"Nashville Pussy" & "The Colts", Underground/Köln, 30.1.2012

Nashville Pussy Köln Underground 30.1.2012 - Wolfgang Weitzdörfer
Nashville Pussy Köln Underground 30.1.2012 - Wolfgang Weitzdörfer
Einen ordentlichen Tritt in den Allerwertesten bekamen die gut 250 Anwesenden im Kölner Underground von den Amis "Nashville Pussy" verpasst. Konzertbericht.

Rock'n'Roll in seiner schmutzigeren Form wurde am kalten Montagabend im gemütlichen Underground in Köln geboten. Aus dem fernen Georgia in den Vereinigten Staaten war das rotzige Quartett "Nashville Pussy" angereist. Einen weniger weiten Anreiseweg hatte die Vorband "The Colts" aus Olpe gehabt, die gegen 20 Uhr auf die Bretter steigen durfte und die Anwesenden für eine knappe Dreiviertelstunde auf den Headliner vorbereiten wollte.

"The Colts" aus Olpe - jugendlicher Enthusiasmus trifft auf harten Rock'n'Roll

Der Fünfer aus dem Sauerland legte mit jeder Menge Energie und Enthusiasmus gleich recht flott mit dem "Hardliner" los. Die Band wirkte sympathisch und machte Spaß, keine Frage, auch wenn ab und zu noch kleine Unsicherheiten im Gesamtsound auszumachen waren. Songs wie "Magic Woman", "The Devil Is Cheap" oder "Bomber Man" waren prima Futter für die rockhungrigen Anwesenden und stimmte bestens auf den headliner ein. Mit den Worten: "Wer den letzten Song jetzt nicht kennt, darf gleich nach Hause gehen..." kündigte Sänger Benni B. den Song einer Band an, die vermutlich einst die Initialzündung für die Bandgründung gewesen war: "Ace Of Spades" der unkaputtbaren "Motörhead". Es ist eindeutig kein Makel, wenn man konstatieren muss, dass der Klassiker der beste Song des kurzweiligen Sets war. "The Colts" stehen eben noch ganz am Anfang, man sollte den Fünfer jedoch im Auge behalten!

"Nashville Pussy" in Köln - wie viel Arschtritt kann man aushalten?

Eine halbe Stunde Umbaupause ist eigentlich ein wenig lang, doch als der Vierer aus den Südstaaten der USA dann gegen 21.15 Uhr auf die Bühne kommt, ist die Wartezeit schnell vergessen. "Say Something Nasty" gibt im Titel die Marschrichtung des Abends wunderbar vor. Denn das, was da auf den Brettern dargeboten wird, ist "nasty" im besten Wortsinne: dreckig, schmutzig, garstig und fies ist der Schweinerock, der da aus den Boxen schallt. Und Gitarristin Ruyter Suys (spricht sich Raider Saiß aus) verteilt mit ihrer Gibson SG-Gitarre akustische Arschtritte in der Familienpackung. Dem blonden Energiebündel bei der Arbeit zuzuschauen ist ein wahrer Augenschmaus und macht schlicht und einfach einen Riesenspaß!

Rotziger Rock'n'Roll mit Leck-mich-Attitüde - "Nashville Pussy" im Underground/Köln

Sänger und Gitarrist Blaine Cartwright sah mit seinem Bart aus wie ein Walross, entlockte seiner Gitarre jedoch ein rockiges Riff ums andere, aus seiner Kehle kam etwas, das man wohl als whiskeygegerbtes Knarzen beschreiben könnte. Seine Frau Ruyter Suys an der zweiten Gitarre schien hingegen ein Duracell-Häschen verschluckt zu haben. Anders kann sich ihr Energielevel kaum erklären lassen. Sie sprang ständig durch die Gegend, rannte auf der kleinen Bühne hin und her und beugte sich weit ins Publikum hinein, um es zu mehr Action anzufeuern. Dabei spielte sie fehlerlos und mit jeder Menge Herzblut, so dass Songs wie "She's Got The Drugs", "Speed Machine" oder "I'm So High" wie entfesselt präsentiert wurden und beim feierwütigen Publikum quasi offene Türen einrannten.

Finden Sie hier eine längere Bilderstrecke zum Konzert von "Nashville Pussy" in Köln.

Fazit: ein wirklich saucooler Abend - im wahrsten Wortsinne!

Bleibt als logisches Fazit am Ende eines wirklich schweißtreibenden Konzerts nur eines zu sagen: "Nashville Pussy" haben den Anwesenden einen wahrlich saucoolen Abend verschafft, der einen die kalten Temperaturen vergessen ließ und im Gegenteil dafür sorgte, dass man sich mental auf einem Barbecue im heißen Sommer Georgias wähnte, das von "Nashville Pussy" musikalische untermalt wird und bei dem das Bier noch am besten aus der eiskalten Flasche schmeckt...

Wolfgang Weitzdörfer, Fotostudio Sabine Winkler

Wolfgang Weitzdörfer - Werdegang Abitur 1996Ausbildung zum Heilerziehungspfleger 1998-2001Berufstätigkeit 2001-20082008 - 2011: Studium BA ...

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