
- Süßwassergarnele Caridina CRYSTAL RED - Gerhard Ott
Nach einer bewährten aquaristischen Faustregel sollte ein Aquarianer mit einem Aquarium so groß wie möglich beginnen. Ein aktueller Trend in der Aquaristik sind jedoch Nano-Aquarien.
Was sind Nano-Aquarien?
Solche Nano-Aquarien fassen etwa 12 bis 35 Liter Wasser. Ihre Außenmaße betragen somit durchschnittlich weniger als 30 x 30 x 30 cm. Der Name leitet sich ab von dem griechischen Wort nanos [nános], Zwerg; ein Wortteil, welcher auch in Begriffen wie Nanotechnologie oder Nanometer auftaucht. Der Handel bietet Komplettsets mit Beleuchtung und Filterung an. Aber auch der Selbstbau solcher Schreibtisch-Aquarien ist leicht möglich. Durch das große Interesse an kleinen Süßwassergarnelen haben Zwergaquarien einen richtigen Aufschwung erlebt.
Ist ein Nano-Aquarium sach- und fachgerecht?
Können in solchen Behältern Fische und Pflanzen sach- und fachgerecht gepflegt werden? Grundsätzlich stimmt die Regel, dass ein Aquarium, je größer es ist, leichter gepflegt und stabil gehalten werden kann. Pflegefehler zum Beispiel durch übermäßige Fütterung nimmt ein Aquarium ab etwa 60 Liter Inhalt und deutlich mehr, je nach Besatzdichte, leichter hin, als deutlich kleinere Aquarien. Von Spezialisten und Züchtern wurden kleine Aquarien, die heute als Nano-Aquarien bezeichnet werden, schon immer verwendet.
Nachteile von Nano-Aquarien
Nano-Aquarien sind ein Modetrend. Die Zwergaquarien sind nur für einige kleine Fische, Wassertiere und entsprechende Pflanzen geeignet. Süßwassergarnelen wie beispielsweise Caridina oder Zwergbärblinge der Gattung Boraras in wenigen Exemplaren sind mögliche Bewohner. Die gestalterischen Möglichkeiten sind begrenzt; nur kleine Pflanzenarten können kultiviert werden. Die Wirkung eines kleinen Aquariums in einem großen Zimmer ist gering. Der Platz für die notwendige Technik ist beschränkt. Wasserwerte wie Temperatur sind in den kleinen Becken je nach Umgebung nicht immer stabil zu halten. Das gesamte biologische System ist aufgrund der geringen Größe labiler als in größeren Aquarien. Oft werden sie zum Wegwerfartikel und führen dazu, dass das Hobby Aquarium wieder aufgegeben wird, bevor es richtig angefangen hat. Das Bundesministerium für Ernährung Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat vor zehn Jahren ein Gutachten über die Anforderungen an die Haltung von Zierfischen heraus gegeben, die mindestens eingehalten werden sollen. Die Mindestanforderungen vom 30. Dezember 1998 sehen Aquarienmindestgrößen von 60 x 30 x 30 cm, also etwa 54 Liter Inhalt vor.
Vorteile der Nanoaquaristik
Die kleinen Becken brauchen wenig Platz. Sie kommen modernen Wohntrends entgegen. Die Kosten sind verhältnismäßig gering. Ihr Gewicht spielt bei der Aufstellung keine Rolle. Die Kleinaquarien sind leicht und komplett transportierbar. Auf Schreibtischen, Messen und Ausstellungen sind diese Becken eine attraktive Werbung für das Hobby Aquaristik. Für Fische mit sehr speziellen Ansprüchen an das Wasser, wie z. B. sogenanntes Schwarzwasser, das sehr weich (kalkarm) und sauer ist, kann die entsprechende Umwelt geboten werden. Kleine Labyrinthfische, die atmosphärische Luft atmen, eignen sich für solche Nano-Aquarien, da der Sauerstoffgehalt im Wasser einer untergeordnete Rolle spielt.
Kleinste Fische, die in größeren Aquarien nicht zur Geltung kämen, lassen sich in Nanoaquarien gut beobachten; ihre Nahrungsaufnahme kann besser kontrolliert werden.
Nano-Aquarien nicht für Anfänger
Die Kleinstaquarien können verantwortlich und sachgerecht eigentlich nur von erfahrenen Aquarianern dauerhaft erfolgreich betrieben werden. Nano-Aquarien sind für bestimmte Fische und andere Wasserlebewesen wie Garnelen geeignet, wenn der pflegende Aquarianer genügend Sorgfalt und Sachkenntnis einbringt. Erste Bücher zum Thema sind bereits erschienen.
