellstoffwechsel, kräftigen Herz und Kreislauf und vertreiben Müdigkeit. Der Geschmack einer Tomate ist nicht nur von der Sorte, sondern von vielen weiteren Kriterien abhängig: wenn alle Wachstumsfaktoren, wie Licht, Wärme, Wasser und Nährstoffe optimiert sind, gibt es bei gleicher Sorte nachweislich kaum geschmackliche oder qualitative Unterschiede zwischen Freiland- und Gewächshaustomaten.

Ein bunter Genuss-die Paprika

Paprika (Capsicum) ist eine der vielseitigsten bekannten Gemüsesorten. Sowohl bei der Farbe als auch bei der Zubereitung gibt es endlose Variationsmöglichkeiten. Außerdem ist sie ein multikulturelles Gemüse und somit in nahezu allen Küchen dieser Welt zuhause. Im Allgemeinen gilt die Paprika als äußerst gesund. Sie enthält zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe und ist gleichzeitig kalorienarm. Bei roten Früchten ist der Vitamin-C-Gehalt am höchsten und liegt bei ungefähr 400mg /100g Fruchtfleisch. Wie viele andere Nachtschattengewächse findet die Paprika ihren Ursprung in Südamerika, als Gemüsesorte hat sie in Deutschland erst nach dem zweiten Weltkrieg an Popularität gewonnen. Gastarbeiter aus dem Mittelmeerraum brachten das bunte Gemüse und zahlreiche Rezepte. Für ihre Kultivierung braucht die Paprika viel Licht und Wärme und wird in unseren Breitengraden daher meist in Gewächshäusern angebaut.

Quellen: Nachtschattengewächse