
- Himba Kinder - ©Dieter Schütz / pixelio.de
Im ersten Weltkrieg eroberten die unter der britischen Krone kämpfenden südafrikanischen Truppen das gesamte Land; Deutschland kapitulierte. 1919 wurde Südafrika zur Mandatsmacht erklärt. Deutsch verlor den Status der Amtssprache, 4.000 Deutsche verließen das Land. 1921 fand die erste Revolte statt. Eine kleine Namagruppe lehnte sich gegen die südafrikanische Regierung auf, wurde aber von den Streitkräften innerhalb kürzester Zeit geschlagen.
Bildung von Homelands
Im Zuge der aufkommenden Apartheid kam es zwischen 1964 und 1966 zur Bildung von Homelands für die Herero, Nama, Damara, San sowie für die Owambo. Homeland bedeutete, dass jeder Bevölkerungsgruppe ein festes Territorium zugewiesen wurde, das nicht dauerhaft verlassen werden durfte. Die schwarze Bevölkerung wurde zwangsweise umgesiedelt. In Windhoek entstand das Township Katutura.
Kampf um die Unabhängigkeit
Mit der Gründung der UNO begannen Versuche, Südafrika die Mandatsmacht zu entziehen und das Land in die Unabhängigkeit zu entlassen. Südafrika ignorierte diese Aufforderungen stets. 1966 entzogen die Vereinten Nationen das Mandat, die Resolution wurde jedoch nicht anerkannt. Südafrika weigerte sich immer noch, der UNO die Kontrolle über das Land zu übergeben.
Daraufhin wurde die marxistisch beeinflusste Befreiungsbewegung SWAPO (South-West African Peoples Organisation) gegründet. Unter der Führung Sam Nujomas, dem späteren Präsidenten des Landes, begann noch im gleichen Jahr der mit sowjetischer Bewaffnung geführte Befreiungskampf. Die SWAPO-Kämpfer hatten der mit Panzern und Kampfhubschraubern bewaffneten südafrikanischen Armee jedoch letztlich wenig entgegenzusetzen.
Am 12. Juli 1968 wurde der Name des Territoriums Südwestafrika vom UN-Sicherheitsrat zu Namibia geändert. Im Jahr 1977 verabschiedete die Regierung eine neue Verfassung, die die Apartheid-Politik in den Vordergrund rückte und den SWAPO-Einfluss in der Politik beschränkte. Daraufhin verstärkten die oppositionellen Gruppen den Guerillakrieg und errangen Kontrolle über die nördlichen Gebiete Namibias. 1978 wurde eine Resolution mit einem Friedensplan verabschiedet, woraufhin die ersten Wahlen durchgeführt wurden. Jedoch ging die konservative weiße Minderheit als Sieger hervor; die Wahlen waren manipuliert worden. Trotzdem die Regierung international nicht anerkannt wurde, übernahmen die Konservativen den Vorsitz.
1988 änderte Südafrika seine politische Haltung und erklärte sich dazu bereit, die Besatzung aufzugeben. UN-überwachte Wahlen fanden 1989 statt, die SWAPO gewann die Mehrheit im Parlament und Parteichef Sam Nujoma wurde zum Präsidenten gewählt. Kurz nach den ersten freien Wahlen zogen die letzten südafrikanischen Streitkräfte vollständig ab. Nun stand der neuen Verfassung nichts mehr im Weg: Am 21. März 1990 wurde Namibia unabhängig.
Das unabhängige Namibia
1996 hatte der wiedergewählte Nujoma die Vision einer Landreform, die allerdings nur langsam vorangetrieben werden konnte. In den späten 1990er Jahren unterstützte Namibia Präsident Laurent Kabila im Kongo mit militärischer Hilfe. Präsident Nujoma wurde 1999 nach einer Verfassungsänderung, die ihm eine dritte Amtszeit erlaubte, erneut wiedergewählt. Trotz aller Kritik hat Namibia Nujoma, der bis 2005 regierte, einiges zu verdanken. Denn er ist derjenige, der Namibia nach der Unabhängigkeit auf einen friedlichen, maßvollen und stabilen politischen Kurs gebracht hat, der dem Land ein stetes wirtschaftliches Wachstum ermöglichte.
Quellen:
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter Namibia-Info oder Namibia-Facts. Geos Reisecommunitiy bietet tolle Bilder.
