NASA entdeckt in unserer Galaxie erdähnlichen Planeten

Entdeckte NASA endlich einen Zwillingsplaneten? - Rita Thielen  / pixelio.de
Entdeckte NASA endlich einen Zwillingsplaneten? - Rita Thielen / pixelio.de
Kepler-Weltraumteleskop erspäht den erdähnlichen Planeten "Kepler-22b". Der lässt die NASA jubeln: Erster Planet, auf dem Leben theoretisch möglich wäre.

Am Dienstag gab die US Raumfahrtsagentur NASA auf einer kalifornischen Konferenz, die Sichtung eines möglicherweise bewohnbaren Exoplaneten in unserer Galaxie bekannt. Der auf den Namen „Kepler-22b“ getaufte erdähnliche Planet sei ein „Meilenstein auf dem Weg zu einem Zwilling der Erde“ sagte Wissenschaftler Douglas Hudgins, der „Kepler“-Leiter.

Hunderte Lichtjahre entfernt: Exoplanet Kepler-22b

Kepler-22b befindet sich etwa 600 Lichtjahre von uns entfernt. Außerhalb unseres Sonnensystems, aber innerhalb unserer Galaxie. Es wird angenommen, dass in dieser etwa 50 Milliarden Planeten existieren. Davon sollen mindestens um die 500 Millionen bewohnbar sein. Diese sogenannten Exoplaneten (also Planeten außerhalb unseres Sonnensystems) sind aber meistens nur schwer zu sichten. Sie sind nur dann „sichtbar“, wenn sie zwischen dem Beobachter und dem Stern vorbeiziehen. Auch durch ihre Wirkung auf ihren Stern (ihre Sonne) kann auf ihre Existenz geschlossen werden: Durch ihre Gravitation bringen sie den Stern minimal zum Wackeln. Bei Kepler-22b hatte die NASA Glück. Das im März 2009 gestartete Kepler-Weltraum-Teleskop spürte den Planeten bereits am dritten Tag auf. Zusammen mit bisher insgesamt 2325 anderen Exoplaneten. Davon haben 207 die Größenordnung der Erde und 48 Planeten befinden sich in einer habitablen Zone. Dies bedeutet, dass sie weder zu weit noch zu nah um ihren Stern kreisen, um flüssiges Wasser zu ermöglichen. Dies ist eine Voraussetzung für Leben- zumindest so, wie wir es kennen. Kepler-22b ist der erste der 48 Exoplaneten, dessen Existenz durch Folgebeobachtungen definitiv bestätigt werden konnte.

Zweieinhalb mal größer als unsere Erde

Exoplanet Kepler-22b ist etwa 2,5-mal größer als die Erde und kreist um einen Stern, der etwas schwächer strahlt als unsere Sonne. Die Entfernung zwischen Planet und Stern beträgt cirka 15 Prozent weniger, als der Abstand zwischen Sonne und Erde. Deshalb umrundet Kepler-22b seinen Stern in nur 290 Tagen. Mit diesen sehr erdähnlichen Parametern wäre der Planet bewohnbar. Weitere wesentliche „Details“ wie Dichte, Beschaffenheit und die Existenz einer Atmosphäre, sind jedoch noch unbekannt. Exoplanet Kepler-22b könnte deshalb auch aus Gasen bestehen. Die Temperaturprognosen reichen jedenfalls, abhängig von der Zusammensetzung der Atmosphären, von angenehmen 22 Grad Celsius bis annehmbare minus 11 Grad.

„Goldilocks“ und die Fantasie der Weltraumforscher

Planetenjäger nennen sie „Goldilocks“. Der Name bezeichnet Planeten, die erdähnlich sind und um eine ähnliche Sonne kreisen. Der Begriff entstammt dem Namen eines Mädchens aus einem amerikanischen Märchen. Die Kleine wird im Wald von einer Bärenfamilie zum Essen eingeladen. Dabei ist das Mahl der Bären-Mutter zu kalt, jenes von Vater Bär zu warm, nur das von Baby-Bär ist angenehm temperiert. So bezieht sich „Goldilocks“ auch auf Planeten, die weder zu nah noch zu weit von ihrem Zentralgestirn entfernt ist. Jedenfalls regt Kepler-22b die Fantasien an: Die NASA zeigte das Werk eines ihrer Zeichner, auf welcher der entdeckte Himmelskörper ein wunderschöner grünlicher Planet mit Atmosphäre ist. Wissenschaftler Alan Boss jubelte jedenfalls: „Diese Entdeckung stützt die Überzeugung, dass wir in einem Universum leben, in dem es vor Leben wimmelt.“

Quellen: „Kurier“ und „Die Presse“ vom 07.12.2011

Focus Online und Spiegel Online

Homepage der NASA

Bildquellenangabe: Rita Thielen / pixelio.de

Csaba Lendjel, Mag. - Geboren im Jahr 1977 in Baden-Württemberg, Schule und Universitätsausbildung im Bereich Sprachen und Literatur. Derzeitige ...

rss