Nein zum Bud Spencer-Tunnel, ja zum Bud Spencer-Freibad

Auch in Zukunft kein Stau vor Bud Spencer - wrw  / pixelio.de
Auch in Zukunft kein Stau vor Bud Spencer - wrw / pixelio.de
Der Gemeinderat in Schwäbisch Gmünd lehnt den Bud Spencer-Tunnel entgegen dem Wunsch der Internetgemeinde ab, macht aber einen adäquaten Gegenvorschlag.

Sogar der Chefkoch des Münchner Spitzenhotels Bayerischer Hof hatte sich angekündigt und versprochen, er würde bei der Einweihung des Tunnels das Leibgericht des italienischen Westernstars kochen: Speckbohnen für alle! Doch soweit soll es nun nicht kommen, wie der Gemeinderat der Stadt Schwäbisch Gmünd heute bei einer historischen Tagung beschlossen hat: Entgegen dem außergewöhnlich großen Medienecho (sogar einen Song zu der Aktion gibt es inzwischen) um die Online-Abstimmung zur Namensfindung für den neu gebauten Tunnel auf der Bundesstraße 29, entschied man sich heute gegen den Vorschlag Bud Spencer-Tunnel. Obwohl weit über 100.000 Stimmen für Bud Spencer eingegangen waren, folgten bis auf die Fraktion Die Linke alle politischen Gruppen im Gemeinderat dem Vorschlag von Oberbürgermeister Richard Arnold, einen regionalen Namenspatron für den Tunnel zu berücksichtigen. Wer das sein soll, ging aus der heutigen Sitzung noch nicht hervor.

Kein Bud Spencer-Tunnel in Schwäbisch Gmünd

Im Mittelpunkt der Diskussion zwischen den politischen Vertretern stand ganz klar die Frage, ob die Stadt in den letzten Tagen Opfer einer Spaßguerilla geworden ist oder ob man den Hype doch eher als eine willkommen Chance auf kostenloses Marketing begrüßen sollte. Besonders die CDU-Fraktion bemerkte, dass bei dem Online-Voting die Voraussetzungen für eine demokratische Abstimmung nicht erfüllt gewesen seien. Mehrfachabstimmungen seien problemlos möglich gewesen, die immer noch recht große Gruppe der Offliner sei systematisch ausgegrenzt worden und es konnten alle abstimmen, obwohl der Tunnel ja eigentlich vor allem die Gmündner beträfe. Letztendlich war die Entscheidung von einer großen Portion Willkür geprägt, so die einhellige Meinung der meisten Gemeinderäte.

Ein Schritt der Versöhnung: Das Bud Spencer-Freibad

Um die Internetgemeinde, die den Hype um den Gmündner Tunnel via Facebook angeheizt hatte, zu versöhnen und Bud Spencer doch noch zu ehren, entschied der Gemeinderat aber zudem, das städtische Schießtalbad künftig in Bud Spencer-Bad umzubenennen. Hier war Bud Spencer alias Carlo Pedersoli in den 1950er Jahren zu einem internationalen Schwimmwettkampf angetreten. Außerdem sei das ja auch ganz lustig, wegen des Wortspiels Bad Spencer, wie ein CDU-Gemeinderat bemerkte. Der Italiener ließ dann auch sofort per Presseerklärung seines Verlages verlauten, dass es ihm sowieso lieber wäre, wenn das Schwimmbad nach ihm benannt werde, der Tunnel wäre dann doch übertrieben und sollte lieber den Namen eines Deutschen tragen.

Gelebte Demokratie, die Spaß macht

Was neben einem neu benannten Freibad, zu dessen Einweihung Bud Spencer in Schwäbisch Gmünd natürlich persönlich erwartet wird, von der Geschichte bleibt, ist die Erkenntnis, dass Demokratie auch Spaß machen kann. Viele junge Menschen haben sich an der Abstimmung beteiligt und Schwäbisch Gmünd ist in der Welt ein Stück bekannter geworden.

Quelle: Live Stream der Gemeinderatssitzung

Fabian Fechner, Fabian Fechner

Fabian Fechner - Ich habe an der Uni angefangen zu schreiben, mich mehrere Semester bei unserem Studentenmagazin engagiert und bei der Betreuung des Blogs ...

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