Natalie Portman – 2011 wird IHR Kino-Jahr

Black Swan - Filmplakat - Fox
Black Swan - Filmplakat - Fox
In der ersten Jahreshälfte kommt die Schauspielerin gleich mit 5 Filmen ins Kino: "Black Swan", "Brothers", "Freundschaft Plus", "Thor" und "Your Highness".

Die am 9. Juni 1981 in Jerusalem, Israel geborene Natalie Hershlag hatte 1994 als Natalie Portman mit dem Film "Léon der Profi" ihren großen Durchbruch im Filmgeschäft. Damals war sie erst 13 Jahre alt. Viele weitere Filme kamen dazu – doch selten war die Bandbreite ihres Könnens so präsent wie in der ersten Hälfte des Kinojahres 2011.

"Black Swan" – Oscar-Kandidat vom "The Wrestler"-Regisseur

Am 20. Januar 2011 geht es für Natalie Portman los mit "Black Swan", dem Film, der in den USA bereits die Kritiker begeistert und bei Filmfestivals allerhand Preise abräumt. Schon jetzt wird der Film als einer der großen Gewinner der am 27. Februar stattfindenden Oscar-Verleihung angesehen. Bei den "Golden Globes" am 16. Januar 2011 bekam Portman den Preis für die beste Hauptrolle.

Portman spielt die Ballett-Tänzerin Nina, die mit dem Stück "Schwanensee" ihren großen Traum erfüllen möchte. Sie soll sowohl den weißen, als auch den schwarzen Schwan darstellen. Mit der zweiten, düsteren Hälfte hat Nina große Probleme, was bei der neuen Ballett-Kollegin Lily (Mila Kunis) nicht der Fall zu sein scheint. Als Nina Gefahr läuft, ihre Traumrolle zu verlieren, setzt sie alles in Bewegung, um die dunkle Seite in sich hervor zu rufen.

"Black Swan" sorgte in den letzten Monaten für viel Furore auf Filmfests und bei sämtlichen Kritikern. So wie der Schwanensee die große Rolle für Nina ist, scheint "Black Swan" die große Rolle für Natalie Portman zu sein. Mit Mila Kunis ("Max Payne", "Book of Eli"), Vincent Cassel ("Public Enemy No. 1", "Tödliche Versprechen") und Winona Ryder ("Durchgeknallt", "Reality Bites") an ihrer Seite wächst sie über sich hinaus und darf sich wohl schon jetzt über viele kommende Nominierungen und Preise freuen.

Regie bei "Black Swan" führte Darren Aronofsky ("Requiem For a Dream"), für den die Oscar-Verleihung, für die der Film hoch gehandelt wird, längst keine unbekannte mehr ist: Erst im Jahr 2009 schickte er "The Wrestler" ins Rennen, mit dem Mickey Rourke seine Rückkehr feiern und gleichzeitig die Leistung seines Lebens zeigen konnte.

"Brothers" – Remake einen dänischen Films

Nur eine Woche später, am 27. Januar 2011, sieht man Natalie Portman in "Brothers", dem Remake des dänischen ("Brothers – Zwischen Brüdern", OT: "Brødre") aus dem Jahr 2004.

Portman spielt Grace, die Frau des Soldaten Sam (Tobey Maguire), der zum wiederholten Mal in den Einsatz nach Afghanistan berufen wird. Grace und die beiden Töchter bleiben allein zurück. Als Sams Hubschrauber abgeschossen und er für tot erklärt wird, bricht für die junge Familie eine Welt zusammen. Erst als sich Sams Bruder Thommy (Jake Gyllenhaal), bisher eher als schwarzes Schaf und Ex-Knacki bekannt, um die Familie kümmert, scheint sich alles zum Guten zu wenden. Plötzlich jedoch taucht Sam lebend aus Gefangenschaft auf und sorgt mit Misstrauen und Feindseligkeiten für emotionale Zerrissenheit auf allen Seiten.

War Natalie Portman in "Black Swan" noch hin und hergerissen zwischen ihrer guten und ihrer bösen Seite, so steht sie in "Brothers" zwischen zwei Brüdern. Tobey Maguire ("Spider-Man") und Jake Gyllenhaal (Oscar-nominiert für "Brokeback Mountain") zeigen mit ihren sich stark verändernden Charakteren erneut, was sie schauspielerisch auf dem Kasten haben.

Mit Regisseur Jim Sheridan arbeitete Portman erneut mit einem Mann zusammen, der bereits Award-Erfahrungen gemacht hat: Sheridan heimste bereits drei Oscar-Nominierungen für die Filme "Mein linker Fuß" (1989), "Im Namen des Vaters" (1993) und "In America" (2002) ein.

"Brothers" wurde bereits für zwei Golden Globes nominiert. Sowohl "U2" für den besten Song als auch Maguire für die beste Hauptrolle in einem Drama dürfen sich berechtige Hoffnungen auf eine der Statuen machen, die am 16. Januar 2011 vergeben werden.

"Freundschaft Plus" – Liebeskomödie mit Ashton Kutcher

Drei Wochen nach "Brothers" startet mit "Freundschaft Plus" am 17. Februar 2011 ein ganz anderer Film mit Natalie Portman: Romantisch und mit viel Witz geht es zu in der Komödie von Ivan Reitman, der mit "Ghostbusters 1+2" bekannt wurde und zuletzt als Produzent für "Up in the Air" (2009) eine Oscar-Nominierung erhielt.

Natalie Portman spielt Emma Franklin, die nach einigen Jahren ihre Teenagerliebe Adam Kurtzman (Ashton Kutcher) wiedersieht. Man landet prompt im Bett, einigt sich aber darauf, dass man es bei einer Freundschaft belassen will. Oder besser gesagt: Einer Freundschaft mit gleichzeitiger Sex-Beziehung. Adam ist sehr angetan von Emmas Idee, muss aber schon bald erkennen, dass er sich doch deutlich mehr für Emma interessiert, als man es für eine Freundin tut.

Mit Ashton Kutcher ("Kiss & Kill", "Love Vegas"), Cary Elwes ("Robin Hood – Helden in Strumpfhosen") und Kevin Kline ("Ein Fisch namens Wanda") als weiteren Darstellern zeigt Portman ihr komödiantisches Talent. In der soliden Handlung ist das Voranschreiten der Geschichte zwar deutlich absehbar als in den beiden vorangegangenen Filmen des Portman-Jahres, aber dadurch nicht uninteressant. Mit den Comedy-Assen an ihrer Seite und -Veteran Ivan Reitman auf dem Regiestuhl eine gelungene Abwechslung von den tiefergehenden Themen in "Black Swan" und "Brothers".

"Thor" – Superhelden-Spektakel in 3D

Mit "Thor" kehrt Natalie Portman am 28. April 2011 zurück in alte fantastische Zeiten à la "Star Wars", mit dessen zweiter Trilogie ("Episode 1-3") sie den endgültigen Durchbruch schaffte.

Thor (Chris Hemsworth) ist ein mächtiger Donnergott im Königreich Asgard, wird aber auf die Erde strafversetzt, als er einen alten, ruhenden Krieg wieder anheizt. Auf der Erde verliebt sich Dr. Don Blakes, so Thors Erdenname, in Jane Foster, gespielt von Portman. Thor muss sich jedoch schon bald rüsten, denn sein Gegenspieler und Adoptivbruder Loki (Tom Hiddleston) macht sich bereit für einen Angriff auf die Erde.

Die Rolle, die Portman in "Thor" einnimmt, ist zwar eine deutlich kleinere als in den bisher besprochenen Filmen, aber keine unwesentliche: Als welticher Rückhalt für Thor ist sie das exakte Gegenstück zu den hauptsächlich männlichen Göttern (unter anderem Anthony Hopkins als Thor-Vater Odin), die für viel Action und Kampf sorgen.

Regie führte Multitalent Kenneth Branagh und damit erneut jemand mit Oscar-Erfahrung. Drei Nominierungen gehen bisher auf Branaghs Kappe: Als Regisseur und Darsteller des Films "Heinrich V." (1989), Regisseur für den Kurzfilm "Swan Song" (1992) und für das Skript zum Film "Hamlet" (1996). Beste Voraussetzungen also für Portman, dass sie in ihrem Superhelden-Debüt – und erstmals in 3D – voll zur Geltung kommt.

"Your Highness" – Historienklamauk für Erwachsene

Einen weiteren Ausflug ins Genre Komödie unternimmt Natalie Portman mit dem Historienklamauk "Your Highness". Der Film startet in den USA am 8. April 2011, für Deutschland steht ein Starttermin noch aus.

Die Zielgruppe von "Your Highness" ist überraschenderweise nicht die übliche bei Klamaukfilmen dieser Art, nämlich die Teenager. Stattdessen erhielt der Film ein "R-Rating", das bedeutet, dass in den USA Jugendliche unter 17 Jahren den Film nur in Begleitung eines Elternteils sehen dürfen. Für Furore sorgte daher bereits der offizielle Trailer, in dem allerhand Schimpfworte vorkommen und Portman in einem pseudo-mittelalterlichen Metall-String-Tanga zu sehen war. Für die entschärfte Version des Trailers wurde ihr flugs digital ein Höschen auf die Pobacken montiert.

Regisseur David Gordon Green machte sich im Jahr 2008 mit der Kifferkomödie "Ananas Express" einen Namen. Zwei der damaligen Darsteller, Danny McBride ("Die fast vergessene Welt") und James Franco ("127 Hours") spielen nun auch in "Your Highness" mit, in dem ein fauler Sack (McBride) seinem ritterlichen Bruder (Franco) helfen muss, dessen entführte Liebe Belladonna (Zooey Deschanel aus "(500) Days of Summer" und "Der Ja-Sager") zu retten. Natalie Portman spielt hierbei eine Kriegerin, in die sich McBrides Charakter verliebt.

Natalie Portman – Ihr abwechslungsreiches Filmjahr 2011

Noch vor Sichtung der Filme scheint insgesamt klar zu sein, dass 2011 DAS Kinojahr für Natalie Portman wird. In einem Blockbuster ("Thor"), von Kritikern geschätzten Filmen ("Black Swan", "Brothers"), einer Romanze ("Freundschaft Plus") und einem Klamauk ("Your Highness") ist sie zu sehen und zeigt, wie vielfältig ihr Schauspiel über die Jahre geworden ist. Man darf gespannt sein, wie die zweite Jahreshälfte ausfallen wird. Geplant ist unter anderem bereits "The Other Woman", in dem Portman eine Mutter spielt, deren neugeborene Tochter stirbt. Ein Film, der beschäftigen wird – wie die stetig wachsende Filmografie von Natalie Portman.

Mathias Wagner, Christine Wagner

Mathias Wagner - Ich bin seit dem 23. April 2010 Mitglied von Suite101 und weiß inzwischen die Möglichkeiten zu schätzen, die mir dieses ...

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