
- Nazis geistern auch durchs Net: alpen-donau.info - Terezin/stock.xchng
Sie schreiben in ihren Beiträgen Sätze wie "Integration ist Völkermord!" und fordern Freiheit für den wegen Wiederbetätigung verurteilten Gerd Honsik: Die "freiheitsliebenden" Nazis der Website alpen-donau.info. Jetzt wurde die Polizei aktiv.
Menschenverachtende Artikel
In den auf der Website zu findenden Artikeln findet man immer wieder Aussagen, welche den nationalsozialistischen Hintergrund der Macher offenbaren. So empfindet man es dort als Unrecht, dass Frauen ebenfalls das Recht zu wählen haben und sich politisch äußern dürfen, es ist immer wieder davon die Rede, dass die Anschläge gegen Roma in Ungarn eine gute Sache sind, der Holocaust ohnehin nicht stattgefunden hat und dass die Aufrufe ungarischer Nazis, Bücher zu verbrennen, auf dieser Website gutgeheißen werden, passt da ebenfalls hervorragend ins Bild. Das Bild wird dann noch dadurch abgerundet, dass andersdenkende Menschen immer wieder auf der Homepage bedroht werden, während die Hinterleute sich selbst, wenn ihnen (wie jetzt) ein etwas schärferer Wind ins Gesicht bläst, sofort als Opfer einer ungerechten "linken Jagdgesellschaft" sieht.
Über 300 Meldungen
Im Jahr 2010 sind bislang mehr als 550 Meldungen wegen rechtsextremer Internetinhalte eingegangen. Davon betrafen über 300 alleine die Internetseite alpen-donau.info. Über einige Umwege technischer Art versuchte man nun, an die Seitenbetreiber zu kommen und wähnte sich bereits auf der Zielgeraden.
Monatelange Ermittlungen
Die Polizeiaktion, der mehrere Monate dauernde Ermittlungen vorausgingen, fand in der vergangenen Woche statt. Bei 13 Hausdurchsuchungen wurden Computer und Handys beschlagnahmt. Federführend bei dieser Aktion war das Wiener Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT). Zu Verhaftungen ist es allerdings nicht gekommen. Die Website selbst ist ebenfalls noch immer online und die Macher verhöhnen die Polizei noch, indem sie die User mit juristischen und technischen Tipps, was den Umgang mit der Exekutive angeht, wohl gegen weitere Durchsuchungen wappnet.
Nazis legen Wert auf Geheimhaltung
Dabei richtet man auf der Seite der Rechtsradikalen sehr viel Augenmerk auf Geheimhaltung. So soll man die diversen Protokolle der Hausdurchsuchungen nur über ein verschlüsseltes Mailprogramm weiterleiten. Des Weiteren ist man dort offenbar der Ansicht, dass die mitgenommenen Computer den Ermittlern rein gar nichts nützen werden. Außerdem weist man die Mitglieder darauf hin, dass man sie nicht zur Herausgabe ihres Passwortes zwingen kann. Von einem Misserfolg möchte man vonseiten der Staatsanwaltschaft dennoch nicht reden, da die Ermittlungen noch fortgesetzt werden würden.
Für die Justiz nicht greifbar
Ein weiteres Problem stellt die Tatsache dar, dass der Server der Seite für die Ermittler nicht greifbar ist, da es sich hierbei um einen in den USA stehenden handelt. Der Betreiber weigert sich außerdem, die Daten seiner Kunden an die österreichischen Beamten weiter zu geben, da die Seite so dem US-Recht unterliegt.
Quelle: DerStandard.at
Artikel auf ORF.at: Alpen-Donau.info und ihre Verbindungen zum Verfassungsschutz
