
- Transfer, Filmplakat - Kinostar
Hermann (Hans-Michael Rehberg, „Schindlers Liste“) und Anna (Ingrid Andree, „Peter Voss, Der Millionendieb“) sind Mitte 70 und seit über 50 Jahren verheiratet. Anna ist schwer krank und für Hermann ist es unvorstellbar, dass seine geliebte Frau bald sterben wird, deshalb nehmen sie Kontakt zur Humantechfirma Menzana auf. Menzana schafft ewige Jugend anhand Persönlichkeitstransfers von einem Körper in einen anderen.
Bewusstseinstransfer schafft längeres Leben in neuen Körpern
In Dr. Menzels (Jeanette Hain, „The young Victoria“) Sanatorium, das ihrer Aussage nach kein moderner Sklaven-Handel ist, können sich Hermann und Anna für je eine Million die perfekten Körper junger Afrikaner kaufen. Dr. Menzels Bewusstseinstransfer bietet dem Rentner-Ehepaar 20 Stunden am Tag die volle Kontrolle in den neuen Körpern. Die beiden Afrikaner Sarah (Regine Nehy, „Grey's Anatomie“) und Apolain (BJ Britt, „Beilight – Biss zum Abendbrot“) entschieden, sich zu verkaufen, um das Leben ihrer Familien in Afrika zu sichern. Nur nachts werden die beiden wieder für vier Stunden sie selbst sein, wenn die Weißen schlafen. Erinnerungen, Existenz, das gesamte Leben von Anna und Hermann bleibt in den neuen, unbedarften, feschen und wohlbehaltenen Körpern erhalten.
Die alten Körper werden nach Persönlichkeitstransfer drei Monate eingefroren
Nach Annas Herzinfarkt beschließt sie mit Hermann, den Transfer durchzuführen, um gemeinsam weiterleben zu können. Mit ihren neuen Stimmen, Gesichtern und neuen Körpern bricht für die beiden nach dem Persönlichkeitstransfer ein neues, spannendes Leben an. Ihre alten Körper liegen derweil eingefroren in Kryostasetanks des Menzel-Sanatoriums. Nach drei Monaten müssen die eingefrorenen Körper von Gesetz wegen eingeäschert werden, wenn die neuronale Anpassung erfolgreich war.
Das Leben in den neuen Körpern gestaltet sich für die Beziehung als problematisch
Die neue Anna ist trübsinnig, zweiflerisch, bedrückt. Während Hermann seine neu erkorene Kraft vollends genießt, rätselt Anna, wie sie den Platz in ihrem neuen Leben finden soll und ob Hermann sie selbst, oder den Körper der jungen Afrikanerin begehrt. Als sie eine Party für ihre Freunde geben, um ihr neues Äußeres zu präsentieren, hält nur noch ihr Freund Otto (Ulrich Voß, „Alles auf Zucker“) zu dem Paar, denn ihr neuer Körper und Geist passt nicht in die „gut situierte Upper Class“. Nachts werden Sarah und Apolain mit einem modernen Überwachungssystem auf Schritt und Tritt begleitet. In einem Zimmer mit Stahltüren und Gittern. Es kommt zur Entfremdung und zum Zank zwischen Anna und Hermann.
Die soziale Notlage der Afrikaner wird von der Medizin restlos ausgenutzt. Identität und Ausbeutung sind Haupt-Thema in „Transfer“, der durch seine originelle Fantasie überzeugt und ohne Längen unterhält. Auf jeden Fall wendig, spannend und sehenswert.
„Transfer“ startet bundesweit am 22. September 2011 im Verleih von Kinostar
