In der Farbvererbung der Pferde ist der Cream-Faktor gut untersucht und gut bekannt. Vor einem Rätsel stand man, als man Pferde kreuzte, von denen man sicher wusste, dass nur die Mutterstute das Cream-Gen hatte und der Hengst nicht. Als daraus trotzdem Fohlen entstanden, die wie Cremellos aussahen, war sicher, dass ein weiterer Faktor dafür ausschlaggebend sein musste.
Der Barlink-Faktor und die Farbe Pearl
Man stieß zuerst bei dem Paint Hengst Barlink Macho Man auf dieses neue Gen. Nachkommen des Hengstes sahen aus wie Cremellos, konnten aber nur von der Mutter ein Cream-Gen mitbekommen haben.
Auch die Nachkommen ganz ohne Cream-Gen brachten champagnerfarbige Nachkommen. Das bekannte Champagner-Gen konnte es jedoch ebenfalls nicht sein, da dieses rezessiv vererbt wird.
Man nannte daher das neue Aufhellungs-Gen den Barlink-Faktor.
Aber auch die Iberische Zucht brachte eine neue Farbvariante, die ebenfalls dem Cremello ähnlich war, aber nur einen Cream-Faktor haben konnte. Man gab dort dem neuen Faktor den Namen „Pearl“ - abstammend vom Wort „Perle“.
DNA-Nachweis des Pearl-Gens
Ende 2006 konnte man per DNA-Test den Barlink-Faktor nachweisen. Man nannte die neue Farbe anschließend „apricot“.
Nachdem der Test entwickelt war, konnte schnell nachgewiesen werden, dass es sich bei der iberischen Zucht um den gleichen Faktor handelte. Eventuell bedeutet dieser Nachweis, dass noch jetzt die Vorfahren der Amerikanischen Pferde in der iberischen Herkunft zu suchen sind. Interessant ist auf alle Fälle, dass auch beim Tinker dieses Gen gefunden wurde. Man einigte sich anschließend auf die einheitliche Farbvariante „Pearl“.
Aussehen der Pferde mit einem Pearl-Gen
Pferde, die ein Pearl-Gen besitzen und aus der Basis eines Fuchses entstanden sind, haben eine blasse Sandfarbe. Dabei sind die Langhaare gleich gefärbt wie das übrige Fell. Beim Rappen kommt es zu einer Aufhellung ins Grau. Auch hier sind Langhaare und übriges Fell gleich gefärbt. Der Einfluss ist bei Rappen und Braunen jedoch noch nicht gänzlich geklärt. Bisher ist man sich nur bei Füchsen über die Auswirkung wirklich sicher.
Das Pearl-Gen ist bereits bei folgenden Rassen nachgewiesen worden: Pasos, Tinker, PRE, Andalusier, Lusitanos, Paints und Quarter Horses.
Das Pseudo-double-cream
Pferde, die ein Cream-Gen und ein Pearl-Gen mit vererbt bekommen haben, sehen aus wie Cremellos. Bisher gibt es jedoch keine eindeutigen Farbbezeichnungen für solche Tiere. Die DNA-Forschung ermöglicht auch in Zukunft immer tiefere Einblicke in die Farbvererbung und die verschiedenen Farben lassen sich immer genauer über die Gene definieren.
Interessant ist auch, dass alle Nachkommen immer nur einen Aufhellungsfaktor von den Eltern mitbekommen haben. Es gibt keine Nachkommen mit z.B. einem doppelten Cream-Gen und noch dem Pearl-Gen. Daher wird vermutet, dass diese beiden Aufhellungsgene einen gemeinsamen Genort besitzen könnten oder zumindest sehr dicht beieinander sitzen.
Literaturnachweis:
Farben und Farbvererbung von Henriette Arriens
