Wer sein Spiegelbild betrachtet, blickt in die eigene Seele. Doch nicht immer zeigt das Widerbild dem Betrachter das eigene Selbst. Mitunter sieht man, ohne es zu ahnen, etwas ungleich Böseres.
Alexandre Aja widmet sich beim Kinofilm Mirrors Spiegeln und allem, was dahinter lauert. Mirrors ist weder einem schreckhaften noch einem zart besaiteten Publikum zu empfehlen.
Die Story des Kinofilms Mirrors
Ben Carson steckt in einer schweren Krise. Nach dem Tod seines Partners sucht der Ex-Cop Zuflucht in Alkohol und Medikamenten, was dazu führt, dass seine Frau und seine Kinder ihn verlassen. Schwer gebeutelt entsagt Ben dem Alkohol und nimmt einen Job als Nachtwächter im baufälligen Mayflower Building, einem ehemaligen Luxuskaufhaus, an.
Doch schon in seiner ersten Nacht scheinen seine Sinne ihm einen Streich zu spielen. Ben hört Geräusche und die gewaltigen Zierspiegel in dem maroden, rußverschmierten Bauwerk offenbaren ihm unheimliche Visionen. Damit ist die Neugier des Ex-Cops ist geweckt...
Mirrors ist keine einfache Kopie von Sung-ho Kims Into The Mirror
Mirrors ist zwar erst der dritte Film von Alexandre Aja, dennoch besitzt der noch recht junge Regisseur bereits einen gewissen Ruf im Horrorgenre. Die ganz große Hoffnung erfüllt Mirrors zwar nicht, wohl aber die Erwartungen. Aja präsentiert sich auch in seinem neuen Horrorstreifen als formidabler Regisseur, allerdings auch als Drehbuchautor mit Schwächen.
Zu Gute kommt dem Film, dass er nicht einfach eine Kopie von Sung-ho Kims Into The Mirror ist und so auch für Kenner des Originals spannend bleibt. Die Geschichte spielt diesmal nicht in einem hochmodernen, sondern in einem völlig heruntergebrannten Kaufhaus.
Was man am Anfang noch für einen normalen Mystery-Film, halten könnte, entpuppt sich im Verlauf als wildes Themen-Wirrwarr zwischen Der Exorzist, The Ring und Das Geisterschloss, das zudem ein gutes Stück härter ausfällt als der Genre-Durchschnitt.
Überzeugende Darstellung von Kiefer Sutherland in Mirrors
Wenn der Film Mirrors selbst alles andere als perfekt ist, so gibt es jedenfalls an der Besetzung nichts zu beanstanden. Paula Patton als Bens Frau und die charmante Amy Smart als Bens Schwester bieten solide Leistungen.
Im Grunde steht und fällt der Film mit der Performance des Hauptdarstellers Kiefer Sutherland. Wenn es um die Verkörperung ambivalenter Charaktere geht, macht ihm so schneller keiner etwas vor. Sein Ben Carson ist gar nicht so weit von seiner Darstellung des CTU-Agenten Jack Bauer in der Serie 24 entfernt. Auch der Ex-Cop Carson agiert auf der Grenze zwischen Besessenheit und Professionalität immer am Rande endgültiger Gebrochenheit.
Anders als der unkorrumpierbare Agent Bauer kann der trockene Alkoholiker Carson jedoch weder sich, noch seinem eigenen Spiegelbild trauen. Es gibt einige Szenen in Mirrors, in denen sich der Zuschauer nicht sicher sein kann, ob er gerade den echten Carson oder dessen Spiegelbild sieht. Eine Paradesituation für Kiefer Sutherland, der hier sein ausgefeiltes Minenspiel voll zum Einsatz bringt.
Mirrors: Trotz wirrer Geschichte spannend und gut besetzt
So ist Mirrors trotz der wirren Geschichte dank Ajas Kreativität und Sutherlands ungemeiner Präsenz ein ziemlich spannender Film geworden, der Spiegel von ihrer bösesten Seite zeigt und weniger hart gesottene Zuschauer beim Blick in die Spiegel noch eine Weile verfolgen dürfte.
