Naomi Campbell - Ein Supermodel mit Blutdiamanten

falscher Blender - © derateru/Pixelio.de
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Das britische Topmodel sagt im Blutdiamantenfall vor dem Sondertribunal für Sierra Leone gegen den ehemaligen Präsidenten von Liberia Charles Taylor aus.

Unter den Starmannequins der Welt zählt sie wohl zu den bekanntesten: Naomi Campbell. Das britische Fotomodel, welches gleichzeitig auch noch Schauspielerin und Sängerin ist, wurde im Mai 2010 40 Jahre alt, doch das Alter ist ihr bei Weitem nicht anzusehen.

Naomi Campbell: Prominent nicht nur durch die Modelkarriere

In den letzten Jahren schaffte es die schwarze Schönheit auch außerhalb ihrer Laufstegkampagnen in den Nachrichten präsent zu sein: Mehrmals wurde sie wegen Körperverletzung angeklagt, auch Beamtenbeleidigung wurde ihr vorgeworfen. Das Topmodel musste mehrere Monate gemeinnützige Arbeit leisten. Jetzt steht sie wieder vor Gericht - diesmal allerdings als Zeugin in einem sehr viel ernsteren Fall.

Ein schmutziges Geschenk

Campbell ist nicht nur durch ihren Modelberuf in der Öffentlichkeit bekannt. Oft setzte sie sich für wohltätige Zwecke ein. So spendete sie beispielsweise dem Red Cross Somalia Relief Fund die Einnahmen ihrer beiden publizierten Bücher, dem Fidel Castro Cuban Children Fund, UNESCO und dem Nelson Mandela Children Fund. Als prominente Spenderin wurde sie 1997 zu einem Benefizkonzert in Kapstadt (Südafrika) geladen, wo sie von Mandela empfangen wurde und den Ex-Präsidenten von Liberia, Charles Taylor, kennenlernte. Der ehemalige Regierungschef war von der schönen Frau sofort bezaubert.

Im September 1997 erhielt Campbell von Taylor unwissend ein großzügiges, wie furchtbares Geschenk: mehrere Rohdiamanten. Campell bezeichnete sie selbst vor dem Sondergerichtshof als "schmutzige Steine". Von wem die ungeschliffenen Diamanten stammten, will Campbell nicht interessiert haben. Es ist nicht sicher, ob tatsächlich Taylor die Diamanten schickte. Da eindeutige Beweise fehlen, wird Taylor zwar verdächtigt, kann aber nicht belastet werden. Naomi Campbell gab die Diamanten gleich am nächsten Morgen an den damaligen Chef eines Kinderwerks, Jeremy Radcliffe ab, der die Steine allerdings für sich behielt, ohne Campbell davon in Kenntnis zu setzen.

Fast 13 Jahre später wird die Geschichte wieder aufgerollt und es bleibt abzuwarten, wie die Verhandlungen für Charles Taylor ausgehen werden.

Blood Diamonds

Diamanten werden in Deutschland in jedem Juweliergeschäft angepriesen, aber wo sie herkommen, sieht man den funkelnden Steinen nicht an. Besonders Afrika ist eine wahre Brillantenquelle. Dort müssen die wertvollen Steine mühsam geschürft werden - und das meist illegal. Mit ihrem Verkauf werden Rebellentruppen finanziert und der Bürgerkrieg somit angeheizt und verlängert. Seit einigen Jahren geht die UNO dagegen vor, aber alles, was sie erreichen kann, ist, dass die Blutdiamanten nicht die Grenze Afrikas passieren. Dem Handel selbst ein Ende zu sezten, ist ein vergebliches Unterfangen.

Blutdiamanten und Blut an den Fingern: Charles Taylor

Nachdem der Ex-Präsident von Liberia, Samuel Kanyon Doe, 1990 hingerichtet worden war, herrschte in dem afrikanischen Staat für mehr als zehn Jahre Bürgerkrieg. Charles Taylor selbst war am Sturz der alten diktatorischen Regierung nicht unbeteiligt. 1997 wurde er dann Präsident in Liberia und blieb es bis zu seinem Rücktritt 2003. 2006 wurde Taylor wegen Kriegsverbrechen angeklagt, verhaftet und in Sierra Leone inhaftiert. Der ehemalige Präsident wurde in mehreren Punkten angeklagt. Unter anderem wird ihm der Handel mit Blutdiamanten und der dadurch finanzierte Waffenkauf, sowie der Einsatz von Kindersoldaten vorgeworfen. Seit 2007 läuft nun schon der Prozess gegen Taylor. Anfangs verweigerte er noch jegliche Aussage, mittlerweile streitet er jeden Vorwurf, der ihm zur Last gelegt wird, ab. In Den Haag (Niederlande) werden die Verhandlungen fortgeführt, auch das Model Naomi Campell wird dort aussagen müssen.

Aktueller Stand im Prozess "Blutdiamanten":

Jeremy Radcliffe, der ehemalige Chef des Kinderwerkes, welchem einst die Rohdiamanten übergeben worden waren und welcher diese für sich behielt, wird seinen Schatz nun herausrücken. Ihm drohen nach afrikanischem Gesetz zehn Jahre Haft für die rechtswidrige Verwahrung der Diamanten. Das Kinderwerk, für welches er arbeitete, ist eine Einrichtung von Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela. Naomi Campell wird vor dem Sondergerichtshof für Sierra Leone zu den Blutsteinen aussagen müssen. Ihr selbst droht keine Strafe, da sie nur Zeugin ist. Noch sind die Hintergründe zu verschleiert, die Geschichte zu undurchsichtig, als das ein rascher Ausgang der Verhandlungen absehbar wäre.

Bildnachweis: derateru / pixelio.de

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