Soziale Netzwerke im Beruf richtig nutzen

Social Media - Gerd Altmann / pixelio.de
Social Media - Gerd Altmann / pixelio.de
Wie kann man soziale Netzwerke effektiv nutzen, um beruflich erfolgreich zu sein?

Im Job ist es wie im Privatleben: Wer auf ein gut funktionierendes Netzwerk von Beziehungen und Kontakten zurückgreifen kann, hat es immer leichter als ein Einzelkämpfer. Die meisten Jobs werden in Deutschland über persönliche Kontakte vergeben und diese Jobs sind in der Regel von besserer Qualität in Bezug auf die Bezahlung und Arbeitsbedingungen als ausgeschriebene Stellen. Und auch bei Beförderungen spielen häufig die sozialen und nicht die fachlichen Qualitäten eine Rolle. Allerdings unterschätzen viele Menschen die Bedeutung von persönlichen Beziehungen für den beruflichen Erfolg. Andere erklären sich mit den Verhältnissen nicht einverstanden und sprechen von unfairer „Klüngelei“. Und tatsächlich kann es bitter sein zu erkennen, dass das Know-who (wen man kennt) manchmal wichtiger ist als das Know-how (was man weiß), um berufliche und geschäftliche Ziele zu erreichen.

Das Geheimnis guter Netzwerker

Gute Netzwerker sind in der Sprache der Arbeitspsychologie anschlussmotiviert. Die Motivationsforschung hat unter den unzähligen Motiven, die einen Menschen antreiben, drei Hauptmotivatoren herausgefiltert:

  • Leistung;
  • Macht;
  • Anschluss oder Intimität.

Theoretisch kennt jeder Mensch alle drei Motivatoren. Theoretisch können sogar alle drei bei einem Menschen gleich stark ausgeprägt sein – allerdings liegt bei den meisten Menschen der Schwerpunkt in einem der drei Bereiche. Leistungsmotivierte Personen möchten durch die Leistung etwas über sich selbst erfahren. Sie wollen genau wissen, was sie geleistet haben und warum das eine gute Leistung war. Sie benötigen unmittelbares Feedback und Beurteilung ihrer Arbeitsergebnisse und werden intensiv durch die Arbeit selbst befriedigt. In diesem Zusammenhang spricht man auch häufig von der intrinsischen Motivation.

Machtmotivierte Personen bringen dagegen nur Leistung, um Anerkennung zu erlangen und aus dem Bedürfnis heraus, Kontrolle ausüben zu können. Anschlussmotivierte Personen haben im Unterschied zu den beiden anderen Personengruppen ein starkes Bedürfnis, gemocht zu werden. Sie sind gern mit anderen Menschen zusammen, öffnen sich anderen gegenüber leicht, und wenn sie bei ihrer Tätigkeit alleine sind, fehlt ihnen der nötige Antrieb und Freude an der Arbeit.

Interessanterweise liefern die Untersuchungen, dass nicht die leistungs- oder machtmotivierten Menschen beruflich am erfolgreichsten sind, sondern die mit einem hohen Anschlussmotiv. Wenn bei diesen die Angst vor Zurückweisung und Ablehnung nicht dominiert, erzielen sie höhere Einkommen, sind beruflich erfolgreicher und in ihrer Ehe zufriedener. Sie neigen seltener zu Alkohol- und Drogenproblemen, Angst oder Depressionen. Warum dies so ist, bleibt unbekannt. Ein Erklärungsversuch ist, dass das Anschlussmotiv zu der Produktion von Stress reduzierenden Hormonen führe.

So sind gute Netzwerker nicht nur an der Kostennutzenrechnung ihrer Kontakte interessiert, sondern allem voran an Menschen an sich. Sie fühlen sich in Gesellschaft wohler als alleine. Und sie sind nicht nur Nehmer, sondern auch Geber – sonst funktioniert kein Netzwerk. Wer Beziehungen aufbauen will, muss investieren und es kann lange Zeit dauern, bis sie stabil genug sind für gemeinsame Geschäfte oder gegenseitige Empfehlungen.

Welche Netzwerke gibt es

Guten Netzwerkern ist es ein natürliches Bedürfnis sich mit Menschen und auch neuen Menschen zu umgeben. Intuitiv verstehen sie Menschen an sich zu binden. Und in der Regel brauchen sie keine Tipps, wie sie neue Kontakte knüpfen können. Ist man in dieser Beziehung kein Naturtalent, kann man seine Möglichkeiten auf vielerlei Wegen ausschöpfen. Inzwischen gibt es so viele Arten von Netzwerken, dass man darangegangen ist, sie in Gruppen zu unterteilen. Offline-Netzwerke sind Präsenznetzwerke. Der Zugang zu diesen Netzwerken kann offen oder auch im Sinn des geschlossenen Netzwerks nur bestimmten Personen zur Verfügung stehen und über eine Einladungen geregelt sein.

Daneben existieren eine Menge virtueller Netzwerke (Blogs, Chatforen), Online-Netzwerke, die auch über Gruppenevents Offline-Treffen ermöglichen. Es gibt branchenbezogene Netzwerke (Innungen, Verbände, Vereine) und branchenübergreifende Netzwerke (etwa der Bundesverband mittelständischer Wirtschaft, Bundesverband Junger Unternehmer, Deutscher Marketing Club, Arbeitsgemeinschaft Selbständiger Unternehmer e.V.). Geschlechtsbezogene Netzwerke sind Frauennetzwerke wie Business-Breakfast-Club, bpw-Germany, vdu, Business-Spirit oder Männernetzwerke wie Burschenschaften, Geheimlogen, Männergruppen und informelle Seilschaften, über die sehr viele Jobs vergeben werden. Beispiele für allgemeine Social Networks sind:

Business Social Networks sind:

Face-to-Face-Netzwerke nutzen

Fast alle Menschen haben ein Hobby, das nicht unbedingt etwas mit ihrem Beruf zu tun hat. Fast jeder Hobbykreis ist in der Vereinslandschaft vertreten. Sportvereine, Kunst- und Kulturvereine, Heimat- und Schützenvereine geben jedem die Möglichkeit seinen Bekanntenkreis zu erweitern. Auch in politischen und sozialen Vereinen und Vereinigungen findet man die Möglichkeit sich zu engagieren und auf Gleichgesinnte zu treffen – das schöne daran ist, man teilt dieselben Interessen und findet leicht ein Gesprächsthema. Der Besuch von Veranstaltungen wie Ausstellungen, Konzerten, Tagen der offenen Tür, Kongressen und Ähnliches eröffnet dagegen nur sehr kontaktfreudigen Menschen, die keine Angst davor haben vollkommen Fremde anzusprechen, eine entsprechende Bühne.

Business-Netzwerke nutzen

Bei privaten Netzwerken besteht die Gefahr, das berufliche Ziel aus den Augen zu verlieren: Oberflächliches Kommunizieren in Chatforen kostet nur Zeit und bringt am Ende wenig. Bei beruflichen Netzwerken sind Offline-Netzwerke grundsätzlich immer Erfolg versprechender als Online-Netzwerke, und wer Online-Netzwerke pflegen möchte, nutzt sie in der Regel nur richtig, wenn er sie zu einem Offline-Networking umfunktionieren kann. Viele Nutzer melden sich auf verschiedenen Plattformen mit ihrem Profil an und warten darauf, dass sie kontaktiert werden. Diese Strategie führt selten zum Erfolg. Richtiger ist es, selbst den Erstkontakt zu potentiellen Partnern und Kunden aufzunehmen und auf ein persönliches Kennenlernen zuzuarbeiten. Auch da darf man keine Berührungsängste haben. Eine Einladung zum persönlichen Gespräch stößt häufiger als erwartet auf positive Resonanz. Man muss jedoch auch etwas anzubieten haben und das Gespräch nicht mit der Frage beginnen: "Haben Sie einen Job für mich?"

Weitere Informationen:

Erfolgreich netzwerken

Zweinull – Coole Social Networks in Deutschland

Sofie Weber-Remich - Bei suite101 schreibe ich für die Rubrik Beruf und Karriere, da ich hauptberuflich seit vielen Jahren als Arbeitsberaterin und ...

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