Neue Endungen – Revolution bei den Internetadressen

Im Internet wird es bald hunderte gTLDs geben - elessar_x/stock.xchng
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20.6.:Bei den Internetadressen kündigt sich eine Revolution an. Die ICANN hat am Montag der Zulassung von speziellen Endungen für Webadressen zugestimmt.

Damit setzt sich die Internetverwaltung über Befürchtungen hinweg, die besagen, dass die neuen Domains das System der Namensgebung im Internet durcheinanderbringen könnten. Laut ICANN-Vorstandsmitglied Sebastian Bachollet werde die anfängliche Phase der Verwirrung nur von kurzer Dauer sein. Die Entscheidung der ICANN werde ein "neues Internetzeitalter" einläuten.

Umfangreichste Änderung bei Domainnamen seit der Einführung von ".com"

Dieser Schritt stellt die wichtigste Änderung bei Domainnamen dar, seit man vor 26 Jahren ".com" eingeführt hat. Nun sind Adressendungen in jeder Sprache und Schrift möglich. Laut Richard Wein, dem Geschäftsführer von Nic.at, handelt es sich bei der Entscheidung um eine "kleine Revolution im Internet", die für alle Nutzer "weitreichende Folgen" haben wird.

Hohe Hürde für Bewerbung um eine neue Domainendung

Die generischen Top-Level-Domains (gTLD) kommen vor allem für Städte, Regionen, Firmen, Branchen und Marken infrage. ICANN hat nämlich für die Bewerbung um eine neue Domainendung gleich eine Gebühr von 185.000 US-Dollar (rund 129.000 Euro) veranschlagt. Des Weiteren wird jeder Bewerber genau geprüft, vor allem was die markenschutzrechtlichen Aspekte betrifft. Außerdem müssen die Anwärter dazu in der Lage sein, den Betrieb langfristig zu sichern und zwar mit einem hohen Startkapital. Deshalb können sich auch Privatpersonen nicht für eine neue spezielle Domainendung bewerben.

gTLD interessant für Großkonzerne

Es wird vor allem damit gerechnet, dass Großkonzerne wie zum Beispiel Apple, von den neuen Domainendungen Gebrauch machen werden. Richard Wein rechnet damit, dass sehr viele Endungen wie beispielsweise ".shop" oder ".web", aber auch so genannte Geo-TLDs für Städte und Gemeinden, beantragt werden könnten. Vorbereitet sei dies zum Beispiel schon für die Städte Hamburg und Berlin, welche in Zukunft mit der Technologie von Nic.at betrieben werden. Es werde aber auch kleinere TLDs geben, die sich auf diverse Berufsgruppen und Communities spezialisieren werden. Ob sich auch die Stadt Wien um eine Geo-TLD bewerben wird, ist derzeit nicht bekannt.

Anträge auf gTLDs ab 2012 erlaubt

Anträge auf generische Top-Level-Domains dürfen ab dem Jahr 2012 gestellt werden. Strenge Regeln sollen verhindern, dass in der Anfangsphase große Mengen an Domains für Zwecke der Spekulation reserviert werden. Erste Ergebnisse werden im November des kommenden Jahres vorliegen.

22 generische Top-Level-Domains

Derzeit gibt es nur 22 generische Top-Level-Domains wie ".org" oder ".com" und ganze 250 Länderdomains wie ".at" (Österreich), bei der derzeit 1.050.000 ".at"-Adressen registriert sind, oder ".de" (Deutschland). Die Möglichkeit, einen Namen für die eigene Webpräsenz zu finden, den sich die Internetuser leicht merken können, sind daher begrenzt. Es wird erwartet, dass es nach der Umstellung hunderte neue gTLDs geben wird.

Quelle: ORF.at: Revolution bei Internetadressen

Udo Seelhofer, Udo Seelhofer

Udo Seelhofer - Studium: Deutsche Philologie (abgeschlossen) Kombinierte Religionspädagogik (im letzten Abschnitt) Arbeit: Seit Oktober 2006 ...

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