Wie aus dem Nichts tauchten sie auf! Zunächst hielten wir ihre Raumschiffe für Meteoriten. Doch schon bald sollte sich die niederträchtige Natur hinter dem nur scheinbar astronomischen Phänomen zeigen. Tausende außerirdische Invasoren überrannten unsere Städte, zerstörten und töteten, was auch immer in Reichweite ihrer Waffen lag. Nur mit einem hatten sie nicht gerechnet: Unseren heldenhaften US-Marines, der letzten Hoffnung der Menschheit …
„World Invasion: Battle Los Angeles“: Inhalt
Wie schon zuletzt in „Skyline“ setzen im Science-Fiction-Kracher „World Invasion: Battle Los Angeles“ bösartige Außerirdische alles daran, die Menschheit zu vernichten. Die teils verblüffende Ähnlichkeit so mancher Szenen – ganz zu schweigen vom Plot – zwischen den beiden Filmen ist kein Zufall. Schließlich waren die Regisseure von „Skyline“, Colin und Greg Strause, auch fürs wesentlich aufwändigere Konkurrenzprodukt tätig. Die Story von Jonathan Liebesmans bislang ehrgeizigstem Werk ist rasch erzählt.
Meteoriten stürzen in die Ozeane der Erde und sorgen für ein spektakuläres, aber scheinbar harmloses Naturschauspiel. Umso erschreckender ist das, was dem Spektakel folgt. Denn bei den Himmelskörpern handelt es sich um Raumschiffe einer außerirdischen Rasse, die nicht in Frieden, sondern in erobernder Absicht gekommen ist. Augenblicklich beginnen sie mit dem verheerenden Zerstörungswerk, legen ganze Metropolen in Schutt und Asche und kennen keinerlei Mitleid mit den Bewohnern der Erde.
In dieser bitteren Stunde sind die US-Marines die einzige Hoffnung, den Vernichtungsfeldzug der Aliens aufzuhalten. Sergeant Nantz (Aaron Eckhart) wird mit der Aufgabe betraut, einen Militärtrupp in Los Angeles zu stationieren, um die Invasoren zu schwächen. Ein anfangs völlig aussichtslos scheinendes Unterfangen, da die Eindringlinge selbst direktem Beschuss widerstehen. Trotzdem kämpfen die Männer und Frauen mit bewundernswertem Heldenmut, der schließlich belohnt wird, als sie die Schwachstelle der Invasoren entdecken …
„Skyline“ reloaded?
Der offensichtlichste Unterschied zum bereits erwähnten „Skyline“ liegt im Budget. „World Invasion: Battle Los Angeles“-Regisseur Jonathan Liebesman („Der Fluch von Darkness Falls“) konnte üppige 70 Millionen Dollar auf die Leinwand klatschen, was beim fertigen Produkt auch deutlich erkennbar ist. Aufwändige Sets und perfekte Computeranimationen erzeugen einen sehr realistischen Pseudo-Doku-Stil à la „Cloverfield“. Außerdem konnte er auf einige bekannte Schauspieler wie Aaron Eckhart oder die wie immer wunderbare Michelle Rodriguez („Avatar“) zurückgreifen.
Freilich: Ein hohes Filmbudget ist nicht mit der Qualität des Streifens gleichzusetzen. Dies gilt insbesondere für den in den USA von vielen Kritikern verrissenen „World Invasion: Battle Los Angeles“. An den flüssig inszenierten Actionszenen liegt es nicht, dass der Science-Fiction-Streifen den Zuschauer rasch ermüdet. Vielmehr an der Masse solcher Sequenzen, die schier nicht aufzuhören scheinen und somit am „Transfomers“-Syndrom leiden.
Übermaß an Actionszenen
Natürlich erwartet sich das Publikum spektakuläre Actionszenen und giert nach apokalyptischen Bildern. Genauso wichtig wie epische Massenschlachten oder spektakuläre Spezialeffekte sind jedoch Ruhepausen. Ein Musterbeispiel dafür, wie ein Filmemacher über zwei Stunden lang das Interesse des Zuschauers von Beginn weg bis zum Schluss konstant wach halten kann, lieferte 1991 James Cameron mit seinem Meisterwerk „Terminator 2 – Tag der Abrechnung“. Ein Film, den sich etwa Jonathan Liebesman durchaus zu Herzen hätte nehmen sollen.
Denn sein „World Invasion: Battle Los Angeles“ ist einfach nur ohrenbetäubend lautes Krawallkino, dessen sich wiederholenden Actionszenen spätestens nach einer Stunde zu langweilen beginnen. Die von Pathos und Klischees geradezu triefenden Dialoge tragen ihr Scherflein dazu bei, aus einem potenziell unterhaltsamen Filmstoff ein Second-Hand-Machwerk zu weben. Das alles hat man schon zig mal auf der Leinwand gesehen, und zwar meist erheblich besser. Seien es die gesichtslosen Außerirdischen im Kampf gegen die heldenhaften US-Marines, oder die überraschungsfreien Handlungsverläufe.
Enttäuschendes „World Invasion: Battle Los Angeles“
Letzten Endes enttäuscht „World Invasion: Battle Los Angeles“ auf ganzer Linie. Der allzu glatte Plot, angereichert mit Reißbrett-Charakteren, die politisch korrekt zu einem schlagkräftigen Trupp zusammengesetzt werden, ein Übermaß an Actionszenen und lächerliche Dialoge jenseits der Fremdschämgrenze machen aus dem vermeintlichen Science-Fiction-Kracher 2011 eines der belanglosesten Genrewerke überhaupt. Verglichen mit Liebesmans Film macht sogar der mittelmäßige „Skyline“ eine hervorragende Figur.
Fazit nach zwei Stunden Explosionen, gebrüllten Einsatzbefehlen und schmalztriefenden Dialogen in Dolby Surround: Kinobesucher sollten sich von „World Invasion: Battle Los Angeles“ nichts erwarten. Zumindest diese Erwartungen erfüllt der Science-Fiction-Film nämlich perfekt.
Originaltitel: „World Invasion: Battle Los Angeles“
Regie: Jonathan Liebesman
Produktionsland und -jahr: USA, 2011
Filmlänge: ca. 116 Minuten
Verleih: Sony Pictures
FSK: Ab 12 Jahren
Deutscher Kinostart: 14. April 2011
