
- Braulio Carrillo Nationalpark - Ließ
Einer von Costa Ricas größten Nationalparks liegt nur 20 Kilometer nördlich von Costa Ricas Hauptstadt San José. Damit nicht allzu fern von Verkehrslärm, Staub und dem Habitat von über einem Viertel der Bevölkerung Costa Ricas liegt der Lebensraum von seltenen Urwaldbewohnern wie dem Göttervogel Quetzal.
Der Nationalpark Braulio Carrillo in Costa Rica
Der Nationalpark Braulio Carrillo wurde 1978 gegründet, um die reiche Natur vor dem fortschreitenden Aufbau der Infrastruktur, bezeichnend vor allem der Bau der Carretera zwischen San José und Limón, und der Abholzung des Waldes zu bewahren. Dichter Nebelwald überzieht weite Teile des Nationalparks, bewohnt von zahlreichen seltenen Nebelwaldbewohnern wie Jaguaren, Tapiren, Kapuziner- und Klammeraffen sowie Quetzalen. Im Norden reichen die tiefer gelegenen Regionen des Parks bis in karibische Klima- und Vegetationszonen.
Anfahrt zum Braulio Carrillo Nationalpark
Der Nationalpark Braulio Carrillo ist trotz seiner Nähe zu San José nicht so leicht zugänglich wie andere Parks in Costa Rica. Er ist nach wie vor verhältnismäßig wenig besucht und kommt ohne große Besucherzentren aus.
Der 47.699 Hektar große Park ist in zwei Sektoren unterteilt: Den Sektor Quebrada González und den Sektor Volcán Barva. Ersterer wird häufiger besucht, ist von mehreren gut markierten Wegen durchzogen und verfügt über eine Rancherstation mit Parkplatz und Toiletten. Am einfachsten erreicht man den Eingang per Mietwagen, Busse fahren nicht direkt hierher. Wer kein Auto zur Verfügung hat, kann einen der stündlich pendelnden Busse zwischen San José und Guápiles nutzen und dem Fahrer mitteilen, wo das Ziel ist.
Weniger frequentiert als Quebrada González ist der Sektor Volcán Barva, wo eine schöne Wanderung von vier bis fünf Stunden zum namensgebenden Vulkankrater unternommen werden kann. Vulkan Barva ist lange erloschen, ein kleiner Kratersee ist, was heute an seine feurigen Tage erinnert. Auch zum Eingang des Barvasektors gelangt man am besten per Mietwagen - unbedingt mit Vierradantrieb. Die letzte Ortschaft ist Sacramento. Busse auf der Strecke von Heredia nach Porrosattí (auch Paso Llano genannt) sind die letzte öffentliche Verkehrsverbindung, von dort bleiben fünf Kilometer Fußmarsch nach Sacramento und weitere drei zum Eingang des Nationalparks.
Tipps für Ausflüge zum Nationalpark Braulio Carrillo in Costa Rica
Aufgrund der nicht ganz leichten Erreichbarkeit der Rancherstationen, die auf dem Rückweg immer noch eine erhebliche Einplanung von Zeit erfordern, um wieder einen Bus nach San José zu erwischen, sollte man einen Ausflug möglichst früh am Tag starten und ausreichend zeitliche Puffer einplanen. Spanischkenntnisse sind auch ein klarer Vorteil, da man sich in abgelegenen, wenig bewohnten Gegenden aufhält, wo nicht jeder Englisch kann. Beides gilt vor allem für Wanderer in der Sektion Volcán Barva.
Idealerweise werden Wanderungen während der Trockenzeit zwischen Dezember und April unternommen. Auch dann aber gehören feste Schuhe und eine regenfeste Jacke mit ins Gepäck, denn die Höhenlagen des Nebelwaldes, in denen man sich bewegt, sind immerfeucht. Schlechte Sicht, kühle Luft und schlammige Wege sind auch im Sommer zu erwarten, in der Regenzeit allerdings kann man sich darauf verlassen, seine Schuhe stellenweise im Schlamm zu versenken.
Während der letzten Jahre häuften sich Berichte von Autodiebstählen in Parknähe und gar von Überfällen auf den Wanderwegen. Sicherer ist daher, die Wanderungen in Begleitung eines Guides oder Parkrangers zu unternehmen, alleine sollte man nicht im Park unterwegs sein.
Lesen Sie auch zu den Nationalparks Monteverde und Manuel Antonio.
Bücher zum Thema
- Stefan Loose Travel Handbuch Costa Rica und Südnicaragua, DuMont Reiseverlag 2008, Autorin: Julia Reichardt, ISBN 978-3770161584
- Central America on a shoestring, Lonely Planet 2007, Autor: Robert Reid u.a., ISBN 978-1741045963
