Neil Robertson erreichte nach seinem WM-Gewinn 2010 einen weiteren Meilenstein in seiner Karriere. Der 29-jährige Australier siegte im BGC Masters Finale 2012 im Alexandra Palace in London mit 10:6 gegen Shaun Murphy und gewann damit auch sein neuntes Finale auf der Snooker-Maintour. Nach Perrie Mans, Cliff Thorburn und Vorjahressieger Ding Junhui ist er zudem erst der vierte Spieler aus Übersee, der das wichtigste Einladungsturnier für Snooker-Profis gewinnen konnte. Für den Sieg erhält Robertson 150000 Britischen Pfund Preisgeld.
Neil Robertson führt mit 5:3 nach der ersten Session des Masters Finals
In einer ausgeglichenen ersten Session am Nachmittag deuteten beide Spieler an, dass sie zu Recht im Finale standen. Ihr Lochspiel funktionierte gut und beiden Akteuren gelang ein Century Break. Dass die Session nicht folgerichtig mit 4:4 endete, lag an zwei Dingen: zum Einen unterstrich Robertson einmal mehr, dass er inzwischen zum vielleicht besten Allround-Spieler gereift ist und setzte Murphy taktisch immer wieder gut unter Druck. Zum anderen vergab der Engländer im achten Frame mit einem unnötigen Lochfehler auf Grün die Chance zum Ausgleich. Stattdessen ging Robertson mit 5:3 in Führung.
Neil Robertson zieht im Masters Finale auf 9:4 davon
Murphy startete entschlossen in die zweite Session und legte ein 49er-Break vor und verkürzte auf 4:5. Der Australier antwortete jedoch mit einer Serie von 101 Punkten, um den alten Abstand wiederherzustellen. Im zerfahrenen elften Frame lagen die Vorteile erneut bei Robertson, der 35 Punkte vorlegte, taktisch klug spielte und mit mehreren langen Einsteigern einzelne Rote lochte und sich schließlich die 7:4-Führung erarbeitete. Mit zwei Breaks von jeweils 76 Punkten baute er den Vorsprung vorentscheidend auf 9:4 aus und hatte damit sechs der sieben letzten Frames für sich entschieden. Murphy schien geschlagen.
Shaun Murphy kämpft sich heran, verliert das Masters Finale aber mit 6:10
Doch wie so oft im Snooker drohte das Match zu kippen. Murphy bäumte sich noch einmal gegen die Niederlage auf und lochte plötzlich wieder hervorragend. Mit Breaks von 52 und 86 Punkten hielt er Robertson vom Tisch und verkürzte den Rückstand auf 6:9. Davon unbeeindruckt nutzte der Australier einen langen Einsteiger im sechzehnten Frame zum Einstieg in ein Break von 70 Punkten und ballte erleichtert die Fäuste. Mit dem verdienten 10:6-Triumph krönte sich Robertson nach Siegen über Mark Allen, Mark Williams und Judd Trump zum neuen Masters Champion. Murphy, der ein tolles Turnier spielte, verpasste die Chance, als achter Spieler die Triple Crown zu gewinnen und darf sich mit einem Preisgeld von 75000 Britischen Pfund trösten.
