
- Das deutsche Eishockey trauert um Robert Dietrich - Milwaukee Hockey
Der Deutsche Eishockeybund und die gesamte Eishockeynation trauern um Nationalspieler Robert Dietrich (+ 25). Dietrich befand sich mit dem kompletten Kader seines neuen Vereins Lokomotive Jaroslawl aus der russischen Profiliga KHL an Bord einer Yak-42. Das Team war auf dem Weg zum ersten Spiel der KHL-Saison 2011/2012 nach Minsk gegen den dortigen HK Dinamo. Kurz nach dem Start vom Flughafen Tunoschna verlor die Maschine aus bisher unbekannten Gründen an Höhe, prallte gegen einen Funkmast und explodierte. Mindestens 43 Menschen kamen bei dem Flugzeugabsturz ums Leben, darunter das komplette Eishockeyteam von Lokomotive Jaroslawl, bis auf den Russen Alexander Galimov, der mit schwersten Verletzungen im Krankenhaus liegt. Außerdem verbleiben aus dem Kader von Lokomoitve Jaroslawl lediglich Daniil Jerdakow, Artur Amirow sowie Torwarttrainer Jorma Valtonen, die sich nicht mit auf die Reise nach Minsk begaben. Neben Dietrich sind weitere prominente Eishockeyspieler unter den Opfern, wie etwa der schwedische Keeper Stefan Liv, die tschechischen Weltmeister Jan Marek, Josef Vasicek und Karel Rachunek, der Weißrusse Ruslan Salei, der Lette Karlis Skrastins sowie der slowakische Nationalspieler Pavol Demitra. Auch der kanadische Coach von Lokomotive Jaroslawl Brad McCrimmon verlor am 07. September 2011 auf tragische Art und Weise sein Leben.
Robert Dietrich nahm in Russland den zweiten Anlauf zu einer großen Karriere
Robert Genrichowitsch Ditrich wurde am 25. Juli 1986 im kasachischen Ordschonikidse geboren und kam mit seinen Eltern als Kind nach Deutschland. Seine ersten Schritte auf dem Eis unternahm er als Fünfjähriger beim ESV Kaufbeuren. 2002 wechselte er zum Nachwuchsteam der Adler Mannheim, den sogenannten Jungadlern. Über die Stationen EC Peiting und ETC Crimmitschau wechselte Dietrich 2005 zu den Straubing Tigers und gab in jenem Jahr sein Debüt in der deutschen U20-Nationalmannschaft. Mit den Straubing Tigers stieg er in der Saison 2005/2006 in die DEL auf und wechselte zur neuen Saison zu den DEG Metro Stars. Vor der Saison 2008/2009 wagte Robert Dietrich den Schritt über den großen Teich und wechselte zu den Nashville Predators in die NHL. Allerdings kam er dort lediglich im Farmteam der Predators, den Milwaukee Admirals, zum Einsatz.
So kehrte Dietrich vor der Saison 2010/2011 nach Deutschland zu den Adler Mannheim zurück und spielte eine überragende DEL-Saison auf der Verteidigerposition. Nach der letzten DEL-Saison löste er jedoch seinen Vertrag mit den Adlern auf und wechselte zu Lokomotive Jaroslawl in die KHL. Die russische Profiliga gilt neben der NHL als zweitgrößte Eishockeyliga der Welt, und Ruhm, Anerkennung und Ehre warteten auf Robert Dietrich. Für die Deutsche Eishockeynationalmannschaft bestritt Dietrich insgesamt 38 Länderspiele und nahm dabei an drei Weltmeisterschaften (2007, 2010, 2011) teil.
Das deutsche Eishockey trauert um Nationalspieler Robert Dietrich
Die Eishockeywelt ist schockiert ob des tragischen Flugzeugabsturzes in Jaroslawl vom 07. September 2011 und auch das deutsche Eishockey zeigt sich bestürzt. DEB-Generalsekretär Franz Reindl erklärte am Abend des 07. September 2011 gegenüber Bild-Online: "Das ist eine tiefe Tragödie." Der Vizepräsident des Deutschen Eishockeybundes Manuel Hüttl sagte auf der offiziellen Homepage des DEB: "Ich kenne Robert von klein auf und spiele noch heute mit seinem Vater Eis- und Inlinehockey. Ich bin zutiefst erschüttert und voller Trauer. Das deutsche Eishockey verliert einen absoluten Sympathieträger, Vorzeigeathleten und großartigen Charakter." Der Geschäftsführer der DEL Gernot Tripcke ergänzte: "Wir sind entsetzt und fassungslos. In diesen schweren Stunden sind wir in Gedanken ganz bei seiner Familie und allen Angehörigen der Opfer des Flugzeugabsturzes."
Mit Robert Dietrich verliert das deutsche Eishockey einen großartigen Spieler, der auf dem Eis überzeugte und abseits des Plexiglases als ruhiger aber dennoch ehrgeiziger Vertreter seiner Zunft galt.
Erinnerungen an 1958 und die Flugzeugkatastrophe von Manchester United werden wach
Die Katastrophe von Jaroslawl erinnert in tragischer Art und Weise an den 06. Februar 1958 als in München ein Flugzeug nicht abhob und ungebremst erst in ein Wohnhaus, dann gegen einen Baum und letztendlich in eine Garage mit einem mit Benzin beladenen Tanklaster prallte. Das Fiasko endet in einer gewaltigen Explosion. An Bord war das Team von Manchester United, das auf dem Rückweg vom Europapokalspiel bei Roter Stern Belgrad war. Insgesamt befanden sich an jenem 06. Februar 1958 44 Passagiere an Bord der Airspeed Ambassador G-ALZU. 23 Menschen kamen bei der Tragödie ums Leben. Folgende Spieler von Manchester United waren unter den Todesopfern: Geoff Bent, Roger Byrne, Eddie Colman, Mark Jones, David Pregg, Tommy Taylor, Liam Whelan und Duncan Edwards. Überlebt haben der Trainer Matt Busby sowie die Spieler Johnny Berry, Jackie Blanchflower, Dennis Viollett, Ray Wood, Bobby Charlton, Bill Foulkes, Harry Gregg, Kenny Morgans und Albert Scanlon. Noch heute erinnert eine Gedenktafel am "Old Trafford" an die schreckliche Tragödie vom 06. Februar 1958.
